Germeringer Feuerwehr blickt zurück

Tragischer Vorfall: Hausexplosion und erweiterter Suizid jähren sich am 20. Januar zum zehnten Mal

Feuerwehrleute versuchen einen Brand zu löschen.
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Etwa 400 Einsatzkräfte waren beteiligt, als ein Haus in der Frühlingstraße durch eine Detonation in die Luft flog und dabei zwei Menschen tötete.

Germering – Ein lauter Knall, und das mitten in der Nacht, ließ viele Anwohner aus ihren Betten aufschrecken. Das Bild, das sich den Feuerwehrleuten zeigte war dramatisch. Chaos, wohin das Auge blickte. Und, was zunächst noch unklar war: Waren die Anwohner des explodierten Hauses noch anwesend?

Am 20. Januar jährt sich zum zehnten Mal die Explosion eines Wohnhauses in der Unterpfaffenhofener Frühlingstraße. „Gegen 0.30 Uhr am 20. Januar 2011 alarmierte die Rettungsleitstelle zunächst die Feuerwehren aus Unterpfaffenhofen und Germering, aufgrund der ausgedehnten Lage wurden frühzeitig weitere Kräfte aus den umliegenden Feuerwehren hinzugezogen“, sagt Florian Ramsl, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Unterpfaffenhofen.

Eine Explosion brachte das Einfamilienhaus zum Einsturz und schleuderte Trümmerteile mehrere hundert Meter weit, der Zugverkehr wurde vorübergehend zwischen Germering und Gilching eingestellt, viele Fensterscheiben umliegender Häuser zersprangen aufgrund der Druckwelle.

„Im Verlauf des Einsatzes wurden die Trümmer durch die Einsatzkräfte von Hand abgetragen und zwischenzeitlich zum nahe gelegenen Volksfestplatz verbracht“, erzählt Ramsl. Die Häuser in direkter Umgebung des Explosionsortes mussten geräumt werden, weitere Explosionen wurden zunächst vermutet. Was zunächst unklar war, stellte sich im Laufe der Arbeiten heraus. Die beiden Bewohner des Hauses waren bei der Explosion verstorben und mussten durch die Feuerwehr geborgen werden.

Ursache am Anfang noch ungewiss

Die Ursache, die zur Explosion des Hauses in der Frühlingstraße führte, war jedoch anfangs ungewiss. Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck und Gutachter stellten am Unglücksort Spurenmaterial sicher, welches weitere Aufschlüsse zur Brandursache geben sollte. Ein Gasleck galt als unwahrscheinlich, da das Haus nicht an die Gasleitung, die durch die Straße führt, angeschlossen war. Bis zum Einsatzende gegen 13 Uhr waren knapp 400 Kräfte der Feuerwehr, des THW, der Polizei und verschiedener Rettungsdienste vor Ort.

Im Nachgang wurde klar, dass die Explosion absichtlich herbeigeführt wurde und der 88-jährige seine 84-jährige Frau mit in den Tod nahm. Das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern-Nord teilte daraufhin mit, dass der Mann in der Nacht zum 20. Januar in den Keller seines Hauses ging, einen Benzinkanister leerte, eine von drei Propangasflaschen aufdrehte und das explosive Gemisch anzündete. Über ein mögliches Mordmotiv wurde viel spekuliert, so galten Eheprobleme als wahrscheinlich.

red

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