Weichenstellung

Handwerkskammer berät Handwerker kostenlos

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Stellen das Beratungsangebot der IHK vor (von links): Franz Höfelsauer, Robert Hiebl und Hartmut Drexler.

Im Gegensatz zu großbetrieblichen Unternehmen, in denen Stabsabteilungen die Weichen für alle Fragen der unternehmerischen Entwicklung stellen, muss sich der kleine und mittlere Handwerksbetrieb in der Regel selbst um die Lösung seiner Probleme bemühen. Im Tagesgeschäft bleibt ihm dazu jedoch meist nicht die Zeit. Hier steht der Betriebsberater der Handwerkskammer für München und Oberbayern den Betrieben zur Seite.

Fürstenfeldbruck – In der Brucker Kreishandwerkerschaft steht mit Diplom-Betriebswirt und Wirtschaftspsychologe Robert Hiebl dreimal in der Woche (Montag, Donnerstag und Freitag) der Experte der Handwerkskammer den Firmen und Betrieben im Landkreis unterstützend zur Seite. Sein Beratungsspektrum erstreckt sich von Fragen zur Existenzgründung eines Unternehmens über Vermarktungsfragen, Betriebsanalysen bis hin zur wichtigen Unternehmensnachfolge und -übergabe.

Beratung für Existenzgründer

So sollte sich beispielsweise ein Handwerker bei der Existenzgründung umfassend beraten lassen, rät Hiebl bei einem gemeinsamen Gespräch in der Brucker Geschäftsstelle mit dem Beratungsleiter der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Hartmut Drexel, und dem Öffentlichkeitsbeauftragten der Kreishandwerkerschaft, Franz Höfelsauer. „Ich nenne da nur einige wichtige Aspekte, wie Gründungsformalitäten, Businessplan, Rechtsformwahl, Finanzierung, Förderanträge, oder die handwerklichen Voraussetzungen.“

Beratung bei Unternehmensnachfolge

Als ausgebildeter Mediator steht Hiebl den Unternehmen darüber hinaus bei Konfliktlösungen, speziell bei familiärer Unternehmensnachfolge als Alternative zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, zur Seite. Diese Dienstleistung bietet die Handwerkskammer ihren Mitgliedsbetrieben kostenfrei an. Die Vorteile der Mediation liegen in der Zeit- und Geldersparnis. „Bei einer beabsichtigten Übergabe des Betriebs sollte nicht nur der Steuerberater, sondern auch der Betriebsberater deshalb rechtzeitig eingeschaltet werden“, meint Drexel. So könnten auftretende Konflikte von vornherein vermieden werden. „Darüber hinaus ist die Wirtschaftsmediation allparteilich, neutral und vertraulich, so dass der Konflikt erst gar nicht an die Öffentlichkeit gerät.“

Viele Unternehmer finden keinen Nachfolger

Noch hält sich die Unternehmensnachfolge zwischen interner und externer Übergabe die Waage, informiert der Leiter der Münchner Beratungsstelle. Viele Unternehmen finden aber keinen Nachfolger. Für diejenigen, die für ihren Handwerksbetrieb einen Nachfolger suchen oder auch für diejenigen, die Interesse an einer Übernahme eines Betriebs haben, hat die Handwerkskammer eine kostenlose Betriebsbörse eingerichtet. Hier sollen potentielle Übergeber und Übernehmer zusammengeführt werden.

Es gehen die Fachkräfte aus

Nicht zuletzt stellt der wachsende Fachkräftemangel zu dieser Thematik ein großes Problem dar. „Vielen Betrieben in Oberbayern gehen die Fachkräfte aus“, informiert Drexel. Die Zahl von immerhin 1.152 anerkannten Flüchtlingen, die derzeit eine Ausbildung durchlaufen, könne das Problem nicht lösen. In der Kreisstadt haben 60 Schüler die Klasse beendet und suchen einen Ausbildungsplatz, schildert Höfelsauer die Lage vor Ort.

Gute Konjunktur und Auftragslage

Insgesamt profitiere das Handwerk im Landkreis aber von der guten Konjunktur und Auftragslage, berichtet Höfelsauer. So verzeichnen die Betriebe im Jahr 2017 einen Zuwachs um 1,3 Prozent auf 3.692 Betriebe, eine Steigerung der Azubis um vier Prozent auf 875, und eine Umsatzsteigerung von 4,2 Prozent auf 1,358 Milliarden Euro.

Die Berater sind erreichbar unter Telefon 089 5119234, Fax: 089 5119208, E-Mail: robert.hiebl@hwk-muenchen.de

red

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