Hochsicherheitstrakt für Firmen-Akten - Hinter einem der größten Archivcenter Süddeutschlands in FFB steht der US-Konzern Iron Mountain

Mit dem US-Konzern Iron Mountain steht eines der größten Archivcenter Süddeutschlands seit nunmehr drei Jahren in der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Im Gewerbegebiet Hasenheide, in der Hugo-Junkers-Straße 4, schützen bayerische Unternehmen ihre Akten vor Datendiebstahl, der in Deutschland jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe verursacht. Aufgrund der großen Nachfrage nach hochsicherer Archivierung von Geschäftsdokumenten strebt der Dienstleister, der 14 Standorte in Deutschland unterhält, in naher Zukunft eine weitere Expansion an. Im Zuge dieses Ausbaus wird das zweite bayerische Lager in Markt Schwaben mit dem Archivcenter am Standort Bruck fusionieren.

Vor einigen Tagen lud das Unternehmen zu einem „Presse-Info-Tag“ ein. Matthias Welzbacher, Business Development Executive, und Dr. Rüdiger Madrak, Director Operations, standen Rede und Antwort und gewährten anschließend bei einem Rundgang einen Einblick hinter die Kulissen der sicheren Hallen-, Logistik- und Sicherheitsstandards. Die Kapazität im Brucker Archivcenter, das 45 Meter breit, 60 Meter lang und 19 Meter hoch ist, beträgt 450.000 Boxen, die in einem fünfgeschossigen Stahl-Regalsystem aufgereiht sind. Das entspricht 2,25 Millionen Akten oder einer Strecke von 180 Kilometern, wenn man sie nebeneinander aufreihen würde. Jede Box ist mit einem Barcode versehen, so dass die Einlagerung anonymisiert erfolgt. Die Identifizierung ist nur über den Computer möglich. „Die aktuelle Auslastung liegt bei 80 Prozent“, informierte Welzbacher. Zu den Kunden von Iron Mountain zählen u. a. große Versicherungen, Banken und Wirtschaftsprüfer, aber auch kleinere Handwerksbetriebe, Anwaltskanzleien oder Arztpraxen. Noch würden sich allerdings viele Unternehmen, sträuben, ihre Akten outzusourcen, berichtete Welzbacher. „Unser größter Konkurrent ist dann auch die In-House-Lösung“, meinte Welzbacher. Erst ca. 30 Prozent würden ihre Akten in „fremde Hände“ geben. Durch jede neue gesetzliche Dokumentationspflicht würde allerdings die Nachfrage nach einer sicheren Aufbewahrung steigen. Weltweit zählt der US-Konzern, der 1951 in einer ehemaligen Erzmine in den USA gegründet wurde, über 140.000 Kunden an 1.040 Standorten auf fünf Kontinenten in 39 Ländern. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen über 20.000 Mitarbeiter. Der Umsatz belief sich im Jahr 2009 auf drei Milliarden Euro. Der Umfang an Informationssicherung beträgt bei den Papierarchiven über 12 Millionen Kubikmeter, bei den Datenträgern 65 Millionen, über sechs Petabyte digitale Daten, über 2,5 Millionen PCs und über 21.000 Server. Seit 1999 bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen in Europa und in Deutschland an. In den 14 Standorten sind über 240 Mitarbeiter beschäftigt, die über 720 Kunden betreuen. In Fürstenfeldbruck arbeiten acht Mitarbeiter, und es werden ausschließlich Papier-Akten eingelagert. Erst wenn der geplante Neubau errichtet ist und das Archivcenter aus Markt Schwaben samt Mitarbeiter nach Fürstenfeldbruck umgezogen ist, ist auch die Lagerung von elektronischem Speichermaterial vorgesehen. Die Dienstleistung von Iron Mountain erstreckt sich aber nicht nur ausschließlich auf die Archivierung und sichere Aufbewahrung von Akten, sondern auch über eine schnelle Verfügbarkeit bis hin zur Vernichtung der Aktenunterlagen. Je nach Bedarf kann sich der Kunde seine Akten auch digitalisieren lassen. Und sozusagen rund um die Uhr können die Akten angefordert werden, informierte Welzbacher. Das Brucker Unternehmen verfügt zum Transport über zwei speziell gesicherte Transportfahrzeuge. Die Sicherheit spielt überhaupt eine große Rolle bei Iron Mountain. Nicht nur das ganze Gelände ist elektronisch abgesichert, und jeder Besucher muss eine strenge Zugangskontrolle über sich ergehen lassen, auch die Mitarbeiter werden vor der Einstellung einer umfangreichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Aber auch die eingelagerten Dokumente, für die Iron Mountain das Risiko trägt, müssen so eingelagert werden, ggf. über Jahre, dass sie keinen Schaden davontragen. So ist zum einen die Lagerhalle so konzipiert, dass die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur in der Halle stets konstant gehalten werden. Eine mehrfache Kontrolle am Tag wacht zusätzlich darüber.

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