Rathaus-Neubau in Gröbenzell

3D-Visualisierung im Gespräch

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Bürgermeister Martin Schäfer (links) und Planer Stephan Leissle besprechen die Planung für den Rathausneubau.

Gröbenzell – Knapp 16 Millionen Euro lässt sich die Gemeinde Gröbenzell den Neubau des Rathauses kosten. Für diesen Preis sollte alles passen, dachten sich gut 80 Bürger und brachten ihre Ideen bei der zweiten Informationsveranstaltung zu diesem Projekt ein. Parkplätze, Bäume und die Kunstwerke der Gemeinde standen im Mittelpunkt der Diskussion.

Der Gröbenzeller Künstler und Bildhauer Arno Visino bezeichnete es selbst als sein größtes Werk – und das nicht nur wegen seiner Ausmaße: Das 3,5 mal 5,5 Meter große Holzrelief „Die Siedler“ aus dem alten Sparkassengebäude stellt sie Geschichte Gröbenzells in mehreren Bildern da. Der 2016 verstorbene Visino hatte es 1964 aus dem Urwaldholz Kambala-Teak geschnitzt. Die Sparkasse gab das Werk schließlich als Geschenk an die Gemeinde weiter. Doch das Relief ist seit mittlerweile 19 Jahren im Gröbenzeller Bauhof eingelagert. Wie Bürgermeister Martin Schäfer den Gröbenzellern bei der Infoveranstaltung auf Nachfrage erklärte, habe man das Werk nicht vergessen. Derzeit beschäftige sich eine Arbeitsgruppe mit dem Planer und mehreren Gemeinderäten damit, wie man die Kunstwerke aus dem alten auch im neuen Rathaus integrieren kann. Auch Visinos Teak-Holzrelief sei dabei Thema. „Aufgrund seiner Größe ist es aber die größte Herausforderung, dafür einen Platz zu finden“, sagte der Rathauschef. 

Mit den Radstellplätzen könnte es eng werden

Dass die geplanten 46 Tiefgaragenstellplätze ausreichen, bezweifelte ein anderer Bürger. Dem hielt Schäfer entgegen, dass die Gröbenzeller gerne Fahrrad fahren. „Die Stellplätze für die Autos werden ausreichen, eher haben wir zu wenig Fahrradstellplätze“, sagt er. Deshalb versuche man derzeit, noch mehr Platz dafür einzuplanen. Vor allem die öffentlichen Fahrradstellplätze vor dem Rathaus sollen so angebracht werden, dass sie für die Besucher gut erreichbar sind. 

Die Büros knapp über der gesetzlichen Mindestgröße

Die geringe Größe einiger Büros sah ein weiterer Diskussionsteilnehmer kritisch. Mit einer Fläche von 11,5 Quadratmetern liege man tatsächlich nur knapp über der gesetzlichen Mindestgröße, gestand Schäfer ein. „Das ist nicht riesig, wird für bestimmte Bereiche der Verwaltung aber ausreichen.“ Außerdem wollte ein Gröbenzeller wissen, was mit den Bäumen an der Baustelle passiert. Die Lindenallee an der Rathaussstraße kann laut Schäfer erhalten werden. „Für einige andere Bäume wird es gemäß der Baumschutzverordnung Ersatzpflanzungen geben“, versicherte der Rathauschef. 

Der Altbau wird Ende November abgebrochen

Eine kurze Debatte entwickelte sich auch um den Wunsch eines Gröbenzellers nach einer 3D-Visualisierung des Neubaus. „Das kann man machen, aber im Herbst 2019 stehen wir eh davor, dann können wir es sehen“, erklärte Schäfer. Dem hielt FW-Gemeinderat Johann Böhmer entgegen, dass es dann für mögliche Änderungen schon zu spät sei. Der FW-Rat unterstützte die Forderung des Bürgers. Schäfer will nun im Gemeinderat noch einmal darüber beraten. Vor der Debatte hatte Planer Stephan Leissle von den Behnisch Architekten das Projekt noch einmal näher vorgestellt. Der Neubau soll demnach durch große Fensterbänder Transparenz und Offenheit symbolisieren. Damit der große Bau nicht zu wuchtig wird, wird er in Abschnitte mit Vorsprüngen und verschiedenen Höhen gegliedert. Außerdem rückt der Neubau gegenüber dem alten Rathaus deutlich von den Nachbarn weg. Der Altbau soll ab Ende November abgebrochen werden, der Neubau im Herbst 2019 bezugsfertig sein. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 15,8 Millionen Euro. Die Gemeinde hat im Haushalt außerdem einen Puffer von 1,8 Millionen Euro für Unvorhergesehenes eingeplant. „Das Geld wollen wir aber möglichst nicht ausschöpfen“, sagte Leissle.

Andreas Daschner

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