37 Jahre nach dem Olympia-Attentat - Gedenken in Fürstenfeldbruck

Charlotte Knobloch kennt die Familien der beim Olympia-Attentat 1972 ermordeten israelischen Sportler persönlich und auch die Familie des getöteten deutschen Polizeibeamten Anton Fliegerbauer. Sie sei in „Gedanken verbunden mit den Familien der Ermordeten“, sagte sie beim 37. Gedenktag am Sonntag, 6. September, am Haupttor des Fliegerhorstes. Welche Todesangst die Opfer des Terroranschlags begleitet haben mag - so fern ihrer Angehörigen - könne man nur erahnen.

Bei ihrer Ansprache an der von dem Künstler Hannes L. Götz geschaffenen Gedenkstätte vor dem Haupttor des Fliegerhorstes dankte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Landrat Thomas Karmasin, der sich stets für die Erinnerung an die ermordeten israelischen Sportler einsetze, „was auch die Medien im Ausland Ihnen hoch anrechnen“. Noch am Morgen so Knobloch - habe sie zufällig eine Fernsehdokumentation zum Olympia-Attentat gesehen. Drei Geistliche - der katholische Dekan Albert Bauernfeind, der evangelische Pfarrer Harald Sauer aus Olching, und Rabbiner Erik Lehmann von der Israelitischen Kultusgemeinde München zitierten aus Psalmen und stimmten Gesänge an. Für Charlotte Knobloch war das Gedenken an die Opfer des Terroraktes des „Schwarzen Septembers“ ein „Tag der Trauer und der Mahnung zugleich“ - sie warnte vor der weltweiten Gefahr des islamistischen Terrorismus. Knobloch: „Terroristen nutzen Schwachstellen der Gesellschaft aus, für diese Leute zählen Menschenleben wenig. Sie schlagen immer dann zu, wenn man es am wenigsten erwartet.“ Terrorismus sei zu einer weltweiten Gefahr geworden. Islamistische Selbstmordattentäter versuchten stabile Gebilde zu verhindern, ob in Nahost, Afghanistan oder anderswo in der Welt, sagte Knobloch und erinnerte auch an den Anschlag auf das World Trade Center. Haß und Gewalt sei das Mittel der Terroristen, um ihre politischen Ziele durchzusetzen. Auch in Deutschland, warnte die Präsidentin des Zentrralrats der Juden, sei man nicht mehr davor sicher. Auch Landrat Thomas Karmasin erinnerte an den Anschlag, der vor 37 Jahren als grausames Ereignis in die Geschichte eingegangen sei. Karmasin nannte die Namen der ermordeten israelischen Opfer des Terror-Anschlags der palästinensischen Terrormitglieder des "Schwarzen September": Mosche Weinberger, Schiedsrichter im Ringen und der Gewichtheber Rosef Romano wurden noch im Olympischen Dorf getötet. Die anderen neun Sportler, die als Geisel genommen wurden, kamen beim mißglückten Befreiungsversuch auf dem Militärflughafen des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck ums Leben: David Berger, Se'ew Friedmann, Josef Gutfreund, Eliezer Halfin, Amizur Shapira, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andre Spitzer, Ja'akov Springer und der deutsche Polizeibeamte Anton Fliegerbauer.

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