Anwohner haben seltsame Beobachtungen gemacht

Hühnerdiebe stehlen 110 Tiere aus Freigehege in Grafrath - wohl kein Einzelfall

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Vermissten eines Morgens 110 Hühner in ihrem Freigehege: Landwirt Thomas Mayr und seine Tochter Lilly (6).

Grafrath - Hühnerdiebe haben in Grafrath 110 Tiere aus einem Freigehege im Ortsteil Unteralting gestohlen. Landwirt Thomas Mayr warnt nun andere Tierbesitzer. Denn der Vorfall ist, wie er erfahren hat, kein Einzelfall.

Der wirtschaftliche Schade in Höhe von 1.100 Euro sei das eine. Aber Mayr (52) macht sich auch Gedanken über das Schicksal seiner Tiere. „Sitzen sie jetzt in einem viel zu engen Käfig? Oder sind die schon zu Frikassee verarbeitet?“ Er selbst achtet sehr auf das Tierwohl, hat ein großes Freigehege eingezäunt und einen mobilen Hühnerstall gekauft. In diesem lebten vor dem Vorfall mehr als 200 Tiere. Doch eines Tages erschien der Familie des Grafrather Landwirts die Zahl der Hühne seltsam gering. Mayr zählte nach und stellte fest: Nur noch 90 Tiere waren übrig. 25 Tiere lagen tot im Gehege. 

Täter haben wohl in der Nacht zugeschlagen

Doch dafür könnte nach Mayrs Ansicht auch ein Fuchs verantwortlich gewesen sein. Von weiteren 110 Tieren fehlt aber jede Spur. „Ich habe überall nachgeschaut, aber es waren nirgends Spuren zu sehen – keine Federn keine weiteren toten Tiere“, berichtet der Grafrather. Er glaubt deshalb nicht an einen Fuchsüberfall, zumal die Anwohner beim Gehege seltsame Beobachtungen gemacht haben. „Die Nachbarn haben erzählt, dass sie zweimal einen schwarzen Sprinter gesehen haben.“ Die Insassen seien zum Stall gegangen, aber ohne Hühner zurückgekommen. Mayr vermutet, dass diese Personen das Gelände ausgekundschaftet haben. Zugeschlagen haben sie dann wohl in der Nacht, da sonst die Hühner ordentlich Radau gemacht hätten. Doch im Dunkeln würden die Hühner ganz still sein und einfach nur herumsitzen. „Man kann sie dann einfach aufheben und wegtragen“, erzählt Mayr. 110 Hühner – darunter auch Gockel Konstantin, den die Mayrs seit acht Jahren haben – haben die Diebe auf diese Weise wohl geklaut. „Das hat bestimmt einige Zeit gedauert“, sagt Mayr. Mitbekommen hat aber niemand etwas. Mayr schaltete die Polizei ein. 

Stall wird zukünftig videoüberwacht

Die Beamten hätten ihm dazu geraten, den Fall publik zu machen. Über die sozialen Medien erfuhr der Grafrather dann, dass der Diebstahl aus seinem Gehege kein Einzelfall ist. „Ich bekam binnen kürzestem acht Rückmeldungen aus ganz Deutschland über ähnliche Fälle“, sagt er. Manchmal würde es nicht beim Diebstahl bleiben: Hühnerställe würden angezündet, oder aber die Tiere würden enthauptet und einfach liegen gelassen. Mayr hat inzwischen 160 neue Hühner gekauft. Damit diesen nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie den Vorgängern, wird Mayr seinen Stall und sein Gehege nun mit einer Kamera überwachen. „Man fragt sich schon, wer in unserer Gesellschaft alles unterwegs ist“, sagt der Grafrather. Er rät anderen Tierbesitzern deshalb auch, gut auf ihre Ställe aufzupassen. 

Andreas Daschner

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