Moorrenaturierung im Haspelmoor

Das Moor ist wieder feucht

+
Moorexperten, Lokalpolitiker und der bayerische Forstminister Helmut Brunner (Dritter von rechts) machten sich ein Bild von der erfolgreichen Renaturierung des Haspelmoores.

Bei einer Besichtigungstour am 9. Oktober informierte sich der bayerische Forstminister Helmut Brunner persönlich über den erfolgreichen Schutz und die Renaturierung im Haspelmoor.

Hörbach – Experten präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse zum Zustand der Waldmoore in Bayern und gaben einen Ausblick auf geplante Aktivitäten. Als Teil des Bayerischen Biodiversitätsprogramms 2030 hat der Freistaat für die Renaturierung von Mooren im Staatswald seit 2005 rund 1,2 Millionen Euro investiert.

,,Rückblickend betrachtet hat die Gesellschaft Moore im Laufe der Zeit ganz unterschiedlich wahrgenommen: als ungewöhnliche Orte, die kühl, feucht, und furchteinflößend sind“, begann der Minister. 

Moore in früheren Zeiten ausgebeutet

Die Menschen hätten damals einen sehr nutzungsorientierten Blick auf die Landschaft gehabt und es ging in erster Linie darum, Moore als potentielle Produktionsfläche, als Rohstoffquelle für Brennstoff, Gartenbau oder für den Gesundheitsbereich auszubeuten. ,,Doch um Moore nutzen zu können, mussten sie immer entwässert werden, was diese krank werden oder sterben ließ“, fügte Helmut Brunner an. Ein wichtiges Anliegen der bayerischen Forstpolitik sei es deshalb, dass die Moore im Staatswald in einem möglichst naturgemäßen Zustand bleiben oder wieder zu dem gemacht werden, was sie einmal waren. Den Experten zufolge ist dank der Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

(AELF), dem Naturschutz und den Wissenschaften, sowie der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, das Haspelmoor heute ,,zu Ende renaturiert“.

Trockene Moorböden wieder vernässen

Ziel der Moorrenaturierung ist es, dass oberflächlich vererdete und unnatürlich trockene Moorböden durch Niederschlagsrückhaltung soweit wieder vernässen, damit eine funktionstüchtige Vegetationsschicht aus Sauergräsern und Moosen (im Niedermoor) oder aus Torfmoosen (im Hoch- und Übergangsmoor) gebildet werden kann. Robert Bocksberger, Leiter des zuständigen Forstbetriebs Landsberg, klärte über die Maßnahmen auf: ,,Moor-Entwässerungsgräben mussten wieder zugeschüttet und neue Stauwehre gebaut werden. Diese waren anfangs noch aus Holz, heute sind es dauerhafte Kunststoff-Spundwände, im Wert von bis zu 2.500 Euro“.

Seit 2010 rund 35.000 Euro investiert

Bisher wurden im Haspelmoor seit dem Jahr 2010 rund 35.000 Euro über sogenannte ,,Gemeinwohlleistungen im Staatswald“ investiert. Dass das renaturierte Haspelmoor nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch 80 Arten des ,,Moorartenkorbes Bayern“ beheimatet, sieht man an der hochgradig gefährdeten Arktischen Smaragdlibelle und dem Schwimmkäfer am Ufer des Haspelsees. Bei den Pflanzen hat man mit der Spirke eine seltene Kiefernart ausfindig machen können. Sie ist mit ihren dunkleren Nadeln und den kleinen Haken an den Zapfen erst auf den zweiten Blick von der Waldkiefer zu unterscheiden.

Nicole Burk

Auch interessant

Meistgelesen

CSU-Kreistagsfraktion hat neuen Sprecher
CSU-Kreistagsfraktion hat neuen Sprecher
Sportzentrum III nimmt weitere Hürde
Sportzentrum III nimmt weitere Hürde
Bürger haben sich für neue Straßennamen entschieden
Bürger haben sich für neue Straßennamen entschieden
Flüchtende Einbrecher festgenommen
Flüchtende Einbrecher festgenommen

Kommentare