Zwei Betriebe berichten aus der Praxis

Gute Erfahrungen mit E-Autos im Handwerk 

Die Stumbaum-Mitarbeiter Markus Reisinger und Josef Hainzinger sowei den Ziel 21-Vorsitzenden Gottfried Obermair.
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Acht elektrische Fahrzeuge gehören bereits zum Fuhrpark der Firma Stumbaum. Das Bild zeigt von links die Stumbaum-Mitarbeiter Markus Reisinger und Josef Hainzinger sowei den Ziel 21-Vorsitzenden Gottfried Obermair.

Als Privatfahrzeuge werden E-Autos immer beliebter. Doch wie sieht es im Gewerbe aus? Eignen sich E-Fahrzeuge für Handwerksbetriebe? Sind Reichweiten und Ladekapazitäten ausreichend für professionelle Ansprüche? Ja, sagen Firmen, die bereits elektrisch unterwegs sind.

Einen von ihnen ist die Stumbaum GmbH, ein mittelständischer Familienbetrieb für Strom, Wasser, Wärme und Klima, mit Sitz in Schöngeising und Standorten in Egenhofen und München.

Acht rein elektrische Fahrzeuge gehören bereits zum Fuhrpark - „fünf Pkw und drei Lieferwagen“, berichtet Markus Reisinger, Einkaufsleiter und Fahrzeugbeauftragter. Zwei weitere Elektroautos sollen im Laufe des Jahres hinzukommen. Firmenchef Markus Stumbaum, selbst E-Auto-Fan, möchte sukzessive den gesamten Fuhrpark elektrifizieren.

Das Gleiche hat Michael Wölfl vor. Zwei elektrobetriebene Lieferwagen, einen Kastenwagen und einen Pkw hat er für seinen Emmeringer Elektro-, Heizungs- und Sanitärbetrieb bereits angeschafft, weitere sollen folgen. Neben einer besseren Klimabilanz nennen beide Unternehmen die niedrigen laufenden Kosten als starkes Argument pro E-Mobilität. Da die Fahrzeuge kaum Verschleißteile beinhalten, sind Service- und Reparaturkosten konkurrenzlos niedrig. Zudem entfällt für Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 2020 und 2025 die Kfz-Steuer.

Auch die Firma von Michael Wölfl (links) setzt auf E-Mobilität. Darüber freuen sich auch die Mitarbeiter Aziz Hage, Andreas Riedl und Dominik Bock (von links).

Beide Betriebe verfügen über eigene Lademöglichkeiten. Eine sorgfältige Tourenplanung verhindert, dass den E-Fahrzeugen unterwegs der Saft ausgeht. Ohnehin hat sich die Reichweite bei neueren Modellen mit 250 Kilometern gegenüber den älteren mehr als verdoppelt. „Man muss die Reichweiten den Tätigkeiten anpassen“, sagt Wölfl. Seine Kundendiensttechniker, die viel auf Achse sind, fahren die neuen E-Autos, Baustellenmitarbeiter, die nur zwei Touren am Tag zurücklegen, die älteren. Markus Reisinger berichtet, dass die E-Fahrzeuge lediglich bei sehr weiten Strecken oder zu hohem Ladungsgewicht an ihre Grenzen kommen.

Dass die Anschaffungskosten immer noch recht hoch sind, wird durch die staatliche Förderung in Höhe von 6000 Euro nur teilweise abgemildert. „Man muss schon auch etwas idealistisch unterwegs sein“, räumt Michael Wölfl ein. Er wünscht sich mehr Vielfalt auf dem E-Automarkt und eine größere Auswahl an Fahrzeugen, die für die Anforderungen von Handwerksbetrieben geeignet sind. „Das würde auch die Akzeptanz erhöhen“, ist Wölfl sicher. uos

Der Energiewendeverein Ziel 21 bietet Privatpersonen und Betrieben zum Thema E-Mobilität kostenlose Beratungen an. Kontakt über fb-mobilitaet@ziel21.de oder Tel. 08141/519225.

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