Jagdverband fordert Nachtsichttechnik

Schlechte Sicht auf Wild

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Die nachtaktiven Wildschweine haben eine gute Sicht im dunklen Wald - die Jäger jedoch nicht.

Die Wildschweinpopulation wächst stetig, weshalb die Jäger im Landkreis diese bestärkt bejagen müssen. Weil Wildschweine nur nachts und nur mithilfe eines Zielfernrohres geschossen werden dürfen, stehen Jäger vermehrt vor dieser nicht einfachen Aufgabe. Deshalb regen sie sowie der Bauernverband die Diskussion an, Nachtsichttechnik für die Wildschweinjagd erlauben zu lassen.

Landkreis - Jäger sind in erster Linie dafür zuständig, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wild und Wald herzustellen und zu erhalten. „Diese Aufgabe nehmen sie in der Rolle als Naturschützer, Heger und Pfleger der jeweiligen Reviere und in Zusammenarbeit mit Waldbesitzern und Landwirten beziehungsweise den entsprechenden Behörden wahr“, erklärt die Kreisgruppe des Jägerverbandes.

Klimawandel und Maisanbau begünstigt Wildschweinvermehrung

Seit einiger Zeit müssen sich die Jäger und Bauern mit der wachsenden Wildschweinpopulation beschäftigen. Wildschweine vermehren sich durch den wärmer werdenden Wintermonaten und dem verstärkten Maisanbau immer besser. „Früher haben einige Wildschweine den kalten Winter nicht überlebt. Zusätzlich ist der Mais auf den vielen Feldern die perfekte Mast für die Schweine“, erklärt der Sprecher der Kreisgruppe der Brucker Jäger Michael Pöllmann. Doch die erhöhte Wildschweinpopulation hat eine unangenehme Begleiterscheinung: Die Wildschweine verursachen vermehrt Wildschäden, das bedeutet die Tiere zerstören beispielsweise Teile der Maisernte. „Die Jagdpächter müssen den Bauern diesen Schäden ersetzen“, sagt Pöllmann. Obwohl Wildschweine massiv verstärkt bejagt werden, kommt es zu immer mehr Wildschäden. „Eine weiter verstärkte Bejagung wird die unvermeidliche Konsequenz sein“, folgert Pöllmann.

Nachts aber ohne Nachtsichttechnik jagen

Eine Wildschweinjagd unterliegt strengen Regeln: Die nachtaktiven Tiere werden überwiegend in den Nachtstunden geschossen. Außerdem sind diese „so zu erlegen, dass der mögliche Schuss unmittelbar zum schnellen Tod des Wildschweins führt“. Doch dies ist bei Nacht nicht immer einfach. Denn die Jäger dürfen, außer einem Zielfernrohr, keine Hilfsmittel benutzen.

So kam es zur konkreten Forderung des Bauernverbandes mit Bauernobmann Georg Huber, Nachtsichttechnik wenigstens pilotweise zu gestatten. Die Bundesgesetzgebung und das Waffenrecht verbietet aktuell Nachtsichttechnik wie Nachtsichtgeräte. Auch Lichtquellen wie Taschenlampen sind verboten. Dies könnte jedoch das Landratsamt erlauben lassen.

Sinnvoller Lösungsansatz und Diskussion gefordert

Jäger Pöllmann findet den Vorschlag vom Bauernverband „nicht schlecht“. Auch der Jagdverband fordere deshalb eine Diskussion darüber. „Waidgerecht ist sicher nicht, die Nächte bei schlechtem Licht im Wald zu verbringen und am Ende unter Umständen einen Schuss auf vage erkennbare Ziele abzugeben. Vorhandene Technik hingegen so zu nutzen, dass die Bejagung in der Nacht tierschutzgerecht möglich wird, ist ein sinnvoller Lösungsansatz, an der alle Beteiligten mitarbeiten sollten“, so Pöllmann. Doch auch er weiß: „Die Hürde liegt derzeit im gültigen Waffengesetz.“

Jagdverband informiert über Negativbeispiel

Wenn schlecht ausgebildete Hunde im Nachbarrevier Rehe reißen.

Jesenwang – Dass nicht alle Jäger verantwortungsvoll handeln, zeigen laut Jagdverbandsprecher Michael Pöllmann die Negativbeispiele in Jesenwang. Hier sei Anfang November von der Städtischen Forstverwaltung München/Weyarn bereits die zweite Drückjagd in einem lediglich 160 Hektar großen Revier durchgeführt worden. Eine Drückjagd auf Rehwild per se ist nicht waidgerecht. Das lerne man laut Pöllmann in der Jagdschule. Dass sich das auf einem lediglich 160 Hektar großen Gebiet mit schlecht ausgebildeten Hunden von selbst und gänzlich verbietet scheine augeschneinlich. „Hunde sollen das Wild auf eine einsehbare Fläche ‚drücken‘, doch bei so wenig Hektar ist dies kaum möglich“, erklärt Pöllmann. Schlecht ausgebildete Hunde hetzen eigenes wie fremdes Wild aus dem angrenzenden Revier zu Tode und verbeißen sich in das verletzte Tier. Das Resultat: Angeschossenes und nicht gefundenes Wild verendet qualvoll. „Die Vorgänge sind nunmehr zum zweiten Mal in einem Jahr dokumentiert, angezeigt und in den Händen der Staatsanwaltschaft“, informiert Pöllmann.red

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