150 Olchinger betreuen 300 Asylbewerber in drei Unterkünften

Das Herz weit, aber die Möglichkeiten endlich

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Großes Interesse herrschte bei der gemeinsamen Info-Veranstaltung der Stadt, der Caritas und des Helferkreises über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Olching.

Olching – Um die aktuelle Situation der Flüchtlinge noch besser kennen zu lernen, veranstaltete die Stadt Olching gemeinsam mit dem Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck und dem Helferkreis Asyl Olching eine Informationsveranstaltung.

Moderatorin Andrea Gummert, eine der drei Asyl-Koordinatorinnen der Brucker Caritas, freute sich über das große Interesse der Olchinger Bürger, die in den Gretl-Baur-Saal der Kulturwerkstatt (KOM) gekommen waren. Es mussten noch einige Stuhlreihen herbeigeschafft werden, damit alle Besucher einen Platz fanden. „Unser Herz ist weit, unsere Möglichkeiten sind aber auch endlich“, zitierte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) bei der Begrüßung Bundespräsident Joachim Gauck. Olching habe in der Tat ein großes Herz für die Flüchtlinge und lasse die Flüchtlinge eigentlich nicht spüren, dass diese Möglichkeiten letztlich endlich sind. Das liege in erster Linie an dem großen ehrenamtlichen Engagement der Olchinger Bevölkerung. Dennoch stelle die Bewältigung der Flüchtlingssituation Olching auch in der Zukunft vor große Herausforderungen. 

„Integration funktioniert nicht, in dem man irgendwem ein Papier unterschreiben lässt und ihn hundert Seiten zu lesen gibt, sondern indem man in unserer Gesellschaft aufgenommen ist“, sagte Magg und ging in seinem Grußwort auf die schwierige Problematik bei der Beschaffung von Arbeitsplätzen und Wohnraum für die Flüchtlinge ein. Anfangs der Flüchtlingswelle war es die Zeit der Nothilfe und Improvisation, schilderte Stadtrat Andreas Teichmann (FDP), Referent für Integration und Gleichstellungsfragen, Asyl und Migration, die Situation in Deutschland. Als Zehntausende über die Grenzen kamen sei man schon überfordert gewesen. In Olching habe man das Glück gehabt, schnell Wohnraum zur Verfügung zu haben und außerdem willige Helfer. Olching hat den Landkreis überdurchschnittlich unterstützt, stellte Teichmann heraus. Im vergangenen Jahr haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Der Zustrom ist stark zurückgegangen nachdem die Balkanroute geschlossen wurde und es setzte eine Phase der Konsolidierung ein. In den folgenden Jahren gehe es um die Integration der Flüchtlinge. Drei Schritte sind dazu dringend: Erlernen der Sprache, Beschaffung von Arbeit und Beschaffung von Wohnungen. Teichmann dankte dem Helferkreis: „Ihr habt der Gesellschaft einen ganz großen Dienst erwiesen. Und ihr seid die Basis dafür, dass wir auch die Integration schaffen werden.“ 

Als Ansprechpartnerin für Flüchtlinge und für die Ehrenamtlichen steht die Sozialberaterin der Stadt, Sabine Probst, speziell bei Problemen, die sich auf dem Gebiet Schule und Kindergarten ergeben, zur Verfügung. Beratung, Vermittlung und Unterstützung nannte Michael Wunderl von der Caritas Asylsozialberatung als seine Hauptaufgabe rund um das Asylverfahren. Ziel seiner Arbeit sei Hilfe zur Selbsthilfe. Seit 2012 ist der Helferkreis aktiv, informierte Karl Heinz Theis vom Helferkreis Olching über die Aktivitäten des Helferkreises und gab einen Überblick über den aktuellen Stand.

Rund 150 Olchinger betreuen derzeit rund 300 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die in drei Sammelunterkünften und dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Im Laufe der Jahre haben sich etwa 300 Bürger um etwa 1.000 Flüchtlinge gekümmert, die hauptsächlich aus Syrien, Irak, Afghanistan und Nigeria stammen. Im zweiten Teil der Veranstaltung gaben ehrenamtliche Helfer, Arbeitgeber und Wohnungsgeber Einblicke aus ihrem Tätigkeitsfeld und berichteten über ihre Erfahrungen mit den Flüchtlingen.

Dieter Metzler

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