Inzidenz länger über 100

Corona-Notbremse greift im Landkreis FFB ab Freitag

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Die Corona-Notbremse wird ab Freitag im Landkreis FFB nötig, da die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 100er-Marke überschreitet.
  • vonMiriam Kohr
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Landkreis Fürstenfeldbruck - Der Landkreis Fürstenfeldbruck muss heute, 31. März, die Notbremse ziehen - am dritten Tag in Folge überschreitet der Landkreis einen Inzidenzwert von 100.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für den Landkreis FFB nun auch eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 am dritten Tag in Folge. Dieser lag am Mittwoch, 31. März, laut RKI bei 118,1 pro 100 000 Einwohner. Somit greift die beschlossene Notbremse. Nun gelten zwei Tage später, also von Karfreitag, 2. April, an, wieder strengere Maßnahmen zum Eindämmen der Pandemie. Geschäfte dürfen dann wieder nur ein „Click & Collect“ anbieten, heißt Einkaufen im Geschäft mit Termin ist nicht mehr erlaubt. Auch eine nächtliche Ausgangssperre von von 22 bis 5 Uhr  wird verhängt. Zudem darf sich nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Das macht also einen Osterbrunch einer Familie mit beiden Großeltern oder einem befreundeten Paar nicht möglich.
Es folgt noch eine amtliche Bekanntmachung des Landratsamtes FFB, welche auf deren Webseite veröffentlicht wird.

Was bedeutet die Notbremse für einzelne Bereiche im Detail?

1. Kontaktbeschränkungen: Der gemeinsame Aufenthalt in öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie zusätzlich einer weiteren Person; zulässig ist ferner die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst. Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht.

2. Gottesdienste sind unverändert möglich.

3. Besuchsregeln in Pflegeeinrichtungen bleiben unverändert.

4. Sport: Es ist nur kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung nach § 4 Abs. 1 erlaubt; die Ausübung von Mannschaftssport ist untersagt.

5. Handel und Dienstleistungen: Die Öffnung von Ladengeschäften mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe ist untersagt. Ausgenommen sind der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Pfandleihhäuser, Filialen des Brief- und Versandhandels, Reinigungen und Waschsalons, Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte, der Verkauf von Presseartikeln, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Tierbedarf und Futtermittel und sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte sowie der Großhandel. Die Abholung vorbestellter Waren in Ladengeschäften ist zulässig (Click & collect). Dienstleistungen der Friseure sowie im hygienisch oder pflegerisch erforderlichen Umfang die nichtmedizinische Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege dürfen weiterhin angeboten werden.

6. Schulen: in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird, finden in der Jahrgangsstufe 4 der Grundschulstufe, der Jahrgangsstufe 11 der Gymnasien und der Fachoberschulen sowie in Abschlussklassen Präsenzunterricht, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Meter durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, oder Wechselunterricht und an allen übrigen Schularten und Jahrgangsstufen Distanzunterricht statt. Am Präsenzunterricht und an Präsenzphasen des Wechselunterrichts dürfen nur Schüler teilnehmen, die zu Beginn des Schultages über ein schriftliches oder elektronisches negatives Ergebnis eines PCR- oder POC-Antigentests in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verfügen und auf Anforderung der Lehrkraft vorweisen oder in der Schule unter Aufsicht einen Selbsttest mit negativem Ergebnis vorgenommen haben.

7. Tagesbetreuungsangebote für Kinder: Die Einrichtungen sind geschlossen, es findet Notbetreuung statt.

8. Kulturstätten: Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten sowie zoologische und botanische Gärten sind geschlossen.

9. Ausgangssperre: Von 22 bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung untersagt, es sei denn dies ist begründet aufgrund eines medizinischen oder veterinärmedizinischen Notfalls oder anderer medizinisch unaufschiebbarer Behandlungen, der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten oder unaufschiebbarer Ausbildungszwecke, der Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger, der Begleitung Sterbender, von Handlungen zur Versorgung von Tieren oder von ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen.

10. Weitere Öffnungsschritte: Die Entwicklung der 7-Tagesinzidenz ist im Landkreis Fürstenfeldbruck in den letzten Wochen sehr stark angestiegen und überschreitet laut RKI seit dem 29. März den Wert von 100. „Konkrete Versprechungen von Öffnungsperspektiven sind uns derzeit nicht möglich“, so das Landratsamt.
Die Aufhebung der Ü100-Regelungen richtet sich nach den Vorgaben des § 3 Nr. 2 der 12. BayIfSMV. Sofern die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen den Wert 100 unterschritten hat, ist dies durch das LRA amtlich bekannt zu machen. Zwei Tage darauf gelten dann die Regelungen der Inzidenz zwischen 50 und 100.
red

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