Niedrige Pegelstände

Hitzeperiode setzt Flüssen zu

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Die Amper (Bild: Amperbrücke in Bruck) führte am 9. August kaum noch Wasser.

Des einen Freud, des anderen Leid: Während sich Eisverkäufer, Getränkehändler und Badegäste über die anhaltende Trockenphase freuen, beobachten die Fachleute des Wasserwirtschaftsamts München die derzeitige Entwicklung in unseren Gewässern mit einem kritischen und auch etwas sorgenvollen Auge – auch im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Landkreis - Den Flüssen, aber vor allem den kleineren Bächen macht mittlerweile die anhaltende Trockenheit zu schaffen. Alle Gewässer zeigen eine niedrige bis sehr niedrige Abflusssituation. Hinzu kommt, dass die große Hitze in vielen unserer Gewässer mittlerweile zu hohen Wassertemperaturen führt. Beide Faktoren, geringer Abfluss und hohe Wassertemperatur, bedingen eine extreme Belastung für die Lebewesen in den Gewässern. Insbesondere in Bächen mit ohnehin geringer Wasserführung, vielleicht noch mit Einleitungen aus Abwasseranlagen sinken die Sauerstoffgehalte bedenklich ab. Ein erstes Fischsterben wurde bereits gemeldet. Die Grundwasserstände liegen momentan unter Mittelwasser, so dass akute Probleme bisher nicht bekannt geworden sind. Es kommt daher noch zu keinen Engpässen bei der Wasserversorgung. Die Situation für das Grundwasser verschlechtert sich allerdings mit jedem Tag ohne ausgiebigen Niederschlag. Gebietsweise geht die Tendenz mittlerweile zu niedrigen bis sehr niedrigen Grundwasserständen.

Wasser sparsam verwenden und Entnahme reduzieren

Zusätzliche Stressfaktoren für die Gewässer sollten unbedingt vermieden werden. Jeder sollte auf eine sparsame Verwendung von Wasser achten und Wasserentnahmen möglichst reduzieren. Dies gilt sowohl für die Verwendung von Trinkwasser zum Gartengießen als auch für direkte Wasserentnahmen. Jegliche Wasserentnahme aus Gewässern stellt eine zusätzliche und verstärkende Gefährdung des Gewässerlebensraums dar. Die dort lebenden Tiere und Pflanzen sind auf ausreichend Wasser angewiesen. Bei anhaltender Trockenheit und niedrigen Wasserständen können bereits geringfü- gige Wasserentnahmen nachteilige Auswirkungen auf die Gewässerökologie, insbesondere in kleineren Gewässern, haben. Alle Anlieger an Gewässern werden daher gebeten, auf Wasserentnahmen aus Bä- chen und Flüssen zu verzichten. Die Bewässerung in der Landwirtschaft und den Gärten sollte nur in den Morgen- und Abendstunden erfolgen und auf den notwendigen Umfang beschränkt werden.

Freizeitgestaltung anpassen

Ganzjährig wird empfohlen, Regenwasser in Zisternen und Regentonnen zu sammeln. Auch die Erholungsnutzung sollte der aktuellen Situation angepasst und zum Schutz der Gewässerlebewesen bei Niedrigwasser auf Bootfahren ganz verzichtet werden. Über möglicherweise in Badeseen auftretende Blaualgenblüten, die zu einer Gesundheitsbeeinträchtigung führen können, informieren die Gesundheitsämter.

So sieht es derzeit im Landkreis aus

Aktuelle Situation im Landkreis Fürstenfeldbruck: Die beobachteten kleinen Fließgewässer im Landkreis weisen Temperaturen zwischen zwölf (Holzbach) bis 17 Grad Celsius (Starzelbach und Gröbenbach) auf. Die Abflüsse bewegen sich im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich. Die Amper hat mit sieben Kubikmeter pro Sekunde (7m³/s) ebenfalls eine sehr niedrige Wasserführung im Vergleich zum Mittelwasserabfluss von 23 Kubikmeter pro Sekunde (23m³/s) am Pegel Fürstenfeldbruck. Der Sauerstoffgehalt ist in den meisten Gewässern tagsüber noch gut bis zufriedenstellend. Lediglich bei einer Messung wurden nach einer Abwassereinleitung nur 5,9 Milligramm Sauerstoff je Liter ( 5,9 mg O2/l) gemessen. Fällt der Wert weiter, ist ein Fischsterben nicht mehr ausgeschlossen.

Auswirkungen im westlichen Landkreis stärker als im Östlichen

Im östlichen Landkreis wirkt sich das trockene Wetter noch gar nicht auf die Grundwasserstände aus, während im westlichen Landkreis die Messstellen niedrige Werte aufweisen. Informationen finden Interessierte im Internetangebot des Niedrigwasser-Informationsdienstes Bayern unter www.nid.bayern.de.

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