Informationsveranstaltung mit Bürgermeister

Ideen für Maisacher Fliegerhorstgelände: Statt Trabrennbahn neue Heimat für Sportverein geplant

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl bei Informations-Veranstaltung zur Entwicklung im Maisacher Süden
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Bürgermeister Hans Seidl informierte über die Überlegungen der Gemeinde zur weiteren Entwicklung im Maisacher Süden.
  • Dieter Metzler
    VonDieter Metzler
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Maisach – Bürgermeister Hans Seidl (CSU) stellte unter strengen Hygieneauflagen in der Turnhalle der Grundschule am 9. Juni erstmals den Maisacher Bürgern öffentlich die weiteren Überlegungen zur Entwicklung auf dem Brucker Fliegerhorstgelände vor, soweit sie den Maisacher Flur betreffen.

Nachdem der Münchner Trabrenn- und Zuchtverein (MTZV) mit seiner Trabrennbahn nicht von München nach Maisach umzieht, möchte die Gemeinde auf dem Gelände dem SC Maisach eine neue Heimat geben. Bei der Info-Veranstaltung erfuhren die 70 erschienenen Bürger, dass auch noch genügend Platz für ein neues Freibad und eine weitere Schule wäre.

Gründstückstausch macht‘s möglich

Dazu möchte die Gemeinde mit der Unternehmensgruppe Karl aus dem niederbayerischen Hengersberg, einen Grundstückstausch vornehmen. Die Karl-Gruppe verfügt im Nordbereich des Militärflugplatzes über ein 82.000 Quadratmeter großes Grundstück, das sie vom Bundesamt für Immobilien erworben hat. Aufgrund des bestehenden Bebauungsplans ist das Gelände aber nur für den Bau einer Trabrennbahn beziehungsweise einer pferdeverwandten Nutzung vorgesehen. Nachdem Anfang 2019 rechtlich gesichert war, dass die Traber nicht auf das vorgesehene Areal umziehen werden, besteht für Maisach die Chance, nach jahrzehntelangem Bestreben, den Ort in Richtung Süden auszudehnen. Nach Zustimmung des Gemeinderates ging die Gemeinde auf die Karl-Gruppe zu, um einen möglichen Tausch einer Teilfläche außerhalb der schützenswerten Naturflächen mit dem Areal, auf dem der Maisacher Sportverein beheimatet ist, auszuloten.

Von einem „großen und gemeinsamen Kraftakt“ war da im vergangenen Dezember im Gemeinderat die Rede. Gottfried Obermair, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FW) sagte die „volle Unterstützung“ zu, die SPD steht nach Aussage von Peter Aust ebenso hinter den Plänen, während die Grünen-Fraktion die Sorge hat, dass durch einen Umzug des Sportvereins und der Verlegung des Freibads zu viel Fläche verbraucht werde.

Zusätzlich Schule und Freibad möglich

Die derzeitige Verhandlungsbasis sieht vor, dass das 25.000 Quadratmeter große, alte Vereinsgelände des SCM an die Karl-Gruppe fällt, die dort Wohnungen errichtet. Im Gegenzug erhält die Gemeinde die 82.000 Quadratmeter große Fläche, auf der die neue Sportanlage für den SC Maisach (35.000 Quadratmeter), eventuell eine neue Grundschule / weiterführende Schule (20.000 Quadratmeter) und die mögliche Verlagerung des Freibads oder andere Zukunftsaufgaben (27.000 Quadratmeter) entstehen.

Der Bürgermeister machte bei der Info-Veranstaltung die grundsätzlichen Verhandlungspositionen deutlich. So hat der mögliche Investor neben dem Flächentausch die komplette Bestandsportanlage auf dem neuen Gelände nach den Bau- und Genehmigungsvorschriften zum Zeitpunkt der Umsetzung inklusive Erschließung und erforderlicher Parkplatzanlage zu errichten.

Dem SC Maisach dürfen durch die Verlagerung keine Kosten entstehen. Zusätzliche Maßnahmen und Erweiterungen von Sportangeboten müssen nach den Richtlinien der gemeindlichen Sportförderung finanziert werden. Der mögliche Investor muss den durch die Bebauung ausgelösten Infrastrukturbedarf finanziell oder durch erforderliche Maßnahmen ausgleichen.

Grober Zeitplan

Vorausgesetzt es geht alles problemlos seinen Gang, dann könnten heuer noch die Tauschgrundlagen konkret ermittelt, die Bebaubarkeit des alten Sportgeländes und des Trabergeländes geklärt, die möglichen infrastrukturellen Auswirkungen ermittelt sowie die Vertragsentwürfe gefertigt werden. 2022 könnte der Vertragsabschluss erfolgen und das Bebauungsplanverfahren eröffnet werden. Erfahrungsgemäß finden mindestens zwei öffentliche Beteiligungen sowie die Abwägung privater und öffentlicher Belange statt. Ende 2024 könnte mit den Bau der neuen Sportanlage begonnen werden, die etwa zwei Jahre andauert. Ende 2026 könnte mit der Wohnbebauung (Bauzeit je nach Bauabschnitten 2026-2028/29) auf dem alten Sportgelände begonnen werden, je nach Nutzungsaufnahme des neuen Sportgeländes.

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