Stadtkämmerin: "Wir werden auch heuer Probleme kriegen“

Angespannte Haushaltslage in Bruck

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Die Haushaltsberatungen für den Etat 2019 sind im vollen Gange

Die Ertragsentwicklung im Haushaltsjahr 2018 wird wahrscheinlich gerade noch planmäßig verlaufen – für 2019 weist der von Stadtkämmerin Susanne Moroff vorgelegte Ergebnishaushalt jedoch schon ein Defizit aus. Anfang Januar werden die Beratungen fortgesetzt.

Fürstenfeldbruck - Die Steuereinnahmen der Stadt sprudeln nicht wie erhofft. Im laufenden Jahr fallen die Gewerbesteuereinnahmen mit rund 16 Millionen Euro um drei Millionen niedriger aus als erwartet. Entsprechend vorsichtig kalkuliert Kämmerin Susanne Moroff auch für das Haushaltsjahr 2019 nur mit 16 Millionen Euro. Auffällig ist, dass eine relativ geringe Anzahl von Firmen den größten Anteil zum städtischen Gewerbesteueraufkommen beiträgt. Laut Moroff leisten aktuell zehn Firmen mehr als die Hälfte der gesamten Erträge. Besser sieht es bei den Beteiligungen an der Einkommenssteuer aus. 

Mit einem Defizit von rund 163.000 Euro in 2019 gerechnet

Hier rechnet die Kämmerin im nächsten Jahr mit 26,5 Millionen Euro gegenüber 25,1 Millionen in 2018. Rechnet man die anderen Steuereinnahmen wie etwa Grunderwerbssteuer oder den Kommunalanteil an der Umsatzsteuer hinzu, belaufen sich die Erträge durch Steuern und ähnliche Abgaben auf etwa 54,6 Millionen Euro. Mit Schlüsselzuweisungen, Leistungsentgelten und allen weiteren Einnahmen stehen auf der Habenseite insgesamt etwas mehr als 84 Millionen Euro. Dem stehen jedoch Ausgaben in etwa derselben Größenordnung gegenüber, wobei hier der größte Posten mit 23,6 Millionen Euro die Personalkosten sind. Unterm Strich rechnet Moroff in 2019 mit einem Defizit von 163.000 Euro. Da sich die Abschreibungen und Investitionen in den kommenden Jahren erhöhen werden, wird auch in Zukunft ein ausgeglichener Haushalt schwer zu realisieren sein. „Für die Jahre 2019 und 2020 wird kein Raum für zusätzliche Wünsche sein“, warnt die Stadtkämmerin. 

Keine Haushaltsansätze für die Sportanlagen am Fliegerhorst eingestellt

Walter Schwarz (SPD) bemängelte, dass keine Haushaltsansätze für die Sportanlagen am Fliegerhorst eingestellt wurden. Sobald die Bundeswehr voraussichtlich 2023 abzieht bräuchte man ein fertiges Nutzungskonzept. „In welchem Zustand sind die Anlagen, welcher Brucker Verein findet sich dort wieder? Das Hallenbad muss dann von uns in Betrieb genommen werden. Wir müssen uns schon jetzt damit auseinandersetzen“, fordert Schwarz. „Die Diskussion hätte schon längst stattfinden müssen.“ Der Finanzreferent verlangt, für Vorplanungen, Gutachten und Ähnlichem bis 2022 insgesamt 570.000 Euro bereitzustellen. Die SPD hat zu diesem Thema auch bereits einen Antrag gestellt, der aber noch nicht behandelt wurde. Für Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) sind dies dagegen „momentan noch Luftnummern“. Hierfür sei es „noch viel zu früh“. Außerdem könne man dafür auch Gelder nutzen, die für die Konversion des Fliegerhorstes ohnehin bereitgestellt sind. Auch Moroff rät dazu „besser vorhandene Mittel aufzuteilen beziehungsweise zu schieben. Wir werden auch heuer Probleme kriegen, den Haushalt genehmigt zu bekommen“, mahnt die Kämmerin mit Blick auf den Etat 2018, den die Kommunalaufsicht nur unter Auflagen genehmigte und die Gelder für das Sportzentrum III strich. 

Peter Fischer

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