Verkehrserziehung an Mittelschule Türkenfeld

Erstaunt vom langen Bremsweg

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In einer praktischen Übung mussten die Schüler die Gleichung für den Anhalteweg anhand der gewonnenen Erfahrungen zusammensetzen.

Der Weg zur Schule über dicht befahrene Straßen kann für Fünftklässler zu einer wahren Herausforderung werden. Unvorhersehbare Handlungen, wie das Winken des Klassenkameraden auf der anderen Straßenseite, um zu zeigen, dass man rüber kommen soll, ebenso wie zu schnelle Autos bei nasser Straße.

Türkenfeld – Um ein Gefühl zu bekommen, wie schnell Autos fahren und wie lange es wirklich dauert, bis ein Auto bei einer Vollbremsung zum Stehen kommt, bietet der ADAC das Sicherheitsprogramm „Hallo Auto“ an. Zum 16. Mal fand am 19. Oktober das Training an der Mittelschule Türkenfeld statt. In diesem Jahr bedankte sich der ADAC für die langjährige Treue.

Initiative läuft seit 1997 an der Schule

Seit 1997 läuft die Initiative der Schule bereits, an der über 500 Schüler aus 28 Klassen bereits teilnahmen. „Es ist eine lange Geschichte“, sagt Schulleiter Markus Istenes. Er selbst ist seit fünf Jahren dabei, doch angefangen hatte all das schon unter seinem Vorgänger. Für die langjährige Treue überreichte ADAC-Projektleiterin Anna-Lena Lachner im Beisein von Bürgermeister Pius Keller einen Jubiläumsscheck in Höhe von 250 Euro an die Schule. Ziel des Projektes ist es, dass die Schüler Geschwindigkeiten, Reaktionsweg, Bremsweg und den Anhalteweg besser einzuschätzen lernen. Das spielt vor allem auf dem Weg zur Schule eine große Rolle. „Wenn Schüler auf dem Schulweg eine Straße überqueren müssen, können sie in diesem Alter Geschwindigkeiten noch schlecht einschätzen“, sagt Anna-Lena Lachner. Gemeint sind vor allem die Geschwindigkeiten von heranbrausenden Autos. 

Schüler schätzen Bremsweg oft zu kurz ein

Den Schülern hier ein besseres Gefühl zu vermitteln, wie lange das Auto bis zum Stillstand braucht, steht deshalb ebenso im Vordergrund, wie das Aufstellen der Gleichung beim Anhalteweg. Spielerisch sollen die Schüler erkennen, dass ein Auto wohl deutlich länger zum Stehen braucht, als vielleicht vermutet. Zunächst sollten sie sich jedoch erst einmal überlegen, wie viele Schritte sie selbst zum „anhalten“ brauchen, wenn sie im Sprint plötzlich stoppen. Anschließend sollten sie nun diese Strecke bei einem Pkw schätzen. Dass hier ein Abstand von zehn Metern oft nicht reicht, zeigte ein Praxistest den Schülern der 5a. Die 29 Schüler platzierten nach eigenem ermessen Pylonen am Straßenrand an den Punkten, von dem sie ausgingen, an dem das Auto bei einer Vollbremsung bei 30 Stundenkilometern stehen bleibt. Fast jeder der 29 Schüler schätzte den Weg zu kurz und platzierte die Pylone ein gutes Stück zu weit davor. Lediglich zwei Pylonen standen am Ende weit genug entfernt. Das sei kein Einzelfall. Die Erfahrung zeige, dass fast immer in der ersten Übung der Anhalteweg falsch interpretiert werde. 

Bremstest auf nasser Fahrbahn

Um das Geschehen auch aus der Fahrerperspektive erlebbar zu machen, durfte anschließend jeder Schüler bei 30 Stundenkilometern in einem umgebauten Opel Corsa mit einem zweiten Paar Bremsen, ähnlich wie bei einem Fahrschulauto, eine Vollbremsung auf nasser Fahrbahn ausführen. „Das ganze Auto ist beim Bremsen nach vorne geschwenkt“, erzählt der 10-jährige Lorenz aus der 5b. Petra sprach sogar von „Fliegen“. Für die gleichaltrige Klassenkameradin Selina stand noch etwas anderes im Vordergrund. „Es ist schon sehr gut mit zehn Jahren ein Gefühl davon zu bekommen, wann das Auto steht“. Korbi ist nicht nur stolz, dass er den Anhalteweg richtig eingeschätzt hat, sondern wird auch in Zukunft, noch besser aufpassen. Ein ähnliches Programm des ADAC wird auch für Kindergartenkinder angeboten. Unter dem Titel „Aufgepasst mit ADACUS“ lernen die Kinder dort in einer Turnhalle das richtige Verhalten an Zebrastreifen und Ampel.

Felix Hamann

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