Jexhof-Sonderausstellung Die Welt im Tau – Ein gutes Auge und viel Gefühl für die Natur

Bei aller Kunst und allem fotografischen Gelingen bleibt Ferry Böhme bescheiden. „Ich habe versucht, einen Teil der Schönheit der Natur einzufangen.“ Wie gut dies dem 1973 in Oelsnitz/Vogtland geborenen Böhme gelang, zeigt die Sonderausstellung „Die Welt im Tau“, die bis zum, 4. November im Jexhof zu sehen ist. Für die 60 Bilder sollte man sich Zeit nehmen – Zeit zum Betrachten und Genießen. Zeit aber auch zum Aufspüren. Denn die fotografischen Kunstwerke Böhmes sind über das Areal verteilt und meist im Außenbereich zu finden.

Den Grund für diesen doch ungewöhnlichen Ausstellungsort nennt Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob. Die Vorbereitungen zur Sonderausstellung „Geschichten aus der Erde“, die sich aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Jexhof mit der Archäologie in dessen Umgebung beschäftigt, waren zeit- und platzintensiv. „So haben wir bei den Bildern von Ferry Böhme aus der Not eine Tugend gemacht“, sagte Dr. Reinhard Jakob bei der Ausstellungseröffnung. Gewissermaßen könne Fotokunst über die Natur in der Natur erfahren werden, so der Museumsleiter. Dabei legte er besonderen Wert darauf, dass eben auch Fotografie als Kunst verstanden werden müsse. „Die Unterschiede zwischen Malerei und Fotografie haben sich schon lange aufgelöst“, befand Dr. Jakob. Böhme selbst nahm diese Anmerkungen geschickt auf. Er beschreibt sein künstlerisches Schaffen so: „Mit dem Licht malen und die Natur so nehmen wie sie ist.“ Das Geheimnis wie dies so eindrucksvoll gelingen könne, sei eigentlich ganz einfach zu benennen. Derartige Aufnahmen gelängen nur Frühaufstehern. „Der Morgen im Sommer um 4.30 Uhr bietet das beste Licht.“ Talent müsse man mitbringen und ein gutes Auge, erklärte Böhme. Die Technik einer guten Kamera ist für ihn dabei hilfreich, aber nicht ausschlaggebend. „Ein gutes Bild entsteht immer noch im Kopf und nicht in der Kamera.“ Schnellschüsse gebe es ihn und mit der Natur. Da müsse man viel Zeit und Geduld aufbringen. „Aber wenn es drauf ankommt, muss man schnell sein.“ Der erste Flügelschlag eines Schmetterlings zum Beispiel duldet kein Zögern. Der berufliche Hintergrund kommt Böhme, der mit zehn Jahren seine ersten Schritte in die Fotografie unternommen hatte, entgegen. Als promoviertem Veterinärmediziner und Amtstierarzt hat er tiefen Einblick in die Geschehnisse und Vorgänge in der Natur. So entwickelte sich auch Böhmes Interesse für die Natur- und Reisefotografie. Dies hat eine solche Qualität erreicht, dass der gebürtige Vogtländer seine Bilder über Irland, den Balkan, Südwestengland oder Neuseeland seit vielen Jahren in live kommentierten Vorträgen, auf Ausstellungen und gedruckten Publikationen zeigt. Außerdem unterstützt Böhme seit mehreren Jahren das Projekt „Target“, das sich gegen Genitalverstümmelungen in Afrika wendet. Ein Treffen mit Rüdiger Nehberg auf den Internationalen Fürstenfelder Naturfototagen hat Böhme dazu gebracht. Auch bei der Vernissage der Sonderausstellung „Die Welt im Tau“ ging der Erlös einer Tombola an „Target“. Christina Claus, Kulturreferentin des Landkreises Fürstenfeldbruck, würdigte Böhmes Fotografien als „phantastische und sinnliche Reise durch die Jahreszeiten“. Die Ausstellung „Die Welt im Tau“ sei aber auch ein Beispiel, wie lebendig und erfolgreich der Jexhof arbeite. Claus dankte aber auch dem Bezirk Oberbayern für die finanzielle Unterstützung der Sonderausstellung. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung hat Staatsminister Dr. Marcel Huber, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, übernommen. Die Ausstellung „Die Welt im Tau“ ist immer von Dienstag bis Samstag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Montags ist das Bauernhofmuseum des Landkreises geschlossen. Im Jexhof-Stüberl sorgt der Wirt mit Kaffee und Kuchen, Getränken und kleinen Brotzeiten für das leibliche Wohl der Besucher.

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