Vom Gespräch bis zur Trauerbegleitung

Hospizverein Germering als Helfer und Begleiter in schweren Zeiten

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Die Koordinatorinnen Julia Hoheisl (links) und Barbara Innerkofler (rechts) des Hospizdienstes Germering.

Germering - Herausforderungen sind Bestandteil des täglichen Lebens. Einige sind leichter zu bewältigen - andere bedürfen einer Unterstützung. So ist ein schwerstkranker Familienangehöriger oder Lebenspartner mit begrenzter Lebenserwartung eine gewaltige Herausforderung. Hier bietet der Hospizverein Germering Hilfen und Begleitung an.

Bei der Bewältigung einer schweren Erkrankung oder einer lebensbegrenzenden Situation tragen die Familienangehörigen die Hauptlast. Aber auch medizinische Fachkräfte wie Haus- und Palliativärzte, Experten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie Pflegekräfte helfen und unterstützen. Daneben können Hospizbegleiter eine große Hilfe in der schwierigen Lebenssituation sein. Im Zusammenhang mit der Erkrankung entsteht häufig eine Reihe von Problemen, die einer nicht ausschließlichen medizinischen Unterstützung bedürfen. Einerseits für die Schwerstkranken in Form von Gesprächen oder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, andererseits für die Angehörigen und Partner. Beim telefonischen oder persönlichen Erstkontakt mit dem Hospizverein Germering erfragen die dafür verantwortlichen Koordinatorinnen wichtige Informationen: wer ist die potentiell zu betreuende Person, wie sieht das Krankheitsbild aus, wie sind die äußeren Rahmenbedingungen? Weiterhin vereinbart die Koordinatorin einen Termin zum persönlichen Kennenlernen.

Wie läuft ein solcher Termin ab?

In dem dann stattfindenden Gespräch werden mit dem Erkrankten und Angehörigen weitere, für die Hospizbegleitung relevante Details besprochen. Der Gesprächsabschluss mündet in eine Vereinbarung, die den gewünschten Umfang der Begleitung festlegt. Im Anschluss daran sprechen die Koordinatorinnen aus der Gruppe der qualifizierten ehrenamtlichen Hospizbegleiter einen passenden Begleiter an. Faktoren wie zeitlicher Umfang, Rahmenbedingungen der Begleitung, Lebenserfahrung und vieles mehr sind maßgeblich für eine persönliche Entscheidung des Ehrenamtlichen zur Begleitung.

Hospizbegleiter und Koordinatorin führen gemeinsames Gespräch

Im nächsten Schritt führen der Patient und die Angehörigen sowie Hospizbegleiter und Koordinatorin ein gemeinsames Gespräch, in dem alle Beteiligten sich kennenlernen und die Wünsche des Betroffenen und Angehörigen nochmals angesprochen werden. Das anschließende Gespräch, um sich näher kennenzulernen, erfolgt in der Regel zwischen den zu begleitenden Personen und der Hospizbegleiter. Die Koordinatorinnen stehen im Hintergrund für eventuelle Fragen zur Verfügung oder wenn ein Hinzuziehen von den Beteiligten gewünscht wird. Für die Angehörigen ist die emotionale Belastung während der Krankheit meist sehr hoch. Im Falle des Ablebens eines geliebten Menschen kann zusätzlich das Gefühl der Einsamkeit hinzukommen. 

Jeder Trauerprozess ist anders

Um die Hinterbliebenen nicht alleine zu lassen, bietet der Hospizverein die Trauerbegleitung an. Jeder Trauerprozess ist anders und jede Trauer braucht Zeit: Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Sich-Aussprechen, Zeit, um Abschied zu nehmen, Zeit, um das Unabänderliche zu akzeptieren, Zeit, um neuen Lebensmut zu fassen. Mit verschiedenen Angeboten hilft die Trauerbegleitung bei den unterschiedlichen Bedürfnissen in der Trauer. Die Trauerbegleitung kann im Anschluss einer Hospizbegleitung, die immer mit einem Abschlussgespräch beendet wird, erfolgen. Der Trauernde entscheidet ob eine weitere Begleitung gewünscht wird und wenn ja in welcher Form. Sofern die Entscheidung für eine persönliche Trauerbegleitung fällt, wird auch hierfür ein passender Begleiter/In ausgewählt. Beide Beteiligte entscheiden gemeinsam, wie die Trauerbegleitung gestaltet werden soll. Dazu werden Einzelgespräche und Trauerspaziergänge angeboten. Einige Trauernde ziehen es vor in Gruppen mit Gleichgesinnten ihre Trauer zu verarbeiten. 

Hospizverein unterstützt auch während der Corona-Pandemie 

Dazu werden Formate wie die ‚offene Trauergruppe‘ oder das ‚Trauercafe‘, angeboten, die in regelmäßigen Zeitabständen stattfinden. Ein weiteres Angebot bildet der ‚Raum der Erinnerung‘ indem dem Trauernden bei leitender Moderation einer Trauerbegleiterin die Möglichkeit geboten wird des Verstorbenen zu gedenken. Eine Trauerbegleitung kann unabhängig von anderen Begleitungen in Anspruch genommen werden. Die Hospiz- und Trauerbegleitung des Hospizvereins Germering stehen jedem offen und sind kostenfrei. Auch während der Corona-Pandemie ist der Hospizverein Germering für schwerstkranke und sterbende Patienten und ihre Angehörigen da. Die Hospiz- und Trauerbegleiter bleiben in diesen schweren Zeiten mit Patienten und Trauernden telefonisch in Verbindung und bieten trotz der persönlichen Kontaktbeschränkungen weiterhin ihre Unterstützung und Hilfe an. 

Die Kontaktdaten lauten: info@ hospizverein-germering.de, Telefon: 089 17 10 29 55, Mobil: 0177 5 66 57 22 (Bereitschaftsdienst von Montag bis Sonntag). 

red

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