Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des 7 500 Quadratmeter großen Areals

"Maisach wird modern" – Bald soll der Spatenstich erfolgen

+
"Maisach wird modern" – dieses 7 500 Quadratmeter große Areal soll mit Wohn- und Geschäftsgebäuden bebaut werden.

Maisach -  "Maisach wird modern":  Jahrzehntelang war es recht ruhig im Zentrum nahe des Rathauses. Nun, nachdem der Gemeinderat in seiner Junisitzung den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des 7500 Quadratmeter großen Areals fassen will, wird voraussichtlich in wenigen Monaten der Spatenstich für die fünf Gebäude umfassenden Wohn- und Geschäftsanlage sein.

 Insgesamt fünf Gebäude - in einem soll ein Vollsortimenter und ein Drogeriemarkt untergebracht werden - wird der Starnberger Investor Ehret und Klein auf dem Gelände zwischen Huttenloher Weg und der Bahnhofstraße über einer Tiefgarage bauen. Die Bauphase wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte: Noch unter Altbürgermeister Gerhard Landgraf, der 2008 aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl angetreten war, hatte der Gemeinderat die ersten Planungen begonnen. Die Politiker hatten das Ziel, im Ortszentrum einen zu Fuß erreichbaren Supermarkt mit Drogerie, ein paar kleineren Geschäften und einem Café, weiteren Büros sowie Wohnungen zu schaffen.

Nach diversen Planungs- und Verhandlungsphasen mit den Nachbarn und verschiedenen Investoren - einer konnte die Finanzierung nicht stemmen - entschied sich der Gemeinderat im Dezember 2012 für das Starnberger Unternehmen Ehret und Klein als Investor. Auch die Maisacher selbst wurden in die Planung mit eingebunden: Bereits bei dem vorigen Entwurf und auch bei dem, der nun mit dem Projektentwickler und Projektsteuerer Ehret und Klein realisiert wird, gab es Bürgerinformationsveranstaltungen.

 Die Mehrheit der jeweils rund hundert Anwesenden begrüßte bei beiden Präsentationen das jeweilige Vorhaben - sogar bei dem früheren Entwurf eines anderen Investors, der eine wesentlich massivere Bebauung mit einem 50 Meter langen Gebäuderiegel vorsah. Den meisten war in erster Linie wichtig, einen zentral gelegenen Supermarkt samt Drogerie zu bekommen. Bei der zweiten Veranstaltung Ende letzten Jahres mehrten sich dann allerdings auch die Rufe nach zusätzlichem Wohnraum. Die prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt ist auch in Maisach zu spüren. Auch die jetzige Planung sieht freilich entlang der Bahnhofstraße parallel zum Huttenloher Weg verlaufend einen beziehungsweise zwei aneinander angrenzende Baukörper vor, der von der Riedlstraße bis zum in West-Ost-Richtung verlaufenden Teil der Bahnhofstraße reicht. 

Allerdings wird das Gebäude ab dem ersten Stockwerk nicht mehr durchgängig sein, es entsteht also kein massiger Riegel. Auf dem Dach des Erdgeschosses soll vielmehr ein von vier Aufbauten unterbrochener Dachgarten entstehen, drei dieser noch einmal maximal drei Geschosse hohen Baukörper sind für Wohnungen vorgesehen. Der vierte, zur Bahnhofstraße gelegene Teil ist für den Supermarkt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, die Drogerie, Ärzte, das Wohnen nicht störende Gewerbe sowie Schank- und Speisewirtschaften vorgesehen.

Entlang des Huttenloher Weges entstehen noch einmal drei kleinere Gebäude. Die Tiefgarage wird nur unter einem Teil des Areals gebaut, ihre Zufahrt soll an dem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Teil der Bahnhofstraße liegen. Nachdem inzwischen die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen wurden, bei denen einige noch weiter zu untersuchende Funde aus dem frühen Mittelalter gemacht wurden, und der Gemeinderat in seiner Sitzung Anfang Juni den Bebauungsplan "Ortszentrum Maisach" hinsichtlich der Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher und privater Belange abgearbeitet hat, fehlt nun nur noch der Satzungsbeschluss. Voraussichtlich wird ihn das Gremium einstimmig fassen. Der SPD-Fraktionssprecher Norman Dombo kommentierte die Entwicklung in einer Sitzung folgendermaßen: „Maisach wird modern.“ Bürgermeister Hans Seidl sagte darauf: „Die Gemeinde wird sich verändern, wie sie sich noch nie verändert hat.“ Sobald der Satzungsbeschluss gefasst ist, geht der Bebauungsplan an das Landratsamt als obere Baubehörde. Die prüft routinemäßig die Planung auf ihre Zulässigkeit, was vermutlich angesichts der bevorstehenden Sommerferien einige Wochen dauern wird. Aber wenn dann das Okay des Kreisbauamtes vorliegt, kann gebaut werden.

 Ariane Lindenbach

Auch interessant

Meistgelesen

Mit Picknickkorb zum Kloster
Mit Picknickkorb zum Kloster
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Ballenpresse fängt Feuer
Ballenpresse fängt Feuer
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam

Kommentare