Am Sulzbogen sollen nur Wohngebäude entstehen

Neuer Standort für Hort

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Hier passiert erst einmal nichts: die Baugrube Am Sulzbogen

Nach einer rund zweieinhalb stündigen Debatte beschloss der Brucker Stadtrat, den bisher im Erdgeschoss eines künftigen Wohnbauprojekts Am Sulzbogen geplanten Schülerhort auf das Areal der neuen Schule-West an der Cerveteristraße zu verlegen. Am Sulzbogen sollen nun in einem reinen Wohngebäude 18 statt der ursprünglich geplanten 13 Wohnungen entstehen.

Die Zeit drängt. Der neue Hort für Kinder der Richard-Higgins-Schule wird dringend benötigt und soll bereits im Herbst 2020 eröffnet werden. Durch die Verlagerung der Einrichtung auf das städtische Grundstück an der Cerveteristraße beim Montessori-Kinderhaus erhofft man sich, mit dem Bau möglichst schnell beginnen zu können, denn das ursprünglich geplante Vorhaben neben der Gnadenkirche - ebenfalls auf städtischem Grund - mit 13 geförderten Wohnungen und integriertem Hort im Erdgeschoss stockt. 

SPD, Grüne und die Partei und Frei pochen auf alten Stadtratsbeschluss

In einer hitzigen Debatte beharrten Befürworter und Gegner einer Ausgliederung des Horts auf ihren Positionen. CSU, FDP und Freie Wähler unterstützten OB Erich Raff (CSU), der das Vorhaben Am Sulzbogen letzten Sommer stoppte, nachdem die Kosten für das 5,2 Millionen teure Projekt aus dem Ruder zu laufen drohten. Sie argumentieren mit dem vorhandenen Zeitdruck sowie dem Gewinn zusätzlicher Wohnungen, die man im nun freiwerdenden Erdgeschoss errichten könne. SPD, Grüne und die Partei & Frei dagegen pochen auf den alten Stadtratsbeschluss und wollen das Projekt wie ursprünglich geplant möglichst schnell umsetzen. Für sie ist die Cerveteristraße der völlig falsche Standort. Zwar liegt der Hort von der Richard-Higgins-Schule nicht viel weiter entfernt als vom Sulzbogen, aufgrund des Schulsprengels wäre der Nachhauseweg für die Kinder jedoch wesentlich länger. Auch beeinträchtige das Gebäude die Planungen und den Bau der neuen Schule, die im rückwärtigen Teil des Geländes errichtet wird und über einen eigenen Hort verfügt. 

Plan ungskosten aus dem Fenster geworfen?

Vor allem aber seien 777.000 Euro Planungskosten, die man für das Vorhaben am Sulzbogen bisher ausgegeben habe, „zum Fenster herausgeworfen“, so Finanzreferent Walter Schwarz (SPD). Für den Bau des zweigruppigen Horts, der in Holzständerbauweise errichtet wird und bei Bedarf auch um eine weitere Etage aufgestockt werden kann, sind 2,25 Millionen Euro veranschlagt. Ausschlaggebend war letztlich das Votum der BBV-Fraktion, die in der Sache „hin- und hergerissen“, ist, wie Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) betonte und sich – wie schon in den drei Ausschusssitzungen zuvor, in denen das Thema ausgiebig behandelt wurde – mit ihrer Entscheidung schwer tat. 

Der Kompromiss

Etwa die Hälfte der BBV-Stadträte stimmte einer Trennung unter der Bedingung zu, dass unabhängig vom Hort mit dem Bau des Wohngebäudes am Sulzbogen in 2020 begonnen wird und die Wohnungen in städtischer Hand bleiben, so dass man auch langfristig über die Belegung der Sozialwohnungen selbst entscheiden könne. „Das ist für uns existentiell“, so BBV-Fraktionschef Tommy Beer. Diesem Kompromissvorschlag stimmte schließlich eine 24:17 Mehrheit zu. SPD, Grüne, BBV sowie Alexa Zierl (Die Partei & Frei) machen Raff für die Verzögerung Am Sulzbogen verantwortlich und warfen ihm vor, sich für das Projekt nicht genügend eingesetzt zu haben. 

Dritte Bürgermeisterin attackiert OB

Nur deshalb stünde man mit dem Hort jetzt unter Zeitdruck. „Nach der missglückten Ausschreibung hätte man zügig an einer Neuen arbeiten können und diese dann rasch auf den Weg bringen müssen“, attackierte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) den OB, „stattdessen sei lange nichts passiert.“ In dieser Zeit hätten sich die Kosten aufgrund der allgemeinen Baukostensteigerung derart erhöht, dass es keine akzeptablen Angebote mehr gab, die in dem vorgegebenen Finanzrahmen gelegen hätten. 

Peter Fischer

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