"Wir sind seit Jahren Getriebene"

Erneut kritische Worte bei Jahresversammlung des Maschinenrings Fürstenfeldbruck

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Klaus Keppler (links), Vorstand der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, referierte über „neue Wege in der Bodenbearbeitung“ und Gregor Grill, 1. Vorstand des Maschinenrings.

83 Landwirte konnte Gregor Grill, der erste Vorstand des 615 Mitglieder zählenden Maschinenrings Fürstenfeldbruck im Mammendorfer Bürgerhaus zur 59. Jahresversammlung begrüßen. Bevor Gastredner Klaus Keppler, Vorstand der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, über das Thema „Neue Wege in der Bodenbearbeitung“ referierte, ließ Kreisobmann Georg Huber vom Bauernverband bei seinem halbstündigen Grußwort erneut kritische Worte vom Stapel.

Mammendorf - Grill sprach bereits bei der Begrüßung von einem sehr ereignisreichen Jahr für die Landwirtschaft. Nicht nur der Hagelschaden, sondern auch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ habe der Landwirtschaft schwer zugesetzt. „Die Landwirtschaft muss für den Umweltschutz, und am besten auch noch für den Klimawandel herhalten“, kritisierte Grill die Medienlandschaft. Es gebe nur noch Verbote. Niemand spreche von gesunden Nahrungsmitteln, regional und nachhaltig produziert. Es werde auch nicht wahrgenommen, dass eine starke Landwirtschaft unabhängig von globalen Ereignissen macht. „Wir Landwirte müssen täglich der Bevölkerung vermitteln, was wir für die Landwirtschaft tun. Was wir für die Umwelt leisten. Dass wir eine Hightech-Branche sind und dadurch zum Wohlstand und der Unabhängigkeit der Bevölkerung beitragen. Das müssen wir mehr in den Vordergrund rücken.“ Die Probleme, die die Landwirtschaft habe, brauche man nicht wegdiskutieren, sagte Huber bei seinem Grußwort. Vor drei Jahren bei einem Grußwort sei er noch der Meinung gewesen, man könne die Dinge selbst in den Griff kriegen. „Doch ich bin eines Besseren belehrt worden“, so Huber. „Wir sind seit Jahren Getriebene.“ 

Die gesamte Landwirtschaft unterliege einem Strukturwandel, der den Bauernverband genauso betrifft wie den Maschinenring. „Die gesamte Gesellschaft handelt anders, als sie redet“, meint Huber. Es werde eine Landwirtschaft schlecht geredet, die in der Leistung, in ihrer Produktion von Lebensmitteln weltweit führend ist. Vielleicht habe man sich auch zu lange vor die schwarzen Schafe gestellt. „Das wird uns heute zum Bumerang.“ Demonstrieren sei nicht die Aufgabe der Landwirte, was man brauche sei ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander. In seinem knapp einstündigen Vortrag informierte Keppler die Landwirte umfassend darüber, wie der Boden in der Praxis fruchtbarer gemacht werden kann.

 Dabei verdeutlichte Keppler, dass hierzu sowohl der Ökolandbau als auch die konservierende Bodenbearbeitung beitragen können. Der oberschwäbische Landwirt Keppler hat die Qualität seiner Böden verbessert und den Glyphosateinsatz massiv reduziert. Trotzdem sollte das Mittel zur Unkrautvernichtung seiner Ansicht nicht ganz verboten werden, so wie es die EU bis Ende 2022 vorsieht. Als Fazit von 25 Jahren konservierender Bodenbearbeitung nannte Keppler eine nachhaltige Verbesserung der Bodenstruktur, eine Zunahme des Humusgehalts von 2,2 auf 3,2 Prozent, keine Probleme mehr mit Verschlämmung und Erosion, gestiegenes Wasserhaltevermögen, eine hohe Tragfähigkeit der Böden, die Anpassung der Fruchtfolge sowie eine deutliche Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. 

Dieter Metzler

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