IHK-Diskussion mit Bundestagskandidaten

Ganz große Koalition

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Die Diskussionsrunde im Odelzhauser Schloss (von links): der Dachauer IHK-Chef Peter Fink, Michael Schrodi (SPD), Katrin Staffler (CSU), Andreas Schwarzer (FDP) sowie der stellvertretende Brucker IHK-Vorsitzende Gerhard Kohlfürst.

Bei einer IHK-Diskussionsrunde treffen die Bundestagskandidaten von SPD, FDP und CSU aufeinander – und vermeiden Streit.

Odelzhausen/Landkreis – Dieser Bundestags-Wahlkampf wird kein heißer sein. Das zumindest ist der Eindruck nach einem Aufeinandertreffen der Bewerber für das Direktmandat im Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck Katrin Staffler (CSU), Michael Schrodi (SPD) und Andreas Schwarzer (FDP). Das Trio hatte sich auf Einladung der beiden IHK-Regionalausschüsse Dachau und Fürstenfeldbruck in der Odelzhausener Schlosswirtschaft eingefunden, um sich den Fragen der Unternehmer zu stellen. Richtiger Streit kam indes nicht auf: Die drei bildeten eher eine ganz große Koalition.

Schwarzer als Befürworter von Gesetzesinitiativen

Das Anliegen der Firmenchefs war klar: Weniger Staat, flexiblere Gesetze. Zum Beispiel in Arbeitszeit-Fragen. Die Odelzhausener Busunternehmerin Katharina Merk brachte es auf den Punkt: „Pfuscht uns nicht immer hinein.“

Eigentlich eine Steilvorlage für den Liberalen Schwarzer. Doch der erwies sich überraschenderweise als Befürworter einiger Berliner Gesetzesinitiativen: Schwarzer hält zum Beispiel den Mindestlohn für richtig und lehnt die Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten für Minijobber, die unter anderem der Fürstenfelder Gastronom Gerhard Kohlfürst erhoben hatte, mit dem Argument ab: „Das würde Tür und Tor für Betrügereien öffnen.“ Schwarzer ist ein Jurist, ein Strafrechtler. 

Staffler in der Oppositionsrolle

Staffler und Schrodi fassten sich mit Samthandschuhen an. Das mag ihren Persönlichkeiten geschuldet sein, aber vielleicht auch der Tatsache, dass sich beide als Repräsentanten der Berliner Regierung verstehen. Der SPD-Mann noch mehr als die CSU-Frau. Letztere nahm zuweilen auch die Oppositionsrolle ein – ein klassischer CSU-Schachzug. So befand sie: „Wir haben die höchsten Steuereinnahmen seit Menschengedenken. Damit muss man auch einmal auskommen.“ Zur Erinnerung: Der Bundesfinanzminister heißt Wolfgang Schäuble und ist ein Unionsmann. Wobei es Staffler wohl eher um die Steuerpläne der SPD ging. Schrodi konterte mit dem „Investitionsstau“, der Deutschland hemme, ob im Wohnungsbau, beim ÖPNV oder in der Bildung – der Sozialdemokrat ist Lehrer am Brucker Viscardi-Gymnasium. 

Auffällig bei der Diskussion: Schrodi wollte politisch punkten, Staffler vornehmlich Angriffsflächen vermeiden. Ganz im Stile von Angela Merkel. Klar, denn wenn die CSU-Kandidatin den Wahlkampf fehlerfrei übersteht, dürfte ihr der Bundestagssitz, den Gerda Hasselfeldt 30 Jahre inne hatte, kaum zu nehmen sein. Schwarzer konnte (oder wollte) die beiden nicht herausfordern. Die FDP will schließlich auch wieder regieren. Die IHK hatte auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Beate Walter-Rosenheimer (die über die Liste ins Parlament einzog), eingeladen. Die Germeringerin sagte jedoch aus Termingründen ab.

Horst Kramer

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