Hochbetrieb im neuen Sozialkaufhaus von Olching - Mit Ein-Euro-Jobbern und zehn Ehrenamtlichen

Einkauf im Schicki-miki: Dort treffen sich Kunden aus allen Schichten, jedoch erhalten Kunden mit Tafel-Ausweis eine bestimmte Anzahl von Waren kostenlos. Foto: priv

Wenn die Mitarbeiterinnen der Olchinger Sozialboutique „Schicki-miki“ am Dienstagmorgen die Tür zum Laden an der Hauptstraße 49 aufsperren, dann dauert es keine Viertelstunde, und es herrscht Gedränge zwischen den Kleiderständern. „Am Dienstag haben wir immer Hochbetrieb“, sagt Carina Kilz vom Verein Aufrechter Gang, der zusammen mit der OSD-Olchinger Sozialdienst gGmbH das Kleidergeschäft betreibt. Der Grund für diesen besonders großen Kundenandrang ist die hohe Zahl von Tafelkunden. In der Olchinger Tafel – nur einen Steinwurf von Schicki-miki entfernt – werden am Dienstagvormittag kostenlos Lebensmittel an nachweislich Bedürftige ausgegeben. Und unter denen hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass sich ein Abstecher zu Schicki-miki lohnt. Denn wer einen Tafelausweis vorlegen kann, erhält eine bestimmte Anzahl Waren kostenlos. „Bisher haben wir 42 Tafelkunden, und es werden ständig mehr“, sagt Carina Kilz. Auch der Anteil der Hartz-IV-Empfänger, die immerhin 20 Prozent Ermäßigung auf alle Einkäufe bekommen, steige stetig an.

Wer jetzt glaubt, Schicki-miki sei vor allem ein Laden für Menschen in finanzieller Not, der täuscht sich gewaltig. „Die Kundschaft kommt aus allen Altersklassen, und ist ganz bunt gemischt“, sagt Carina Kilz. Gut Betuchte stöbern genauso gerne zwischen den Regalen wie klassische Flohmarktbesucher oder Laufkunden, die aus Neugierde hereinschauen und mit einer „neuen“ Jacke oder Hose wieder herauskommen. „Die Kunden reagieren sehr positiv auf das Geschäft, die meisten sagen, dass so etwas in Olching gefehlt hat“, sagt Carina Kilz. „Andere wiederum loben das breit gefächerte Sortiment.“ Darüber freut sich die Geschäftsführerin der OSD-Olchinger Sozialdienst gGmbh, Birgit Westphal, sehr: „Wir wollten auf keinen Fall eine klassische Kleiderkammer, sondern ein Geschäft, in dem das Einkaufen Spaß macht. Dadurch, dass hier alle Menschen willkommen sind, braucht sich auch niemand zu schämen, den Laden zu betreten.“ Etwa 100 Kunden täglich kaufen bei Schicki-miki ein. Bedient werden sie von insgesamt zwei Ein-Euro-Jobbern und zehn Ehrenamtlichen. Sie sortieren auch die zahlreichen Kleiderspenden, die an manchen Tagen stündlich eingehen. „Die Bereitschaft zur Kleiderspende ist überwältigend“, sagt Carina Kilz. „Die Kleider, Schuhe, Textilien und Taschen sind mit wenigen Ausnahmen in einem sehr guten Zustand.“Schicki-miki ist von dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und an jedem ersten Samstag im Monat von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Zu dieser Zeit können auch Kleiderspenden abgegeben werden.

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