30-Meter-Mast in Malching

Ärger um geplanten Funkmast

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Rund 60 Bürger kamen zur Infoveranstaltung über den zwischen den Maisacher Ortsteilen Malching und Germerswang geplanten Funkmast.

Ein von der Telekom geplanter, 30 Meter hoher Mobilfunkmast sorgt für Ärger bei den Malchingern und Germerswangern.

Maisach/Germerswang – Das Bauwerk soll zwischen den beiden Orten in der Nähe der dortigen Hundeschule entstehen. Die Bürger bezweifeln, dass der Mast in dieser Höhe und an diesem Standort nötig ist. Sie fordern eine zweite Expertise.

Von zehn auf 30 Meter

Mehr als 60 Menschen waren zu einem Infoabend im Gasthaus Mösl in Germerswang gekommen, wo Telekom-Vertreter Frank-Peter Käßler das Projekt erläuterte. Dabei berichtete Maisachs Bürgermeister Hans Seidl auch noch einmal, wie es zum Bauantrag kam. „In der ersten Anfrage war nur von einem genehmigungsfreien Zehn-Meter-Mast die Rede“, sagte der Rathauschef. Beim Bauantrag sei es dann plötzlich um einen 30 Meter hohen Masten gegangen.

„Fehler auf dem Kommunikationsweg“

Käßler erklärte, dass in seinem Unternehmen intern immer die Rede von 30 Metern waren. Dass erst ein niedrigerer Mast im Gespräch war, führte er auf „Fehler auf dem Kommunikationsweg“ zurück – was ihm allerdings spöttisches Gelächter von vielen Anwesenden einbrachte. Ein Bürger sagte: „Ich habe das Gefühl, die Telekom erschleicht sich zusammen mit dem Gemeinderat und dem Verpächter des Grundstücks den 30-Meter-Turm.“

ICE-Strecke mit Mobilfunk versorgen

Dem widersprach Seidl, und Bauamtsleiterin Michaela Meinhold sagte: „Da wurde nichts von der Gemeinde vertuscht, es war eine Änderung von Seiten des Antragstellers.“ Der ebenfalls beim Infoabend anwesende Verpächter erklärte, dass sehr lange nach dem passenden Standort gesucht wurde, der laut Käßler nun noch einmal ein wenig nach Süden verschoben werden muss, um aus dem Überschwemmungsgebiet zu kommen. Käßler führte aus, dass die Telekom den Auftrag von der Deutschen Bahn habe, die ICE-Strecke, die zwischen Malching und Germerswang verläuft, mit Mobilfunk zu versorgen.

Kosten: Viertelmillion Euro

Derzeit gibt es dort noch weiße Flecken auf der Mobilfunkkarte – ebenso wie auch in Malching und Germerswang. Um diese beiden Orte auch vernünftig abzudecken, ist laut Käßler der 30 Meter hohe Mast nötig. „Das Bauwerk kostet uns eine Viertelmillion Euro. Für so viel Geld wollen wir auch eine optimale Abdeckung erreichen“, sagt der Telekom-Vertreter.

Gewünschte Netzabdeckung nur an dieser Stelle

Vorschläge der Bürger, den Mast niedriger zu bauen („Wir reden nur über zehn und 30 Meter. Gibt es nichts dazwischen?“) oder an eine andere Stelle zu versetzen („Hinter die Hundeschule, damit man auf der Straße von Germerswang nach Malching nicht direkt darauf zu fährt.“) lehnte Käßler rigoros ab. Um die gewünschte Netzabdeckung zu erreichen, sei nur der Mast in seiner geplanten Form möglich.

Auch Dafür-Stimmen

Dieser Aussage trauten die Bürger aber nicht. Sie gaben dem Gemeinderat mit auf den Weg, dass er noch ein zweite, von der Telekom unabhängige Meinung einholen soll. Ein Bürger erklärte dazu jedoch auch: „Denkt dabei bitte auch an die Nutzer.“ Denn es waren auch einige Bürger anwesend, die sich eine bessere Versorgung mit dem Telekomnetz in Germerswang und Malching wünschen. So erklärte eine Malchingerin, dass sie wegen der fehlenden Funkverbindung am Ort kein Home Office betreiben könne.

 Andreas Daschner

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