Unkrautvernichtungsmittel mit Nebenwirkungen? – Stellungnahme des  Imkervereins Fürstenfeldbruck und Umgebung e.V. 

Imkerverein: "Bienen, Hummeln und Schmetterlinge verabschieden sich still"

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Winterling und Biene.

Fürstenfeldbruck – In dem meistverkauften Unkrautvernichtungsmittel „ROUNDUP“ ist der laut Hersteller harmlose Wirkstoff „Glyphosat“ enthalten. Das Mittel wird in der Landwirtschaft in Parkanlagen, auf Bahngleisen und bevorzugt in Kleingärten eingesetzt. Was meinen die Imker und Umweltschützer  im Landkreis Fürstenfeldbruck dazu? Und zu welchem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung? 

 

Den Imkerverein plagen gewisse Ängste:   "Bestimmte  Studien zu Glyphosat haben ergeben, dass es in vielen Fällen bei Urinproben im menschlichen Körper nachzuweisen sei.  Ebenso könne  es im Blut und Körpergewebe gefunden werden. Schwangerschaften könnten das Risiko von Mißbildungen beinhalten."  

Glyphosat werde von vielen Landwirten eingesetzt, um das Feld vor der neuen Aussaat von „Unkraut“ zu befreien oder bevor die neuen Pflanzen aufkeimen. Es werde  auch vor der Ernte gesprüht, um ein vorzeitiges Reifen zu erreichen.

Bläuling - Auch die Schmetterlinge könnten bedroht sein,  warnen  die Imker, wenn bestimmte "Unkräuter" verschwinden. 

 Der Einsatz dieses Mittels könnte  - so befürchten Imker und manche Naturschützer –  eine Verödung in Landwirtschaft und Kulturlandschaft nach sich ziehen. Blütentragende „Unkräuter“ wie z.B. Korn- und Mohnblumen würden (unkraut!-)vernichtet.  Was bleibt unserer Natur übrig? Ödland! Die Insektenwelt findet keine Nahrung. Bienen, Hummeln, der früher so lebensvolle Bereich der Wildbienen und der Schmetterlinge verhungert und verabschiedet sich still."

 

Entwarnung kommt vom BfR: "Glyphosat: Nicht giftiger als bisher angenommen, aber bestimmte Beistoffe sind kritisch zu betrachten 03/2014, 20.01.2014."

 Zu diesem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung auf seiner website. Am 20. Januar 2014 fand ein wissenschaftliches Symposium im ICC Berlin statt.  

Weiter heißt es in der Presse-Verlautbarung: " Das BfR hat im Rahmen der EU-Wirkstoff­prüfung die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat neu bewertet. Zusätzlich zu den bereits in die erste Wirkstoffprüfung eingeflossenen Dokumenten wurden mehr als 1000 neue Studien geprüft und ausgewertet. Diese liefern keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren. „Die Daten geben keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte des Wirkstoffs wesentlich zu verändern“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Aus der großen Anzahl der ausgewerteten Literatur ergibt sich jedoch, dass die Toxizität bestimmter glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel aufgrund der darin enthaltenen Beistoffe höher sein kann als die des Wirkstoffes.“

Das Institut: "Derzeit wird im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung geprüft, ob eine weitere Genehmigung des Wirkstoffes Glyphosat für den Einsatz in Pflanzenschutzmitteln möglich ist. Berichterstattender Mitgliedsstaat im EU-Verfahren ist Deutschland. Der Entwurf des Berichtes ist abgeschlossen und vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als der koordinierenden Behörde an die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übergeben worden. Für die gesundheitliche Bewertung hat das dafür zuständige BfR zusätzlich zur erneuten Bewertung der bereits in die erste Wirkstoffprüfung eingeflossenen Dokumente mehr als 150 neue, nach den OECD-Guidelines und der Guten Laborpraxis (GLP) durchgeführte toxikologische Originalstudien und über 900 neu in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierte Studien geprüft und ausgewertet.

Die Analyse der zahlreichen neuen Dokumente ergibt keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren. Sie geben auch keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte, insbesondere der täglich duldbaren Aufnahmemenge (ADI) wesentlich zu verändern. Bestehende Rückstandshöchstgehalte sind nach wie vor sicher für Verbraucher. Sie decken sowohl Anwendungen zur Unkrautbekämpfung als auch den Einsatz als Sikkationsmittel ab. Bei Bedarf könnten einzelne Höchstgehalte für Glyphosat auch ohne Gefahr für Verbraucher angehoben werden, wenn dies aufgrund einer geänderten fachlichen Praxis, neuer Anwendungsgebiete oder neu beantragter Importtoleranzen erforderlich wäre."

Der deutsche Entwurf des Berichtes für die Gesamtbewertung von Glyphosat ist die Grundlage für die öffentliche Konsultation mit allen interessierten Stakeholdern sowie für die anschließende Diskussion mit den Experten der Mitgliedstaaten im so genannten Peer Review-Verfahren. Beides wird von der EFSA gesteuert und voraussichtlich Ende 2014 abgeschlossen sein. Alle Bewertungsberichte und wissenschaftlichen Stellungnahmen, die zur öffentlichen Konsultation vorgesehen sind, können auf der EFSA-Website eingesehen und kommentiert werden."

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

redkb 

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