Impfung gegen Krebs? - Informationsveranstaltung im Frauen- und Mütterzentrum Germering

Seit im März 2007 die ständige Impfkommission (STIKO) eine Empfehlung zur generellen Impfung gegen Humane Papilloma Viren (HPV) für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen hat, ist die Euphorie riesig: Immer mehr junge Mädchen im Teenageralter lassen sich dagegen impfen. Doch die Impfung ist in Fachkreisen umstritten. Die Stimmen reichen von totaler Glorifizierung bis hin zu völliger Ablehnung.

Karin Schönig, Dipl.- Psychologin und Geschäftsführende Mitarbeiterin des Frauengesundheitszentrums in München referierte im Frauen- und Mütterzentrum Germering aus unabhängiger Quelle, was bei diesem Thema wichtig ist, was die Impfung leisten kann und was nicht: „Hervorzuheben ist die Tatsache, dass die HPV Impfung keine Impfung gegen Krebs ist, sondern zur Antikörperbildung gegen zwei der Virentypen führt, die Mitverursacher bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind“. Insgesamt gibt es über hundert verschiedene HPV Viren - die Impfung schützt aber nur gegen die Typen 16 und 18, nicht gegen die anderen HPVs. Da die Viren im Allgemeinen beim Sex übertragen werden, sollte die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Eine HPV Infektion machen rund 70 % der Menschen im Laufe ihres Lebens durch – die meisten merken davon nichts. Innerhalb von einem halben bis zu drei Jahren heilt die Infektion bei den allermeisten Frauen von selbst. Es gibt aber auch Hochrisiko HPVs, darunter HPV 16 und 18, bei denen sich Zellen am Muttermund oder Gebärmutterhals verändern. Bis daraus ein Gebärmutterhalskrebs entsteht, müssen folgende Stadien durchlaufen worden sein: Eine HPV Infektion, der Virus muss aktiv geblieben sein und sich zu schweren Zellveränderungen weiterentwickelt haben. Schließlich bilden sich diese Zellveränderungen zum Krebs aus. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen – Insgesamt dauern diese Stadien zusammen im Durchschnitt etwa 20 Jahre. „Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Erkrankung“, erläutert Karin Schönig. „Zehn von tausend Frauen erkranken und drei davon sterben daran“. Die Impfung ist zugelassen für Mädchen und Frauen zwischen 9 und 26 Jahren, für Jungen zwischen 9 und 15 Jahren und hält sechs Jahre an. Sie wirkt sicher gegen die geimpften HPV-Typen. Gegen alle anderen HPVs ist man nicht ausreichend geschützt. Leider sind viele Fragen hinsichtlich der Wirkung der Impfung noch offen, z.B. wie lange der Impfschutz über die sechs Jahre hinaus anhält oder welche unerwünschten Nebenwirkungen auftreten können. Bei der Entscheidung, ob sich junge Mädchen impfen sollen oder nicht, gilt es, das Für und Wider, möglicher Nutzen und mögliche Risiken gegeneinander abzuwägen. Die Situation ist nicht einfach, vor allem weil die Einschätzungen der Fachleute auseinander gehen. Trotzdem, ob mit oder ohne Impfung gilt: Ein regelmäßiger Zellabstrich (Krebsfrüherkennung) ist eine sinnvolle Maßnahme, um eine Erkrankung rechtzeitig festzustellen. Immerhin - seit Einführung dieser Untersuchung hat sich die Häufigkeit der Erkrankung Gebärmutterhalskrebs um 70 % gesenkt. .

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