Coronabedingt müssen viele Projekte vertagt werden

Jahresanfangsgespräch der Fürstenfeldbrucker SPD

Das Jahresanfangsgespräch der SPD fand heuer online statt. Philipp Heimerl begrüßte die Teilnehmer.
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Das Jahresanfangsgespräch der SPD fand heuer online statt. Philipp Heimerl begrüßte die Teilnehmer.

Fürstenfeldbruck – Einen Mietspiegel und einen klaren Fahrplan für den Neubau einer Eishalle will die SPD im Jahr 2021 im Stadtrat vorantreiben. Gleichzeitig wird man wegen der leeren Kassen durch Corona das eine oder andere Projekt aufschieben müssen.

Noch ruckle es im Stadtrat sowie im Umgang mit der Stadtspitze, wie Philipp Heimerl beim Jahresanfangsgespräch der SPD, das aufgrund der Pandemie dieses Jahr online stattfand, erklärte. „Das Gremium hat sich noch nicht so ganz gefunden.“ Das liege auch daran, dass sich den Stadtpolitikern wegen Corona derzeit nur wenig Möglichkeiten böten, sich außerhalb der Sitzungen zusammenzusetzen. Gleichwohl ist den Sozialdemokraten, die bei der Wahl mit nur drei Sitzen nicht den gewünschten Erfolg erzielt hatten, an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und OB Erich Raff gelegen. Schließlich gilt es laut Heimerl, prägende Herausforderungen zu meistern – und das trotz einer coronabedingten Lücke im Haushalt.

Günstiger Wohnbau und Mietspiegel

Günstiger Wohnraum bleibt ein großes Thema bei der SPD. Heimerl macht keinen Hehl aus der Enttäuschung, dass die Stadt beim Wohnbauprojekt am Sulzbogen nicht selbst tätig wurde. „Im Wahlkampf reden alle vom Engagement der Stadt bei diesem Thema, aber wenn es dann zum Schwur kommt, finden alle Fraktionen immer Ausreden, warum es gerade jetzt nicht geht.“ Die SPD hofft nun, dass bei der Kreiswohnungsbaugesellschaft mehr Zug reinkommt und endlich erste Projekt entwickelt werden, nachdem Parteikollege Christoph Maier dort die Geschäftsführung übernommen hat. Außerdem werde man auf einen Mietspiegel hinarbeiten, sagt Heimerl. „Im ersten Schritt wird das wohl nur ein einfacher Mietspiegel sein, um ihn zu etablieren.“ Später sei aber auch ein qualifizierter denkbar, der mehr Rechtssicherheit bietet.

Thema Verkehr

Ein großes Aufgabenpaket sieht Mirko Pötzsch indessen beim Verkehr auf der Stadt lasten. „Es geht aber nur stockend voran.“ Beim Sulzbogen, wo im vergangenen Jahr Schutzstreifen für Radfahrer entstanden, existiere für den nächsten Bauabschnitt bis zur Rothschwaiger Straße noch nicht einmal eine Planung. „Das ist unbefriedigend.“ Auch fehlen dem SPD-Stadtratsmitglied an den Bahnhöfen weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Weiter vorantreiben will er die Querungshilfen an der Holzhof- und der Cerveteristraße. Außerdem sieht Pötzsch einen großen Sanierungsbedarf bei den städtischen Straßen. „Aufgrund unserer Haushaltslage ist da derzeit aber wohl weniger daran zu denken.“

Kultur als Verlierer der Krise

Die leeren Kassen erschweren auch die Unterstützung der Kultur. „Finanzielle Hilfe wird kaum möglich sein“, sagt Kulturreferentin Tina Jäger. Sie will sich aber dafür einsetzen, dass den Kulturschaffenden Plattformen geboten werden, um sich präsentieren zu können – wie zum Beispiel im Schaufenster des ehemaligen Top Point, das mit kulturellen Inhalten bespielt werden soll. In Sachen Eisstadion hofft Heimerl auf die Fertigstellung der Machbarkeitsstudie. „Wir brauchen einen klaren Fahrplan für den Neubau“, sagt er. Dabei müssten auch die Anwohner mitgenommen und durch bauliche Maßnahmen vor Lärm geschützt werden.

Zukunft von Viehmarktplatz und Fliegerhorst noch offen

In einer Sackgasse sei man indessen beim Viehmarktplatz. „Wir haben zwar das Ergebnis der Bürgerbeteiligung, bei der Umsetzung fehlt es aber am Willen der Stadt oder an einem Investor“, sagt Heimerl. Der Vizevorsitzende des SPD-Ortsvereins, Martin Haisch, ergänzt: „Der Viehmarktplatz wird wohl eines der ersten Opfer der Corona-Auswirkungen.“ Bei Konversion des Fliegerhorsts sieht Heimerl die Türen zu den Nachbarkommunen trotz der gescheiterten Zweckverbandsgründung nicht zugeschlagen. Er sieht in einem Ideenwettbewerb vielmehr eine Vorarbeit, die 2021 erledigt werden müsse, um im Folgejahr wieder ins Gespräch mit Maisach, Olching und Emmering zu kommen.

Andreas Daschner

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