10 Jahre Schuldnerberatung der Caritas mit Ehrenamtlichen – Rote Zahlen in vielen Haushalten

Sie engagieren sich ehrenamtlich für die Schuldnerberatung der Caritas (v. li.): Bernd Reimann, Theodor Kreis, Eva Heims, Wendelin Rasenberger, Maria von Fürstenberg, Rudolf Pawelka, Josef Hofbeck. Foto: Dieter Metzler

Die Überschuldung von Privathaushalten stellt schon längst kein gesellschaftliches Randproblem mehr dar. Auf Raten kaufen, auch wenn das Portemonnaie leer ist. Telefonieren, ohne Tarife und Kosten im Auge zu behalten, ein Haus abzahlen zu müssen, obwohl man gerade seinen Job verloren hat - die Wege in die roten Zahlen sind vielfältig.

So wenden sich auch im Landkreis jährlich rund 700 Haushalte wegen Überschuldung hilfesuchend an die Schuldnerberatung der Caritas. Dabei haben die Schuldnerberater wahrlich keinen leichten Job. Ihren Klienten müssen sie das Rückgrat stärken, mit Gläubigern um jede weitere Mahnung hart verhandeln. Umso schöner ist es aber dann für sie, wenn sie einem Menschen helfen konnten. Vor zehn Jahren hat sich ein Erfolgsmodell für die Schuldnerberatung der Caritas in Fürstenfeldbruck und Germering entwickelt, bei dem das Team aus fünf hauptamtlichen Schuldnerberaterinnen sowie elf geschulten Ehrenamtlichen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das probeweise als Projekt „Ehrenamtliche in der Schuldnerberatung“ im Dezember 2002 initiierte Vorhaben hat sich längst zu einer festen Größe in der täglichen Beratungspraxis etabliert. Klientinnen und Klienten nehmen die Unterstützung der Ehrenamtlichen gerne an, teilte Schuldnerberaterin Christine Göttner mit, die insgesamt seit 23 Jahren in der Schuldnerberatung tätig ist. „Die Arbeit war einfach nicht mehr allein zu bewältigen“, berichtete sie. Neben der spezifischen Beratung in den Beratungsstellen der Caritas zeigt sich, dass auch eine ergänzende praktische Unterstützung in den „eigenen vier Wänden“ sich mehr als hilfreich erweist. Neben der Hilfe bei der Zusammenstellung benötigter Unterlagen, Anleitung, wie mit der „privaten Bürokratie“ umzugehen ist, z. B. eingehende Post sichten, bearbeiten, sortieren und ablegen, tragen die Ehrenamtlichen durch ihren persönlichen Kontakt dazu bei, die soziale Isolation zu überwinden. So erhalten die Klientinnen und Klienten Zuspruch und Aufmunterung bei der Bewältigung der Alltagsprobleme und erleben Wertschätzung und Verständnis. Für die hauptamtlichen Caritas-Beraterinnen bedeutet der Einsatz Ehrenamtlicher, dass die Unterlagen für eine schnellere und effektivere Bearbeitung aufbereitet vorliegen. Dennoch müssen Hilfesuchende drei bis sechs Wochen warten, bis sie einen ersten Gesprächstermin erhalten. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde würdigte Landrat Thomas Karmasin am 8. Mai im Brucker Caritas Zentrum an der Hauptstraße das Engagement der Ehrenamtlichen. Dipl. Sozialpädagogin Renate Koemm von der Caritas Germering händigte nach einem Rückblick auf die zehn Jahre den Ehrenamtlichen der „ersten Stunde“, Maria von Fürstenberg, Wendelin Rasenberger und Bernd Reimann eine silberne Ehrennadel und eine Urkunde aus. Die übrigen anwesenden Ehrenamtlichen Josef Hofbeck, Theodor Kreis, Rudolf Pawelka und Eva Heims erhielten eine Festzeitschrift und eine Rose. Beim der Feierstunde vorausgegangenen Pressegespräch berichteten die Ehrenamtlichen, die in den zurückliegenden zehn Jahren insgesamt 157 Klienten begleiteten und unterstützen und dabei 1456 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisteten über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, sowie ihre Motivation, sich als Ehrenamtliche zu engagieren. Aus ihrer Sicht bietet ihre Hilfestellung in der Schuldnerberatung ein Betätigungsfeld als engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihren Mitmenschen in schwierigen Lebenssituationen behilflich sind und gesellschaftliche Mitverantwortung übernehmen. „Wir wüssten in vielen Bereichen nicht, wie wir ohne Ehrenamtliche über die Runden kommen sollten. Dazu zählt auch die Schuldnerberatung“, stellte der Brucker Landrat das ehrenamtliche Engagement nochmals heraus.

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