CSU-Neujahrsempfang in Alling 

Kath. Kirche sucht sich neuen Partner für Missbrauchs-Untersuchung 

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von links: Landrat Thomas Karmasin, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, Brucks Stadtrat Andreas Lohde, Weihbischof Wolfgang Bischof, Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, Allings Bürgermeister Frederik Röder, CSU-Kreisvorsitzende Frauenunion Gabriele Off-Nesselhauf

Alling – Die Vertrauenskrise, die die katholische Kirche nach Bekanntwerden der ersten sexuellen Missbrauchsfälle seit dem Jahre 2010 tief erschüttert, stellte der Weihbischof für die Region Süd im Erzbistum für München und Freising, Wolfgang Bischof, beim Neujahrsempfang der Allinger CSU am 9. Januar in den Mittelpunkt seiner Festansprache über „Herausforderungen an das Jahr 2013“.

 Allings CSU-Vorsitzender Johann Schröder begrüßte  neben den Bürgerinnen und Bürgern aus Alling, Biburg und Holzhausen mit der CSU-Landesgruppenvorsitzenden in Berlin, Gerda Hasselfeldt, dem Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet, sowie Landrat Thomas Karmasin und einigen Bürgermeistern aus den benachbarten Gemeinden zahlreiche Ehrengäste.  Er freue  sich aber auch, mit Bischof ein weiteres bekanntes Gesicht begrüßen zu dürfen, denn Bischof war während seiner Zeit als Pfarrer in Gröbenzell zugleich von 2005 bis 2008 als Pfarradministrator für Pfaffing-Biburg zuständig. 

Über die gesamte Dauer des Vortrags hätte man eine Stecknadel fallen hören, so interessiert lauschten die Zuhörer den Worten des Weihbischofs, als er darüber sprach wie das Vertrauen der Menschen in die Kirche, die Religion und in die Politik immer mehr verloren gehe. Ein ganzer Berufsstand sei unter Generalverdacht geraten, und die, die einen tadellosen Dienst leisten, leiden darunter, so Bischof, der auch auf die jüngste Entwicklung zu der Untersuchung der Missbrauchsfälle einging. Den Ausstieg der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Vertrag über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen begründete Bischof ebenfalls mit einem gestörten Vertrauensverhältnis zwischen den Direktor des Instituts, Christian Pfeiffer, und den deutschen Bischöfen. Eine konstruktive Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, sagte Bischof, die Deutsche Bischofskonferenz werde sich nach Aussage ihres Missbrauchsbeauftragten, des Trierer Bischof Stephan Ackermann, einen neuen Vertragspartner suchen. 


Weihbischof Wolfgang Bischof ist sich sicher, dass es einen Weg geben wird, „der es uns nicht schwer macht, in die Zukunft zu gehen“. Der von den deutschen Bischöfen initiierte Dialogprozess, um verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, werde dazu beitragen. Insgesamt haben sich aber auch die Werte in der Gesellschaft stark verändert. Die Menschen suchen nicht mehr Geborgenheit in den althergebrachten Vereinen, Gruppierungen und der Kirche, sondern von ihren Wohnzimmern aus bei Facebook oder in Chatrooms nach Gleichgesinnten. Auch die vielen Bürgerbegehren, Volksentscheide und die zurückgehenden Wahlbeteiligungen zeugen von Vertrauenskrisen. In der Stärkung der Familie und lebendiger Glaubensgruppierungen, in der „Glaube, Hoffnung und Liebe“ fester Bestandteil sind, sieht Bischof eine Chance, die christlichen Werte zu erhalten. Die Rückbesinnung auf die Werte von Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität führen zu einer Stärkung des Vertrauens. „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“, zitierte Bischof am Ende seiner Ausführungen die Präambel des Grundgesetzes und bezeichnete sie als Grundlage zur Erhaltung der Werte, ebenso wie die Gottes – und Nächstenliebe.  

Dieter Metzler 

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