Der Landkreis auf Erfolgskurs

Konkurrenzkampf behindert nur

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Gastgeber Friedrich Georg Streifeneder, Geschäftsführer der Streifeneder ortho.production GmbH, Claudia Schlebach, IHK für München und Oberbayern, Michael Steinbauer, Vorsitzender IHK-Gremium DAH-FFB (v.l.).

Emmering – Den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck geht es wirtschaftlich gut. Beide Landkreise werden ihre Erfolgsgeschichte auch in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen. Diese Prognose wagte Claudia Schlebach, Referatsleiterin Mittelstand, Handel, Tourismus und Dienstleistungen bei der IHK.

Aufgrund des Wachstums an Bewohnern und Arbeitsplätzen müssen dazu allerdings der Wohnungsbau und vor allem die Verkehrsinfrastruktur verbessert werden.

Die IHK-Expertin berichtete bei der zweiten Jahres-Sitzung des IHK-Gremiums Dachau-Fürstenfeldbruck am 25. Juni im Schulungszentrum der Firma Streifeneder in Emmering dabei über die Ergebnisse der IHK-Studie „Wachstumsdruck erfolgreich managen“ sowie über die vom Arbeitskreis der Wachstums-Studie ausgesprochenen Empfehlungen. 

So prognostiziert die Studie für die beiden Landkreise bis 2031 einen Bevölkerungszuwachs von sieben bis acht Prozent (DAH: ein plus von 11.667 Personen auf 152.800 Einwohner, FFB: ein plus von 15.284 Personen auf 223.600 Einwohner). Der Großraum München und damit auch die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck werden bis 2030 um rund 260.000 Einwohner zunehmen, so Schlebach. Das sei ein Zuwachs in der Größenordnung einer Stadt wie Augsburg. Insbesondere der Wohn- und Immobilienmarkt stehe unter Druck. Schon jetzt zeige die Preisentwicklung bei Mieten und Wohnungseigentum, dass eine Knappheit besteht. Die Kaufpreise haben sich von 2008 bis 2012 in der Region unterschiedlich entwickelt. Die Spannweite der Preissteigerungen reicht von stabilen Preisen bis zu einem Anstieg von 32 Prozent. 

Ähnlich differiert die Mietpreisentwicklung. Während in manchen Gemeinden die Mieten bis um acht Prozent sanken, kletterten sie in anderen Gemeinden um 20 Prozent in die Höhe. „Die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck zehren noch immer von der S-Bahn- und Straßenanbindung, die 1972 für die Olympischen Spiele in München gebaut wurden“, kritisierte die IHK-Expertin den Stillstand bei der Verkehrsanbindung. Wegen zunehmender Pendlerzahlen müsse die Infrastruktur dringend ausgebaut werden, sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch bei den Straßen. Mehr als 33.400 Arbeitnehmer pendeln arbeitstäglich aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck in die Landeshauptstadt, aus dem Landkreis Dachau sind es 14.300. Zugleich pendeln 5.700 aus der Landeshauptstadt in den Landkreis FFB, 6.100 in den Landkreis Dachau. Ungelöste Verkehrsprobleme limitieren zukünftiges Wachstum, deshalb seien ein gesamträumliches Denken und die Bündelung von Synergien erforderlich, wobei die Bevölkerung in die Überlegungen mit einbezogen werden sollte. Man müsse der Bevölkerung die Notwendigkeit erklären und die Vorteile aufzeigen, so Schlebach. 

In der regionalen Planungspolitik sei dringend ein Ende des Kirchturmdenkens notwendig. Der Konkurrenzkampf zwischen den Münchner Umlandkommunen behindere die Entwicklung der Region, so die IHK-Expertin. Aber auch die Landeshauptstadt müsse den Dialog mit dem Umland auf Augenhöhe führen. 

Eingangs der Sitzung stellte der gastgebende Geschäftsführer Friedrich Georg Streifeneder das familiengeführte Unternehmen vor. Im Jahre 1928 in Mannheim ursprünglich zur prothetischen Versorgung von Kriegsversehrten gegründet, hat sich die Streifeneder-Gruppe im Laufe der Jahrzehnte als orthopädisches Produktions- Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen sowie zugleich als Reha-Versorger und Anbieter von Sanitätsartikeln entwickelt. Die Firma unterhält vier orthopädische Werkstätten in München, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz, zehn Sanitätshäuser in München, Fürstenfeldbruck, Dachau, Starnberg, Landsberg, Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen. Im Firmenhauptsitz in Emmering sind 150 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit 615 (dazu 42 Auszubildende). Heute zählt die Streifeneder KG zu den großen Versorgern und Fachhändlern für Gesundheitsprodukte in der Region und die Streifeneder GmbH weltweit durch den Export in mehr als 100 Länder zum Global Player.

Dieter Metzler

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