Zugvorbesprechung - Gaudiwurm Olching

Niedrigere Dimensionen

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Johann Krämer, Vorsitzender des Komitees Faschingszug (stehend), appellierte an die Vernunft: Glasflaschen sind genauso verboten wie Alkohol für Minderjährige und die Musik sollte in mäßiger Lautstärke laufen.

Die Teilnehmer und Zuschauer des Olchinger Faschingszuges müssen sich auf die eine oder andere Neuerung einstellen. So gehören die Zeiten endlos hoher Wagen- aufbauten ab sofort der Vergangenheit an. Die Höhe ist nun auf vier Meter begrenzt.

Olching - Der traditionelle Umzug ist bis weit über die Grenzen Olchings hinaus bekannt und beliebt. Immer wieder übertreffen sich die Teilnehmer bei der Kreativität der Wagengestaltung. Allerdings müssen die Vereine dabei nun in niedrigeren Dimensionen denken. Grund dafür: Der Gaudiwurm riss vor allem im Bereich der S-Bahnunterführung in den letzten Jahren immer wieder ab, weil Aufbauten vor der Unterführung ab- und danach wieder aufgebaut werden mussten.

Lücken sind schlecht für die Sicherheit

„Das haben auch die Behörden und die Polizei moniert“, sagte Organisator Michael Maier bei der Zugvorbesprechung mit dem Komitee Faschingszug und den Teilnehmern. Lücken zwischen den einzelnen Gruppen sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch gefährlich, wie der ebenfalls anwesende Andreas Cherchi von der Olchinger Polizei erklärte: „Kinder könnten in die entstehenden Lücken laufen und dabei vor einer Zugmaschine landen.“

Neues Höchstmaß: vier Meter

Deshalb gilt ab sofort: Die Wagen dürfen nur noch vier Meter hoch sein. Weiterhin gültig sind die zuvor schon erlaubte maximale Breite von 2,55 Metern sowie Länge von 18,65 Metern. Wer eine der Maße überschreitet, muss eine Sondergenehmigung vom Landratsamt einholen – und wird die Olchinger Unterführung nicht passieren dürfen. „Die Wägen werden dann über die Bahnhofstraße abgeleitet“, sagte Maier.

Unvernünftige Zuschauer

Ein oft sogar furchteinflößendes Ärgernis für die Schlusswagen in den letzten Jahren waren unvernünftige Zuschauer. Diese drängten meist schon auf die Straße, obwohl der letzte Wagen noch gar nicht ganz vorbei war. „Wir wurden quasi regelrecht gestürmt“, sagte einer der Teilnehmer bei der Besprechung. Manchmal musste der Wagen sogar stehenbleiben, was wieder einen Abriss des Zugs zur Folge hatte.

Zusammenarbeit zwischen Security und Polizei

Cherchi verwies in diesem Zusammenhang auf die Securitykräfte am Rande des Gaudiwurms. Doch auf die werde oft nicht gehört, wie ein Teilnehmer erklärte. Maier regte an, an den neuralgischen Ständen die Zuschauer mit einem Flatterband von der Umzugsstrecke fernzuhalten. „In München funktioniert das“, sagte der Organisator. Cherchi erklärte außerdem, dass sich die Polizei mit den Veranstaltern und der Securityfirma besprechen werden, um eine Lösung zu finden.

Jeder Wagen bekommt vorab Nummer

Ebenfalls wird das wilde Aufstellen vor Umzugsbeginn künftig der Vergangenheit angehören. Ab sofort bekommen alle Teilnehmer nach ihrer Anmeldung per E-Mail eine Startnummer und ihre Aufstellzeit zugeteilt. „Zuletzt gab es da immer wieder Probleme wegen der Sonderwünsche der Teilnehmer kurz vor Beginn“, begründete Maier diese Maßnahme. Deshalb werden künftig die Startnummern auf die Straße geschrieben. Wer bis zur angegebenen Zeit nicht da ist, muss mit dem Ausschluss vom Umzug rechnen.

Laute Musik, zu viel Alkohol

Generell appellierte der Komitee-Vorsitzende Johann Krämer an die Vernunft der Teilnehmer. So hätten sich Eltern zuletzt auf Facebook über die oft zu laute Musik einzelner Wagen beschwert. Aber auch beim Umgang mit Alkohol solle man Vernunft walten lassen. „Wir sind froh, dass das Jugendamt noch kein komplettes Alkoholverbot ausgesprochen hat“, sagte Krämer. Dies solle auch so bleiben.

Glasflaschen verboten

Dazu sei es auch nötig, dass keine Glasflaschen von den Zugteilnehmern – sowohl Wagen wie auch Fußgruppen – mitgeführt werden, wie Maier ergänzte. Diese stellen eine Gefahr dar, weil sie vom Wagen fallen oder auf dem Boden zersplittern könnten. Stattdessen sollen die Getränke in Plastikflaschen oder Becher umgefüllt werden. „Wir wollen dieses Brauchtum am Leben erhalten“, sagte Maier über den beliebten Faschingsumzug. „Das fällt leichter, wenn sich alle an die Regeln halten.“ 

Andreas Daschner

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