Mit Hebebühne auf Wildsaujagd

Hasenpest & Wildschweinjagd: Jäger und Landwirte arbeiten immer mehr zusammen

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Mit der Hebebühne auf Wildschweinjagd - das geht nur, wenn Jäger und Landwirte zusammenarbeiten

Jäger im Landkreis nehmen aktuelle Entwicklungen zur Hasen- und Schweinepest sehr ernst

Landkreis – Erstmals wurde in einer Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 14. November ein Fall von „Afrikanische Schweinepest“ (ASP) in Polen nur 80 Kilometer von Brandenburg bestätigt. Laut Sprecher der Brucker Jäger, Michael Pöllmann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Schweinepest auch in Deutschland ausbreitet.

Laut polnischer Zeitung „Gazeta Lubuska“ hätten 150 bis 170 Personen in der Umgebung des Fundortes, an dem das mit ASP-infizierte Wildschwein gefunden worden wäre, nach erkrankten Sauen gesucht. Dabei wären neun tote Tiere gefunden worden. Untersuchungen müssten nun zeigen, ob diese auch an der Afrikanischen Schweinepest eingegangen seien. Der betroffene Verwaltungsbezirk Lebus (Polen) hätte einen Krisenstab einberufen.

„Diese Entwicklung bereitet uns zunehmend Sorge, weil es keine Frage des ob, sondern vielmehr des wann zu sein scheint, bis wir auch in Deutschland die ersten Fälle verzeichnen werden“, sagt Jäger Pöllmann.

680 zerlegte Wildschweine 2018

Im Landkreis wird die Wildschweinjagd seit Jahren intensiviert. Während ein erlegtes Wildschwein vor 20 Jahren noch die seltene Ausnahme war, waren es im Jahr 2018 über 680 in Fürstenfeldbruck. Dabei ist vor allem das Miteinander zwischen Landwirten und den Jägern immer besser. Wildschweine werden maßgeblich nachts bejagt, was Mondlicht voraussetzt.

Schussschneisen und Hebebühne in Feldern

Zudem sind freie Flächen für ein eindeutiges Erkennen in unmittelbarer Nähe dessen, wo man sie vermutet, wichtig. Dafür gibt es immer mehr Beispiele für das Zusammenwirken von Jagd und Landwirtschaft. So wurden zum Beispiel in Alling in diesem Jahr vor der Maisernte Schussschneisen im Mais angelegt. Im Landkreis Starnberg kam es sogar nach einer Abstimmung zwischen Jagdvorstand, Landwirten und dem Jagdpächterehepaar Gerum erstmals zum Einsatz einer Hebebühne. „Die Streifen zwischen Waldkante und Feldfrucht sind für eine erfolgreiche Bejagung in der Regel viel zu schmal. Dass dieses Jahr Schneisen angelegt wurden und mit mobilen Ansitzeinrichtungen und sogar der Hebebühne kombiniert werden konnten, war wirklich einmalig“, so der Jagdpächter von Etterschlag Günter Gerum.

Hasenpest auf dem Vormarsch

Die Hasenpest verbreitet sich ebenfalls beständig weiter und ist mittlerweile nahezu bayernweit bestätigt. Dem Brucker Vorstand der Kreisgruppe liegen bestätigte Meldungen von Puchheim, Eichenau, Emmering, Gernlinden, Maisach sowie außerhalb des Landkreises zum Beispiel aus Freising, Dachau und Erding vor. „Damit wird der Hasenbestand, der sich erst kürzlich wieder erholt hatte, wohl wieder drastisch zurückgehen“, vermutet Gerhard von Hößlin.

Hunde nicht frei laufen lassen

Die Brucker Jägerschaft ist sensibilisiert und das Zusammenspiel zwischen Jagd und Landwirtschaft funktioniert. Mit der Verbreitung der Hasenpest sind auch die meisten Hundebesitzer im Sinne der Leinenführung einsichtig. „Dass es umgekehrt partiell zu einer Art Hunde-Freilauf-Tourismus in Ortschaften kommt, für die die Tularämie noch nicht offiziell bestätigt wurde, ist natürlich besonders naiv und ärgerlich gleichermaßen“, so der Sprecher Pöllmann zu dieser Entwicklung.

red

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