Hilfe für eine "villa rustica"

OB Sepp Kellerer (Stiftungsratvorsitzender) (li.) und Reiner Heinrich (Mitglied des Stiftungsvorstands) (3.v.li.) bei der Scheckübergabe an Peter Wollein, Rolf Marquardt, Volker Goldbeck und Otto Meißner (alle Historischer Verein) (v.li.). Foto: Stadt FFB

Es ist eine gute Nachricht für den Historischen Verein Fürstenfeldbruck. Der Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat der Stadtstiftung Fürstenfeldbruck haben beschlossen, den Modell-Nachbau einer „villa rustica“ mit 1500 Euro zu unterstützen. Die Übergabe des Spendenschecks an den Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte des Historischen Vereins fand in der vergangenen Woche im Rathaus statt.

Überreste des römischen Gutshofs haben Archäologen vergangenen Sommer in der Hasenheide gefunden. Das Besondere an diesem Fund ist, dass es sich um einen vergleichsweise großen Umgangsbau aus Holz handelt. Die Anlage stammt aus der Frühphase der römischen Besiedelung des Alpenvorlandes. Experten datieren sie auf das 1. Jahrhundert nach Christus. Somit gehört sie zu den frühesten Bauten der Römer im Gebiet des Landkreises Fürstenfeldbruck. Hintergrund für die Holzbauweise ist, dass die Römer in dieser frühen Zeit noch keine Steinbrüche erschlossen hatten. Ferner war die Logistik noch nicht hinreichend entwickelt und es gab noch keine Ziegelwerke. Deshalb wurden selbst große Gebäude in Holzbauweise errichtet. Für die damalige Zeit eine bauliche Meisterleistung, was Größe, Statik und Beständigkeit des Gebäudes angeht. Die Funde deuten auf ein 20 mal 30 Meter großes Hauptgebäude hin. Viele Indizien sprechen zudem für eine durchgängige Veranda, die das Bauwerk mit einer Breite von drei Metern umgeben haben könnte. Experten gehen davon aus, dass zu der Anlage zusätzlich ein Nebengebäude, diverse Getreide- und Wirtschaftsräume, Brunnen, ein Badegebäude sowie eine Umgrenzung, die die Hofeinheit vom landwirtschaftlich genutzten Umland abtrennte, gehörten. Modell für Stadtmuseum Da es sich bei dieser Anlage um eine eher seltene Bauform handelt, wird sie als Modell in der Römerabteilung des Stadtmuseums Fürstenfeldbruck präsentiert. Die Präsentation verdeutlicht auch die besondere Rolle für die Siedlungsgeschichte des heutigen Stadtgebiets und des Gebiets des heutigen Landkreises Fürstenfeldbruck. Die Anfertigung des Modells wurde vom Historischen Verein organisiert. Die gesamten Kosten für die Anfertigung, Präsentation und eine eventuelle Dokumentation werden auf 8000 Euro geschätzt. Die Anfertigung des Modells hat unter anderem auch die Sparkassenstiftung Fürstenfeldbruck unterstützt.

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