Mit Kunst Jury berührt

Hamza Nasrullah gewann beim Kunstwettbewerb zum Thema "Unterwegs"

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Hamza Nasrullah und Kristin Köckritz mit dem Gewinnerbild „Auszug“.

Die Bürgerstiftung für den Jugendkreis Fürstenfeldbruck veranstaltete einen Kunstwettbewerb zum Thema „Unterwegs“. Einer der Gewinner ist Hamza Nasrullah, ein Teilnehmer der Kolping Akademie in Fürstenfeldbruck. Die Kolping Akademie hat ihm nun sein Gewinnerbild abgekauft. 

Fürstenfeldbruck - Geduckte Gestalten, unterwegs, auf der Flucht vor Krieg und Sklaverei, im Hintergrund die syrische Flagge. Mit seinem Bild „Auszug“ drückt Hamza Nasrullah Gefühle aus, die mit Worten schwer zu beschreiben sind. Auch die Jury des fünften Jugendkunstpreises der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck war vom Talent des jungen Künstlers überzeugt und wählte ihn auf den ersten Platz in der Kategorie 13 bis 21 Jahre beim Jugendkunstpreis der

Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Preis war mit 300 Euro dotiert.

Mitschüler, Lehrer und Pädagogen fiebern Hamza Nasrullah mit

Hamza Nasrullah ist Teilnehmer an der Kolping Akademie in Fürstenfeldbruck. Dort absolviert er ein Einstiegsqualifizierungsjahr als Friseur, bei dem er in Kooperation mit seinem zukünftigen Arbeitgeber auf seine Ausbildung vorbereitet wird. Im September wird er dann seine Ausbildung zum Friseur beginnen und weiterhin ausbildungsbegleitende Hilfen an der Kolping Akademie nutzen. Dabei erhalten Auszubildende Nachhilfe in Theorie und Praxis, Prüfungsvorbereitung und Unterstützung bei Alltagsproblemen. „Beim Entstehungsprozess des Siegerbildes waren wir hier alle live dabei und haben mitgefiebert, Mitschüler, Lehrer, Pädagogen. Deshalb waren wir natürlich sehr stolz, dass er gewonnen hat“, sagt Sozialpädagogin Kristin Köckritz. Sie ist im Bereich Migrantencoaching an der Kolping Akademie in Fürstenfeldbruck tätig und betreut Hamza Nasrullah persönlich. 

18-Jähriger musste mit seiner Familie aus Syrien fliehen

„Wir haben ihn gefragt, ob er uns das Bild für unseren Eingangsbereich verkaufen würde. Dort werden wir es ausstellen“, freut sich das Team der Kolping Akademie. Auch Hamza Nasrullah selbst ist sehr stolz auf seinen Gewinn. Das Thema des Kunstwettbewerbs „Unterwegs“ ermutigte ihn dazu, seine persönliche Geschichte in seinem Kunstwerk zum Ausdruck zu bringen. Denn der 18-Jährige musste selbst mit seiner Familie fliehen, im Gepäck nur wenige Habseligkeiten. In der alten Heimat hatten sie wegen des Krieges alles verloren. 

Mit dem Bild will er zeigen, was der Krieg aus Syrien gemacht hat. Warum die Menschen dort traurig sind und was mit ihren Häusern passiert ist, sodass sie aufbrechen mussten, wie Hamzas Familie. „Die Hände in der Mitte stehen für die Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland“, erklärt Hamza Nasrullah. Noch nirgends sei er so freundlich behandelt worden und habe so viel Hilfsbereitschaft erlebt, wie in Deutschland. „Deutschland ist jetzt meine Heimat“, sagt Hamza. 

Zum 19. Geburtstag nach Berlin 

Seine Familie hat ein neues Zuhause in einer Asylunterkunft in Olching gefunden und er hat dort an der Mittelschule im vergangenen Jahr seinen Schulabschluss absolviert. Jetzt hat er sogar die Chance, einen Beruf zu erlernen. Kolping habe ihn dabei maßgeblich unterstützt. „Kolping sind die Besten. Hier bekomme ich immer alle Hilfe, die ich brauche. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Hazma. Neben den ausbildungsbegleitenden Hilfen bietet die Kolping Akademie in Fürstenfeldbruck auch die sogenannte assistierte Ausbildung an. Dabei werden Auszubildende intensiv beim Abbau von Sprachdefiziten unterstützt und individuell bei ihrer Ausbildung begleitet. Regelmäßige Gespräche mit den Ausbildungsbetrieben helfen, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen und daraus Handlungsbedarfe abzuleiten. „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Arbeit Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen können. Gerade persönliche Geschichten, wie die von Hamza Nasrullah, zeigen, dass in jedem Menschen etwas steckt, das man fördern kann“, sagt Kristin Köckritz. Hamza Nasrullah möchte mit der Siegerprämie und dem Geld aus dem Verkauf seines Werkes zu seinem 19. Geburtstag nach Berlin fahren. 

Die andere Hälfte des Geldes hat er mit einer Freundin geteilt, die ihm bei der Entstehung seines Werkes mit Rat und Tat zur Seite stand. Hamza ist sich sicher: „Ich möchte auch mit der Kunst weitermachen und schaue mich schon nach Kursen um.“ 

red

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