Mit 100 Jahren immer noch als Nikolaus unterwegs - Der Brucker Heinrich Wimmer als Hl. Mann im Brucker Westen

Der 100jährige Brucker Nikolaus Heinrich Wimmer ist ein echtes, geborenes Münchner Kindl. Für’s Foto wählte er eine alte Stadtansicht am Isartor. Foto: Günter Schäftlein

Streng gegen sich und sein hohes Alter waltet Heinrich Wimmer weiterhin und das seit rund 60 Jahren seines Amtes als wohltätiger, legendärer Bischof von Myra. Und das tat er schon in seiner beruflichen Zeit an der Brucker Polizeischule in den 50er Jahren. Jetzt war er wieder wie gewohnt in seinem Nikolaus-Ornat in der Sparkassenzweigstelle bei St. Bernhard im Einsatz. Sohn Heinz Wimmer hat in Fotoalben und anderen Unterlagen die Höhepunkte dieser Nikolaus-Karriere festgehalten: Eine respektheischende, prachtvolle Erscheinung, sein Vater, mit rotem Mantel, roten Stiefeln, weißem Bart, Bischofsstab und der hohen Mitra mit Goldkreuz.

Und das geschneiderte Äußere war das Werk seiner inzwischen verstorbenen Mutter. Das alles für die weiterlebende Erinnerung an den Wohltäter St. Nikolaus. Aber alles auch bei diesem Einsatz ohne den ‚Krampus’, denn mit dem gäbe es manchmal Ärger. „Mein Vater ist ein gläubiger Mensch. Er lebt seinen christlichen Glauben …“, sagt Heinz Wimmer. Und dafür sprechen auch die gemeinsamen jährlichen Fahrten in den südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes in den Pyrenäen. Heinrich Wimmer, geboren am 29. Juni 1910 in München, ist hier schon seit fast 40 Jahren auch zu Hause, am Erscheinungsort der Mutter Gottes. Er nahm hier oft Aufgaben als Reiseleiter für das Münchner Pilgerbüro war. Aus Liebe zu diesem besonderen Ort in der kath. Glaubenswelt feierte er im Juni 2010 seinen hundertsten Geburtstag dort, im Kreis von Hotelgästen und einer beinahe familiären Atmosphäre. Sohn Heinz: „Unglaublich, wie die den Vater gefeiert haben. Die Männer klopften ihm ständig auf die Schulter und die Frauen umarmten und küssten ihn. Zuneigung, Herzlichkeit, wie man sie in südlichen Ländern kennt.“ Der jetzt 100jährige Heinrich Wimmer hat über den WK II bei der Flugpolizei auf dem Balkan gedient, geriet aber für 1 ½ Jahre in Belgien in brit. Gefangenschaft. In den Nachkriegsjahren war er für die Berg- und Wasserwacht und danach bis 1973 in der Brucker Polizeischule tätig. Seine großzügige, menschlich-helfende Art für benachteiligte Mitmenschen hat seinen Lebensweg geprägt. Alten- und Krankenbetreuung zählt bis heute zu seinem Selbstverständnis in der Nachbarschaftshilfe. Und seine besondere Zuneigung zu Kindern als Nikolaus und vierfacher Urgroßvater braucht keine weitere Kommentierung. Was ihn mit 100 Lebensjahren gleichfalls auszeichnet, ist seine Freude an Bewegung: „Das Wichtigste! Nicht einrosten!“ Und wegen der von ihm gewünschten Treppensteigerei wohnt er im gemeinsamen Haus in der 2. Etage, Sohn Heinz in der ersten. Aber der Sohn achtet auch mit darauf, dass der alte Herr immer viel zu Fuß, mit dem Hund und in der Natur unterwegs ist. Einfach verblüffend, wenn man mit Heinrich Wimmer über Gesundheit, Leben und Zukunftsaspekte spricht - und er wie selbstverständlich meint: „Schau’n mer mal, was die Zukunft bringt …“ Er, der 100Jährige!

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