Gemeinsam gegen Überschwemmungen

Hochwasserschutzkonzept vorgestellt: Sechs Rückhaltebecken sollen vor Wassermassen schützen

Am 19. Oktober übergaben der AmperVerband und die Planungsgemeinschaft die Ergebnisse der Studie an die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden.
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Am 19. Oktober übergaben der AmperVerband und die Planungsgemeinschaft die Ergebnisse der Studie an die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden.
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    VonMaximilian Geiger
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Landkreis Fürstenfeldbruck – Übertretende Flüsse, überflutete Straßen, weggerissene Brücken, zerstörte Häuser und Existenzen – die Bilder der Auswirkungen des Hochwassers besonders in Nordrhein-Westfalen im Juli diesen Jahres sitzen noch tief in den Knochen.

Um auf solche Naturkatastrophen vorbereitet zu sein, gab der AmperVerband bereits vor vier Jahren die Erarbeitung eines „Integralen Hochwasserschutzkonzeptes der Gewässer Ascherbach, Gröbenbach und Starzelbach“ in Auftrag. Immerhin seien bei einer Überflutung allein nahezu 2.000 Wohnhäuser und mehr als 2.500 Geschäftsgebäude betroffen.

Zuschlag bekam damals die Planungsgemeinschaft CDM Smith Consult und Arnold Consult, die nun am 19. Oktober ihre Konzeptergebnisse vorstellte. Anwesend waren die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden – Olching, Puchheim, Alling, Eichenau und Gröbenzell – und weiterer Bürgermeister, deren Gemeinden, wie etwa Germering, nicht unmittelbar betroffen seien, aber dennoch ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt hatten. Auch Allings Bürgermeister Stefan Joachimsthaler war als Vorsitzender des AmperVerbandes und der Bürgermeister von Gilching, Manfred Walter, als sein Stellvertreter zugegen.

Erster, wichtiger Schritt

„Unsere Studie ist ein erster wichtiger Schritt, um die Gemeinden im Landkreis künftig besser vor Hochwasser und Starkregen zu schützen“, erklärte Diplom-Ingenieur Heiko Nöll, der als Projektleiter mit dem Konzept betraut war. Die Studie zeigt auf, dass für einen größtmöglichen Schutz sechs Hochwasserrückhaltebecken bei Puchheim-Ort, Eichenau, Alling und Germering errichtet werden müssten. Hinzu kommen eine Überleitung vom Starzelbach in den Gröbenbach, Mauern mit einer maximalen Höhe zwischen 50 Zentimeter und einem Meter innerorts, zudem zwei Drosselbauwerke am Bahndamm der S4 und an der B2 bei Alling, denn „das Wasser der Bäche muss aufgehalten werden, bevor es sich ausbreiten kann“. Nöll machte klar, dass die sechs geplanten Hochwasserrückhaltebecken alternativlos seien.

In die Studie eingeflossen waren unter anderem die Maßnahmen, die für ein sogenanntes „Jahrhunderthochwasser“ ergriffen werden müssten, sprich bei einer Pegelhöhe, die statistisch gesehen einmal alle 100 Jahre erreicht oder überschritten wird, zudem war ein Aufschlag von 15 Prozent durch die Folgen des Klimawandels berücksichtigt worden.

Vier mögliche Varianten

Vier mögliche Varianten waren im Rahmen der Studie durchgespielt und miteinander verglichen worden, die Untere Naturschutzbehörde und auch das Wasserwirtschaftsamt in München standen hierbei beratend zur Seite. Für die einzelnen Varianten wurden Nutzen-Kosten-Berechnungen angestellt.

Entschieden hat man sich schließlich für eine Variante, deren Kosten sich laut Kalkulation auf rund 38 Millionen Euro belaufen werden, berichtete Nöll. Hierbei sei jedoch mit einer Förderung von bis zu 70 Prozent zu rechnen.

Die nun geplanten sechs Rückhaltebecken verfügen laut Nöll über ein Gesamtvolumen von etwa einer Millionen Kubikmeter. „Doch alle Maßnahmen funktionieren nur im Gesamtpaket“, stellt er klar.

Als Vorsitzender des AmperVerbandes betonte Joachimsthaler, dass das „Konzept eine gute Grundlage“ sei, man sich jedoch nicht darauf ausruhen dürfe, sondern die Maßnahmen weiter voranbringen müsse. Im Falle eines Hochwassers wolle er den Bürgern nicht erklären müssen, dass eine Studie erarbeitet worden, dieses „jedoch in der Schublade verschwunden“ sei, ohne weitere Maßnahmen ergriffen zu haben. Diese müssen nun zusammen umgesetzt werden. Hierfür strebe man die Gründung eines Zweckverbandes an, um sich untereinander abstimmen zu können.

Kontakt zu den Grundstückseigentümern als Schlüsselfaktor

In den Augen des Verbandsvorsitzenden sei der Kontakt zu den Eigentümern, auf deren Grundstücken, die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, der Schlüsselfaktor. Sie müsse man ins Boot holen. Zumeist handle es sich bei den Eigentümern, mit denen man bereits ersten Kontakt aufgenommen habe, um Landwirte. Deren Grundstücke seien ohnehin teilweise Felder, die im Falle eines Hochwassers überflutet würden. Eine Bewirtschaftung sei trotz einer Umsetzung der Maßnahmen weiterhin möglich, betonte Joachimsthaler.

Die koordinative Tätigkeit des AmperVerbandes endete mit der Übergabe der Studie an die beteiligten Kommunen am 19. Oktober.

Maximilian Geiger

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