Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit   – Nur die Hälfte der Ärzte informiert umfassend über IGeL-Leistungen

Jeder fünfte Patient soll Zusatzbehandlung selbst zahlen 

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Über die Vor- und Nachteile der "individuellen Gesundheitsleistungen" IGeL informierte nur die Hälfte der Ärzte umfassend lt. einer repräsentativen Forsa-Umfrage. 

Fürstenfeldbruck –  Es ist fast wie beim Einkaufen: Darf es etwas mehr sein? Jedem fünften Patienten in Bayern wurde im vergangenen Jahr beim Arztbesuch eine Zusatzbehandlung angeboten, die selbst gezahlt werden sollte. Im Bundesvergleich werden sie bayerischen Patienten seltener angeboten. Über die Vor- und Nachteile der „individuellen Gesundheitsleistungen“ (IGeL) informierte nur die Hälfte der Mediziner. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage.   

Diese Umfrage wurde im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt.  Fast zwei Drittel der Befragten erwarten eine bessere Beratung. 65 Prozent halten es für „sehr wichtig“, dass Patienten verständlich und auch mündlich über selbst zu zahlende Behandlungskosten aufgeklärt werden.

Laut Umfrage der DAK-Gesundheit wurden 21 Prozent aller Patienten in Bayern im vergangenen Jahr von ihrem Arzt ein- oder mehrmals „IGeL-Leistungen“ angeboten, die sie selbst bezahlen müssen. Im Bundesdurchschnitt waren es 26 Prozent. Die Angebote erhielten deutlich mehr Frauen als Männer. 31 Prozent derer, denen eine „IGeL-Leistung“ angeboten wurde, lehnten diese ab. Grund: Die Patienten konnten in den meisten Fällen den medizinischen Nutzen nicht erkennen.  Nur die Hälfte der Befragten wurde umfassend über die Vor- und Nachteile der selbst zu zahlenden Zusatzbehandlungen informiert. „Bei der Aufklärung über die Vor- und Nachteile von IGeL-Leistungen gibt es deutliche Defizite“, sagt Elmar Denzel von der DAK-Gesundheit, Fürstenfeldbruck. „Problematisch wird es, wenn die Patienten plötzlich Zusatzleistungen aus eigener Tasche zahlen sollen, aber vorher nicht richtig aufgeklärt werden.“

Laut Umfrage bleiben auch in Zeiten von Internet und Ratgeberseiten die Mediziner erster Ansprechpartner bei einer Krankheit. So informieren sich bundesweit 87 Prozent der Patienten normalerweise beim Arzt. Als Ratgeber folgen persönliche Gespräche mit Verwandten oder Freunden (64 Prozent) und Expertenseiten im Internet (58 Prozent). Selbsthilfegruppen und Verbraucherschutzorganisationen befragen 13 Prozent der Betroffenen.

Jede Leistung, die der Arzt zusätzlich als Privatleistung anbietet, sollten sich Patienten genau erklären lassen. „Befragen Sie den Arzt zu Nutzen, Risiken und Kosten und warum die Leistung keine Kassenleistung ist“, empfiehlt Denzel. Wichtig sei auch, sich Bedenkzeit zu erbitten und sich zunächst zu informieren. IGeL-Leistungen sind normalerweise nicht dringend.

 Beispielsweise auf der Internet-Seite www.igel-monitor.de  ist unter "IGeL A-Z" eine Übersicht über alle bisher bewerteten IGeL-Leistungen aufgeführt.  Denzel: „Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag erstellen, der den genauen Rahmen der Leistung und die damit verbundenen Kosten enthält.“

Für die repräsentative DAK-Studie zum Thema Patientenrechte befragte das Meinungsforschungsinstitut „Forsa“ vom 18. bis 21. Februar 2013 bundesweit 1.001 Männer und Frauen ab 18 Jahre.

redkb 

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