MdL Kathrin Sonnenholzner stellt Halbzeitbilanz im Hofcafé der Caritas vor - Keine weitere Amtzeit

Abschied nach 15 Jahren

Die Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, MdL Kathrin Sonnenholzner (SPD) wird für keine weitere Amtszeit kandidieren.

Fürstenfeldbruck – Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Legislaturperiode stellte Kathrin Sonnenholzner, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, die Halbzeitbilanz vor und verglich diese humorvoll mit der Halbzeit im Fußball. Dazu traf sich die SPD-Landtagsabgeordnete am 30. Juni im Hofcafé der Caritas mit der Lokalpresse zu einem gemütlichen Mittagsessen.

Kathrin Sonnenholzner berichtete über die mal mehr, mal weniger hitzigen Verhandlungen im Landtag. „Das Wichtigste ist, dass man sich am Ende des Tages noch in die Augen schauen kann“, sagte sie. Obwohl die SPD Fraktion vergleichsweise erfolgreich gewesen sei, kündigte Sonnenholzner an, dass sie nicht mehr für einen weitere Amtszeit kandidieren werde. „Nach 80 Arbeitsstunden die Woche, 15 Jahre lang, ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen um aufzuhören“, begründete sie ihre Entscheidung. Es sei Zeit für „neue Leute mit neuen Ideen“. Die stolze Großmutter einer Enkelin setzte sich in den vergangenen Jahren besonders für die Kindergesundheit ein. Für ihre freie Zeit hat Sonnenholzner sich bereits einen Ausgleich überlegt: „Ich möchte lernen wie man Käse macht“. Die Abgeordnete fasziniere, wie aus ein und dem selben Grundstoff, Milch, so viele verschiedene Käsesorten entstehen können. Trotzdem werde sie nicht vollständig von der Bildfläche verschwinden und sich auch „weitestgehend“ im Gesundheitsbereich engagieren.

Sonnenholzner – sie ist nicht praktizierende Medizinerin - forderte wegen des Hausärztemangels von der bayerischen Regierung medizinische Unterstützung für die Kommunen. Junge Ärzte ziehen aufgrund von fehlender Infrastruktur und mangelnder Gesundheitsversorgung nicht auf das Land, sodass große Unterschiede in der medizinischen Versorgung herrschen. Eingereichte Anträge für die Verbesserung dieser würden jedoch häufig aufgrund der Kosten abgelehnt.

Als eine „Herzensangelegenheit“ bezeichnet die Abgeordnete ein Zentrum für FASD-Betroffene. FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) ist eine vorgeburtliche Schädigung, die bei Kindern auftritt, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Im Gegensatz zu Nikotin und Drogen wird in der Regel in der Schwangerschaft nicht nach dem Konsum von Alkohol gefragt. Mit der Kampagne „0,0 Promille in der Schwangerschaft“ wollte Sonnenholzner auf die negativen Auswirkungen des Alkohols für die Kinder aufmerksam machen. In Bayern sind etwa 10.000 Kinder von der Krankheit betroffen, wobei Symptome, wie kognitive Störungen, die sich auf die Konzentration auswirken, oft nicht erkannt werden. Bisher gebe es nur eine Einrichtung in Berlin, die Betroffenen Erwachsene betreue.

Doch nicht nur der Genuss von Alkohol wurde diskutiert, auch die Droge Crystal Meth war Thema im Landtag. Meth werde oft von jungen Frauen konsumiert und senke die Sexualhemmschwelle, weshalb die Verhütung vernachlässigt wird und die Frauen schwanger werden. Die Kinder tragen von der Sucht der Mutter irreparable Schäden davon. Auch hier konnte ein Antrag zur Aufklärung auf den Weg gebracht werden.

Felix Hamann

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