Der Innenminister der Republik Rumänien besuchte mit Konvoi von sieben Fahrzeugen die Polizeifachhochschule Fürstenfeldbruck

Innenminister Igaş (links) und Direktor Vogelgsang. Foto: Polizeifachhochschule FFB

Das hat die Polizeifachhochschule wohl noch nie erlebt: Ein Konvoi aus sieben Fahrzeugen, angeführt und beschlossen von zwei Streifenwagen der bayerischen Polizei mit Blaulicht: der Innenminister der Republik Rumänien Constantin Traian Igaş besuchte auf Einladung des Bayer. Innenministers Joachim Herrmann Bayern. Der Gast hatte den besonderen Wunsch geäußert, der Polizeifachhochschule einen Informationsbesuch abzustatten.

Fachbereichsleiter Hermann Vogelgsang empfing die Delegation, der auch die rumänische Generalkonsulin Brânduşa Predescu angehörte. Er informierte umfangreich über die moderne und praxisnahe Ausbildung für die dritte und vierte Qualifikationsebene (früher gehobener und höherer Polizeivollzugsdienst, „Schule der Kommissare und Räte“) bei der bayerischen Polizei. Auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit der Polizeiakademie in Bukarest wurden ausgelotet. Rumänien hat ca. 22 Millionen Einwohner und gehört seit 2007 der europäischen Union an. Deutsche in Rumänien stellen mit 50 Tsd. Menschen nach den Rumänen, Ungarn sowie Roma die viertstärkste Bevölkerungsgruppe dar (vor allem die Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben im Banat und im Nordwesten). Diese deutsche Minderheit erfährt regelmäßige Unterstützung von bayerischer Seite. In Deutschland leben 126 Tsd. rumänische Staatsangehörige, davon 34 Tsd. in Bayern. Rumänien ist ein wichtiger Handelspartner; über ein Viertel des Handels mit Deutschland, dem zweitwichtigsten Handelspartner Rumäniens, wickelt Bayern mit Rumänien ab. Es bestehen Hochschul- und Schulpartnerschaften, außerdem fünf Städtepartnerschaften u.a. zwischen Landshut und Hermannstadt/Sibiu. Die polizeiliche Zusammenarbeit ist eng und vertrauensvoll und erfolgt u.a. in den Bereichen grenzüberschreitende und organisierte Kriminalität, Kfz-Verschiebung und Skimming (Abschöpfen von Daten aus Kreditkarten). Das rumänische Innenministerium ist für ca. 130 Tsd. Bedienstete zuständig. Nach Auffassung der europäischen Kommission muss Rumänien (wie auch Bulgarien) seine Anstrengungen im Kampf gegen Korruption und bei einer Justizreform erheblich verstärken. Das Plenum des europäischen Parlaments hat sich im Juni dieses Jahres mit großer Mehrheit für eine Aufnahme beider Länder in den Schengenraum (Abbau der Grenzkontrollen) ausgesprochen. Europol hat jüngst berichtet, dass Bulgarien und Rumänien gemeinsam mit Griechenland zu den sensibelsten Bereichen der Kriminalität in Europa zählen, einer organisierten Kriminalität zumal, die vor allem der illegalen Immigration u.a. über das Schwarze Meer Vorschub leistet. - Nach einer Führung durch die Räume des Klosters - wobei natürlich der Churfürstensaal beeindruckte - und die Klosterkirche schloss sich ein Mittagessen im Klosterstüberl mit weiteren Fachgesprächen an. Danach fuhr der Konvoi zu einem Treffen mit Innenminister Herrmann.

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