Für ein Jahr als Austauschschüler oder Berufstätiger in die USA - Erfahrungen im Landkreis FFB mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm

Die 17-jährige Lioba Well aus Biburg und die 16-jährige Verena Büllesbach aus Maisach strahlten beim Pressetermin im Büro der CSU-Bundeswahlkreisgeschäftsstelle in der Dachauer Straße 8 in Fürstenfeldbruck um die Wette. Dazu hatten sie auch allen Grund. Beide waren im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) von der Wahlkreisabgeordneten und Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt als so genannte „Patenkinder“ zu einem einjährigen Stipendium in die USA auserwählt worden. Während für Lioba Well das Stipendium allerdings vor wenigen Wochen zu Ende ging, fiebert Verena Büllesbach ihrer Abreise in wenigen Tagen entgegen.

So lauschte die Gymnasiastin aus Maisach den interessanten Ausführungen der 17-jährigen Biburgerin, die eingestand, dass sprachlich anfangs alles ein bisschen länger dauerte, sie aber nach drei Wochen bereits „in Englisch geträumt“ habe. „Das ist so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich meine Familie nach der Rückkehr gleich mehrmals in Englisch ansprach.“ In der High-School habe sie sich später sogar ein wenig gelangweilt, weil „die alle so nett waren und mich als Austausch-Schülerin wohl nicht überfordern wollten.“ Der Sport sei wichtiger als an den deutschen Gymnasien, stellte die Biburgerin recht schnell fest, die im neuen Schuljahr in die elfte Klasse am Pasinger Gymnasium einsteigt. „Gleich fünfmal die Woche ist Sport angesetzt“, berichtete die begeisterte Turnerin, die auch Cello spielt und ehrenamtliche Pferdepflegerin ist. Besonders gefallen habe ihr der naturwissenschaftliche Unterricht. „Man arbeitet dabei mit drei, vier Schülern zusammen und führt Versuche selbständig durch“, erzählte sie. Bei ihrer siebenköpfigen Gastfamilie fühlte sie sich schnell sehr wohl. „Die haben mich wohl nicht schocken wollen und nur mit zwei meiner neuen Gastgeschwister am Flugplatz abgeholt“, lachte sie. „Dabei habe ich zuhause doch selbst drei Geschwister“. Auch Freundschaften schließen sei problemlos. „Die wollen einfach nur nett sein und gehen schnell auf einen ein“, widersprach sie dem allgemein vorherrschenden Klischee der amerikanischen Oberflächlichkeit. Sie habe sich total gefreut, als sie im Februar die Mitteilung erhielt, dass sie auserwählt war, berichtete Verena Büllesbach aus Maisach. Sie erzählte, dass sie schon immer den Wunsch hatte, einmal ins Ausland zu gehen. Sie hatte über PPP gelesen und ihr Vater habe auch darüber ein wenig Bescheid gewusst. Neben erstklassigen schulischen Ergebnissen müssen die Bewerber für ein Stipendium persönlich gefestigt sein, Interesse und Neugier für eine fremde Kultur zeigen und sich als „Botschafter ihres Landes“ erweisen, erwartet Gerda Hasselfeldt von den Bewerbern. Ebenso spiele das Sozialverhalten sowie auch das soziale Gefüge eine wichtige Rolle, so die Bundestagsvizepräsidentin. „Das Jahr in den USA ist eine wertvolle Chance, eine andere Kultur intensiv kennen zu lernen. Die Erfahrungen werden die Stipendiaten ein Leben lang begleiten.“ Noch bis zum 3. September können sich Schüler und junge Berufstätige um ein Stipendium für ein Austauschjahr ab August 2011 in den USA bewerben. Die Stipendien werden im Rahmen des PPP vergeben, mit dem der Deutsche Bundestag gemeinsam mit dem Kongress der USA den Jugendaustausch fördert. Die Stipendiaten verbringen zehn Monate bei Gastfamilien und besuchen dort die örtliche Schule. Junge Berufstätige nehmen am Unterricht an einem College teil und machen ein Praktikum in einem amerikanischen Betrieb. Die Bewerber müssen zwischen 15 und 17 Jahre alt sein; junge Berufstätige zwischen 16 und 24 Jahre. Unter www.bundestag.de/ppp können sich interessierte Jugendliche die Bewerbungskarte für das PPP herunterladen.

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