Öffentliche Hege- und Naturschau 2014 der Jägerschaft im Landkreis FFB 

Jäger warnen vor Infektionsgefahren durch Wild für Mensch und Jagdhunde 

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 Gerhard v. Hößlin, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe FFB

Emmering – Für das abgelaufene Jagdjahr 2013/14 richtete  am 26. April 2014  die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck im Auftrag des Landratsamtes auch heuer wieder die öffentliche Hege-u. Naturschau aus. Fast 200 interessierte Jägerinnen und Jäger, sowie andere Naturliebhaber, Familien mit Kindern haben die Veranstaltung im Bürgerhaus Emmering besucht.

Rund 600 ausgestellte Rehgehörne und einige Keiler-Waffen ( Zähne des männlichen Schwarzwildes ) sowie weitere Wildschweinschädel und ein präparierter Biber konnten von den Besuchern bestaunt werden. Biber werden auf Antrag bei der Naturschutzbehörde nur dann zum Abschuss freigegeben wenn Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen oder Gebäuden eingetreten, bzw. vorhersehbar sind. Es werden jährlich mehrere Biber der Wildbahn entnommen, da deren Bestand enorm angestiegen ist und sich diese weit im Landkreis ausgebreitet haben Bei dieser Veranstaltung, die den Wildstand und seine Qualität wiederspiegelt, werden auch in Kurzreferaten maßgeblicher Personen im Jagdwesen wichtige Zahlen und Fakten transportiert, und so wurde in drei Stunden ein straffes Programm abgearbeitet. Gerhard von Hößlin, 1. Vorsitzender der KG FFB eröffnete die diesjährige Schau umrahmt von den Hörnerklängen der Landsberger Bläser. Eingangs referierte von Hößlin über den Landkreis sowie den Freizeitdruck welcher auf diesen hauptsächlich von der Großstadt München her ausgeübt wird, und das Jagen vielerorts recht erschwert. Ein Grußwort sprach der 2. Vorsitzende Hans Weiß aus Emmering, der als örtlicher Hegeringleiter gerne die Organisation dieser Veranstaltung in seiner Heimatgemeinde übernommen hatte. Hans Betz, Leiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt bedankte sich für die Ausrichtung bei den Verantwortlichen und verkündete in seinem Vortrag u.a. auch die Jagdstrecken des erlegten und überfahrenen Wildes:

Gold für die vier stärksten Böcke und den schwersten, sehr alten Keiler. 

Rehwild : 627 Schwarzwild: 358 Feldhasen: 198 Füchse: 501 Dachse: 116 Fasane: 57 Enten: 494 Graugänse: 44 Kanadagänse: 4 Des Weiteren ging Betz erneut auf das Procedere bei der Meldung von mit Cäsium belasteten Wildschweinen ein, und erklärte Schritt für Schritt den Behördenweg der zu Durchlaufen ist.

Im Anschluss sprach Kreisjagdberater Rainer Grüter über die Bewirtschaftung, Bejagung und Verhütung von Wildschäden beim Schwarzwild. Diese in unserem Landkreis seit gut zehn Jahren vorkommende Wildart stellt wegen seiner Intelligenz und Wanderfreudigkeit eine große Herausforderung für die Jäger und Landwirte da, resultierte Grüter. Nach stetigen Streckenanstieg bis auf 435 Stück im Jagdjahr 2012/13 ging in der abgelaufenen Saison die Strecke um etwa 18% zurück, und er empfahl jede Gelegenheit zur Erlegung ins besonders der Frischlinge wahrzunehmen um einen weiteren Anstieg der Population entgegen zu wirken. Der Kreisjagdberater besprach auch die stärksten im Landkreis erlegten männlichen

Stücke, die Medaille für den Lohn der Hege erhalten haben, so wurden 4 x Gold, 8 x Silber und 15 x Bronze beim Rehwild, sowie einmal Gold für Schwarzwild vergeben. Die stärksten Trophäen kamen aus folgenden Revieren:

Maisach : 436 g ( verendet aufgefunden ) Esting: 378 g Alling: 364 g Rottbach: 360 g Der stärkste Keiler kam aus dem Revier Puch und wog 132 kg und hatte 22 cm lange Hauer, und es wurde ihm ein Alter von etwa 7 bis 8 Jahre zugesprochen.

Dr. med.vet. Michael Mayer vom Gesundheitsministerium in München referierte über den momentanen Stand und Ausbreitungsgrad der Afrikanischen Schweinepest ( ASP ), der Aujeszkyschen Krankheit sowie der Tularämie. Die ASP, ähnlich jedoch eine aggressivere Art der Europäischen Schweinepest, kann bis sechs Jahre auch im gefrorenen Proben nachgewiesen und weiterhin ansteckend sein. Eine Gefahr für den Menschen besteht nicht, aber Wild- u. Hausschweinbestände müssen möglichst vor Infektion geschützt werden und er empfahl strickte Hygiene beim Umgang mit erlegtem Schwarzwild, falls die Seuche bei uns auftreten sollte. Dr. Mayer ging auch auf die aktuelle Problematik durch die Aujeszkysche Krankeit bei den Schweinen ein, welche bei Ansteckung von ( Jagd- ) Hunden in aller Regel tödlich verläuft. Bis jetzt seien nur wenige Hunde durch das Herpesvirus infiziert worden, aber es besteht eine latente Ansteckungsgefahr da mehrfach bei erlegten Wildschweinen die Krankheit nachgewiesen werden konnte, so Mayer. 

Abschließend referierte Dr. Mayer noch über eine hauptsächlich beim Hasen vorkommende Tularämie, eine auch für den Menschen gefährliche Krankheit, die vor kurzem an einem toten Hasen im Landkreis Dachau nachgewiesen werden konnte. Dr. Mayer empfahl, verendet aufgefundene Hasen nach Oberschleißheim zur Untersuchung zu bringen, ebenso aktiv beim Monitoring zur ASP mit Ablieferung entsprechender Blutproben die Veterinäre zu unterstützen. Gegen 17.00 Uhr erklangen von den Landsberger Jagdhornbläsern die Signale Reh tot, Schwarzwild tot, Fuchs und Hase sowie Flugwild tot, und Gerhard von Hößlin schloss offiziell die Hegeschau mit einem Waidmannsheil für die anstehende Bockjagd. 

Andreas Rauch

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