Help Liberia - Entwicklungshelfer mit Cap Anamur-Erfahrung hilft der Heimat seiner Ehefrau mit einem Verein im Landkreis FFB

Liberia-Unterstützer Thomas Böhner bei der Filmvorstellung „Zur Hölle mit dem Teufel – Frauen für ein freies Liberia“ im FFB-Buchenauer Mehrgenerationenhaus am Sulzbogen. Foto: Günter Schäftlein

Thomas Böhner, 51 , daheim in Egenhofen, sieht die Defizite im verhältnismäßig kleinen westafrikanischen Land Liberia konkret: 2005 hat er doch ein DreiviertelJahr als Entwicklungshelfer auf dem Gesundheitssektor (für Cap Anamur) verbracht. Der ausgebildete Rettungssanitäter und Krankenpfleger, seit 2007 mit seiner Liberianerin verheiratet, wirbt unermüdlich für ein nach 14 Bürgerkriegsjahren ausgeblutetes Land mit seinen Menschen.

Es war nahezu ein Geschenk des Himmels, dass mit dem Sturz des Diktators und Befehlshabers von Kindersoldaten aus dem Nachbarstaat Elfenbeinküste, Charles Taylor, 2003 der Weg frei gemacht wurde für die demokratische Wahl 2005 der bisher einzigen afrikanischen Präsidentin, Ellen Johnson Sirleaf. Sie wurde 2011 wiedergewählt, auch gegen einen bekannten, Mitbewerber. Thomas Böhner ist mit seiner Frau und der Verwandtschaft in Liberia– „die ich im übrigen noch gar nicht alle kenne …“- sehr stolz über den Friedensnobelpreis 2011, den die Landes-Chefin zusammen mit der Friedensaktivistin Leymah Gbowee am 7. Oktober in Oslo entgegennahm. Die Frauenbewegung „Women of Liberia Mass Action für Peace“ hatte sich in einer für afrikanische Verhältnisse einmaligen Ent- und Geschlossenheit gegen den seit 1989 mit äußerster Brutalität regierenden Taylor behauptet, ihn zur Verhandlungen in Nachbarländern gezwungen und letztendlich seine Absetzung und Flucht bewirkt. Dabei war es den Frauen auch nicht abwegig, mittels Sexstreik zu agieren. Thomas kommentiert diesen Sachverhalt mit „Zum ersten Mal kamen unter 55 afrikanischen Ländern die Frauen an die Macht!“ Für ihn war es ein ganz berührendes Filmereignis, den 60 Minuten-Streifen „ Zu Hölle mit dem Teufel – Frauen für ein freies Liberia“ im Münchner Völkerkundemuseum zu entdecken. Mitte Dezember wurde er von der von ihm 2009 gegründeten Organisation „Helf Liberia – Kpon Ma e.V.“ im Buchenauer Mehrgenerationenhaus des Stadtteilzentrums vorgeführt. Mit der ganzen Grausamkeit des Bürgerkrieges und der Kraft der Frauen im Kampf um die Existenz ihrer Familien. In einem Land, dass durch diesen 14jährigen Bürgerkrieg aus einer relativen Wohlhabenheit – dank reicher Bodenschätze, Kautschukplantagen und der Einnahmen aus Schifffahrtslizenzen – in die Zerstörung und allgemeine Verarmung gestürzt wurde, mit einer Arbeitslosenquote von rund 85%. Insbesondere die medizinische Versorgung ist heute noch ein Desaster. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei ca. 45 Jahren und die Kindersterblichkeit ist extrem hoch im regenreisten Land der Welt. Für Thomas Böhner bleibt es bis heute nicht nachvollziehbar, dass sich rund 250 humane Hilfsorganisationen schon kurz nach den ersten demokratischen Wahlen in Liberia zurückzogen, obwohl das Gesundheitssystem am Boden lag. Hier setzte er mit kleinsten Busch-Clinic-Gründungen auf abseits gelegenen Landstrichen an, dank der Hilfestellung deutscher Freunde und Förderer. Aber vor allem dank der von ihm vor Ort ausgebildeten ersten Helfer und dazu gewonnener Hebammen. Medikamente in Deutschland zu kaufen und nach Liberia einzufliegen wäre finanziell von der Organisation in Oberschweinbach nicht zu bewältigen. Man kauft sie bei einem Inder in der Hauptstadt Monrovia (1,0 Millionen Einw./2008), „denn sie kosten hier nur ein Zehntel, verglichen mit den Preisen in Deutschland.“ Liberia nach Äthiopien das älteste unabhängige Land Afrikas, von freigelassenen US-Sklaven 1822 gegründet und mit einer Verfassung von 1847, war nie europäische Kolonie. Thomas Böhner und seine Unterstützer sehen die Entwicklung des Landes nach den Jahren des Schreckens optimistisch: Es besteht aus „unzähligen privaten Kleinfarmern für Reis, Kakao, Kaffee, Bananen, Ananas, zu 85 Prozent aus Christen und 3,5 Millionen liebenswürdigen Menschen, die unsere Unterstützung brauchen.“ „Help Liberia – Kpon Ma e.V.,“, Verein für medizinische Hilfe in Liberia, Oberschweinbach, 1. Vors. Thomas Böhner, 82281 Egenhofen, Tel. 08145/995606, Mobil: 0176/85076216. E-Mail: Th.Boehner@web.de. Homepage: www.help-liberia.com

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