Textile Tradition und Kultur - Barbara Samuel aus Olching engagiert sich in der Handspinngilde e.V.

Handspinngilde - eines der ältesten Handwerke

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Barbara Samuel an einem modernen Spinnrad in traditionellem Gewand

 Olching -  ,,Spinnen ist eines der ältesten Handwerke seit es Kleidung gibt", sagt Barbara Samuel von der Handspinngilde. Gesponnen wird schon seit etwa 10 000 Jahren. Für die Handspinngilde e.V ist das Handspinnen eine zentrale Kulturtechnik und grundlegender Bestandteil von Tradition und Kultur überhaupt. Zweck des Vereins, der bundesweit agiert, ist die Förderung des Handspinnens als Kunst und Handwerk, sowohl bei den Mitgliedern als auch in der Öffentlichkeit.

  Vor 15 Jahren hat Barbara Samuel mit dem Spinnen angefangen und ihr Hobby in einer Ausbildung über Faserkunde vertieft. ,,Ich wollte mehr wissen, als nur das allgemeine Spinnen und lernte alles über Fasern, die spinnbar sind". Auch ihren Mann Uwe habe sie mit dem ,,Wollvirus" infiziert. Mittlerweile spinnt er seit 12 Jahren. ,,Es ist schön, ein gemeinsames Hobby zu haben. Wir sitzen oft stundenlang im Wohnzimmer zusammen und spinnen", sagt sie. ,,Angelehnt an die historischen Spinnstuben treffen wir uns gerne mit Freunden in gemütlicher Runde und unterhalten uns über die Fasern". Auf Veranstaltungen, an denen Barbara Samuel und ihr Mann regelmäßig das traditionelle Handwerk vorstellen, stoßen sie meist auf großes Interesse: ,,Vor allem mein Mann ist der Hingucker schlechthin, wenn er am Spinnrad sitzt. Er genießt es, ein ,spinnender Mann' zu sein".

Für jede Faser gibt es unterschiedliche Handspindeln

Barbara Samuel gibt selbst regelmäßig Spinnkurse und weiss, wieviel handwerkliches Geschick es erfordert. ,,Man braucht schon ein bisschen Übung, bis ein gleichmäßiges Garn entsteht. Die Schüler lernen zuerst mit der Handspindel zu spinnen. Erst wenn sie das können, dürfen sie ans Spinnrad. Wichtig sind hier vor allem die Hand-, Kopf- und Fußkoordination!" Die Wollexpertin hat eine Sammlung verschiedener Handspindeln, traditionell anmutende Spinnräder, Handkarden (mit Stahlhäkchen versehene Brettchen, mit welchen man die Wolle kämmt) und einen Faserkoffer mit Spinnfasern (Baumwolle, Flachs, Schafwolle, Seide etc.) zu Hause. Barbara Samuel überlegt sich immer vorher, was aus dem gesponnenen Garn werden soll. ,,Ich muss etwas damit tun. Deswegen verhäkel, verstricke oder verwebe ich anschließend alles selber"!

Weitere Informationen und Tipps unter www.handspinngilde.de

Nicole Burk

 

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