Bereits 600 Hunde-Welpen hat der bayerische Tierschutzverein im ersten Halbjahr 2014 gerettet

Stafford-Mischling aus illegalem Tiertransport für immer im Brucker Tierheim

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Inge Maier mit dem von der Polizei beschlagnahmten Stafford-Mischling, der für immer im Tierheim bleiben muss, da seine Haltung in Bayern verboten ist.

Fürstenfeldbruck – Bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn hat die bayerische Polizei wieder einmal einen illegalen Hundetransport gestoppt. Diesmal entdeckten die Beamten 78 Hundewelpen, die auf engstem Raum zusammengepfercht im Kofferraum lagen. „Das Problem besteht schon länger“, bestätigt Inge Maier vom Brucker Tierheim „Oase für Viecherl“ die illegalen Tiertransporte von Hundewelpen.

Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt wurde das Ehepaar Inge und Karl-Heinz Maier für ihr jahrzehntelanges Engagement im Tierschutzverein vom scheidenden OB Sepp Kellerer geehrt.

 „Bereits 600 Welpen hat der bayerische Tierschutzverein im ersten Halbjahr 2014 gerettet, das sind so viele wie im gesamten Jahr 2013“, berichtet der tierschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Herbert Woerlein. Die Tierheime im Freistaat stehen vor großen wirtschaftlichen Problemen, auch weil immer mehr ausgesetzte und hilflose Tiere abgegeben werden." Inge Maier vom Brucker Tierheim: „Wenn die Welpen Glück haben, werden sie von der Polizei entdeckt und werden in Tierheimen untergebracht. Wenn nicht, dann werden sie durchgeschleust durch Deutschland und meistens nach Belgien transportiert und dort verkauft.“

 Die Hundewelpen können sich glücklich schätzen, wenn sie entdeckt werden, meinte die Leiterin des Tierheims in der Zellhofstraße weiter. „In bayerischen Tierheimen geht es ihnen gut und sie werden auch gut weitervermittelt.“ Das Brucker Tierheim muss keine Hundewelpen aus illegalen Transporten aufnehmen. Dafür sind vornehmlich die Tierheime in Nürnberg und München vorgesehen, informiert Maier, die sich seit 1977 zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz im Tierschutzverein Fürstenfeldbruck engagiert. Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Kreisstadt wurde das Ehepaar, das sich seit 37 Jahren ehrenamtlich für den Tierschutz einsetzt und seit der Übernahme des Tierheims vor 34 Jahren auf jeglichen Urlaub verzichtet hat, besonders geehrt. 

Derzeit beherbergt das Brucker Tierheim zehn Hunde, 25 Hasen, zwei Meerschweinchen, 30 Vögel, ein Chinchilla, drei Schildkröten und vier Frettchen. 25 Katzen sind ausgelagert in der Katzenpflegestelle in Geltendorf. „Dazu betreuen wir noch viele Siebenschläfer, die hier irgendwann mal eingezogen sind“, berichtet Maier, die rundum zufrieden ist mit der Arbeit.  Sie ist für die Betreuung und Versorgung der Tiere zuständig und nimmt als Leiterin auch die Büroarbeiten sowie das Amt des Kassenwarts wahr. Ihr Mann ist seit neun Jahren der erste Vorsitzende des Tierschutzvereins, nachdem er zuvor 25 Jahre lang als Vize fungierte. 

Für das Tierheim, das sich auf Initiative des Ehepaares seit 1980 hinter dem Kloster Fürstenfeld befindet, erledigt Maier alle anfallenden Fahrten sowie das Einsammeln von Futterspenden aus den Spendenboxen in Geschäften im Landkreis. Darüber hinaus übernimmt er alle anfallenden körperlich schweren, handwerklichen und gärtnerischen Arbeiten. Auch gemeldete Fundhunde oder Streuner werden von Maier persönlich abgeholt, versorgt und im Tierheim untergebracht. Drei der zehn Hunde im Tierheim sind durch die Polizei beschlagnahmte Vierbeiner, berichtete Inge Maier, der Rest ganz normale „Findlinge“. „Steffi“, ein Stafford-Mischling, ist so eine Hündin, die vor einem Jahr im Landkreis beschlagnahmt wurde. Sie zählt zu den Kampfhunden erster Kategorie. „Die Haltung ist in Bayern verboten“, sagte Maier. „Sie ist zwar eine ganz Liebe, kann aber nicht vermittelt werden und bleibt bei uns im Tierheim.“

 Mehr Verständnis für Tierbesitzer würde sich Inge Maier wünschen. Auch Feindseligkeiten unter Nachbarn, die auf Kosten der Tiere ausgetragen werden, findet sie unmöglich. Da wird, nur um den Nachbarn eins auszuwischen, beim Tierheim angerufen und beispielsweise Tierquälerei angeprangert, und „wenn man vor Ort auftaucht, stimmt alles nicht.“ Maßlos ärgert Maier auch, wenn Tierbesitzer ihre alten und kranken Tiere zum Tierheim bringen, um sie gegen ein junges Tier eintauschen zu wollen. „Und wir sollen dann die Tiere einschläfern lassen.“ 

Dieter Metzler

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