40 Jahre Gebietsreform Olching - Denkmal enthüllt

Eine gemeinsame Identität geschaffen

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Landvizepräsident Reinhold Bocklet (rechts) und Olchings Bürgermeister Andreas Magg enthüllen gemeinsam das Denkmal, das an die Gebietsreform vor 40 Jahren erinnert, an der Ecke Neufeld-/Max-Reger-Straße, dem geografischen Mittelpunkt der Stadt Olching mit seinen Stadtteilen Esting, Geiselbullach und Graßlfing
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Sie begann mit den Landkreisen und endete sechs Jahre später bei den Gemeinden. Vom Juli 1972 bis zum Mai 1978 machte die Gebietsreform aus dem kommunalen Fleckerlteppich in Bayern ein modernes Verwaltungsparkett. Die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte wurde halbiert, die der Gemeinden um über 5.000 reduziert. Da dominierten Zwangsehen statt Liebesheiraten. Doch dem ersten Aufschrei folgte alsbald die Einsicht der Vernunft. Ein Volksbegehren gegen die bayerische Gebietsreform unterstützten nur 3,7 Prozent der Bürger. 

Olching - Auch die Kommunen Esting, Geiselbullach, Graßlfing und Olching wurden am ersten Mai 1978 im Zuge dieser Gebietsreform zu einer Großgemeinde mit einer zentralen Verwaltung zusammengeführt. Das ist nun 40 Jahre her. Aus diesem Anlass lud Bürgermeister Andreas Magg (SPD) die Bevölkerung zu einer kleinen Feierstunde mit einer Denkmalenthüllung am geografischen Mittelpunkt Olchings an der Ecke Neufeld-/Ludwigstraße und Max-Reger-Straße ein, um an diesen auch in Olching nicht ganz einfachen Prozess der Reform zu erinnern. Rund einhundert Bürger nahmen aber an der Feierstunde teil.

Widerstand gegen die damalige Gebietsreform

Vorausgegangen der Veranstaltung war eine Sternradtour aus den jeweiligen Stadtteilen hin zu diesem geografischen Mittelpunkt. Olchings Rathauschef erinnerte in seiner Ansprache von dem damaligen Widerstand gegen die Gebietsreform, und wie Esting mit dem Bau von zahlreichen Hochhäusern versuchte, viele Neubürger anzuwerben, um eventuell zu groß für eine Eingemeindung zu sein. Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht, ebenso wenig wie die Gemeinde Geiselbullach ihr ganzes Geld noch schnell für die Sanierung der Straßen ausgab. Auch das half letztlich nicht. Rückblickend aber, so Magg, haben alle Gemeinden von der Zusammenführung profitiert und eine positive Entwicklung genommen. Letztendlich wäre Olching vor sieben Jahren nicht zur Stadt erhoben worden, wenn die Gebietsreform dem nicht vorausgegangen wäre. Dennoch, so stellte Magg heraus, und das sei das Schöne, haben die Stadtteile ihre Traditionen bewahrt. Großen Anteil tragen daran nicht zuletzt die insgesamt 150 Vereine, die es in Olching, Geiselbullach, Esting und Graßlfing gebe. Dennoch ist es Olching gelungen, eine gemeinsame Identität in den vergangenen 40 Jahren zu schaffen.

Olching bekam einen Schub an Dynamik

Auch Reinhold Bocklet erinnerte sich, damals, Bürger von Geiselbullach, als auch von Olching, dass die Gebietsreform kein Anlass zur großen Freude war. Heute noch gebe es im Graßlfinger Moos einen eigenen Gedenkstein, der von einigen Hartnäckigen noch verehrt wird. Dass die Vereinigung aber eine logische Konsequenz bedeutete, das kann man 40 Jahre später feststellen, so Bocklet. Olching habe einen enormen Schub an Dynamik genommen und als Stadt letztlich ein neues Bewusstsein erlangt. Schließlich bezeichnete der Landtagsvizepräsident die Gebietsreform als eine „gelungene Integration.“ „Wir leben in einer Zeit, wo es einfach scheint, die Menschen zu spalten“, sagte der evangelische Pfarrer Harald Sauer vor der anschließenden Segnung des Gedenksteins zusammen mit dem katholischen Pfarrer Josef Steindlmüller. Doch die Gebietsreform mit ihren vielen Konflikten wurde am Ende zu einem positiven Bild.

Schwarzer Marmorobelisk enhüllt

 „Es ist gelungen, das Ganze ist mehr, als die Summe der einzelnen Teile.“ Die Idee des Denkmals stammt von Bürgermeister Magg selbst. Umgesetzt und realisiert wurde sie vom Olchinger Steinmetz Schmiedel. Das Denkmal, ein kleiner schwarzer Marmorobelisk, auf dem rundherum die Gemeinden der Stadtteile sowie 40 Jahre Gebietsreform eingemeißelt sind. 

Dieter Metzler

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