Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung im Landkreis

Geldsegen für soziale Projekte

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Die Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung will auch in diesem Jahr zahlreiche Projekte unterstützen und stellt dafür 107.000 Euro zur Verfügung. Das Bild zeigt die feierliche Scheckübergabe mit Landrat Thomas Karmasin, Vertretern der Stiftung und den Begünstigten im Landratsamt.

Eine anhaltende Inflation und auch der bevorstehende Ausstieg des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union bescherten Stiftungen derzeit keine gute Zeit, eröffnete der Vorstandsvorsitzende der Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung Winfried Frohwerk die Vorstellung der Mittelvergabe für dieses Jahr. Das halte die Stiftung jedoch nicht davon ab, auch in diesem Jahr die sozialen Belange älterer Mitbürger mit 107.000 Euro zu unterstützen.

Fürstenfeldbruck -  Über die Finanzspritzen freuten sich neben Landrat Thomas Karmasin nicht nur die Begünstigten selbst, sondern auch die Vertreter der Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung. „Das ist wie vorgezogenes Weihnachten, bei dem man den Menschen etwas Gutes tun kann“, erzählt Nikolaus Turner, Vorstandsmitglied der Stiftung. Die Stiftung sehe ihre Bestimmung darin, vor allem substanzielle Hilfe zu leisten, falls nötig auch bei unklaren und neuen Projekten. Und genau so ein Projekt ist „Sport und Demenz“. „Bisher haben wir kein Ergebnis und wissen nicht, wie erfolgreich es wird“, sagt Turner. Trotzdem wolle die Stiftung 5.000 Euro zur Förderung des Projektes bereitstellen. „Wir haben bereits den Runden Tisch zum Thema Demenz und „Sport und Bewegung trotzt Demenz im Landkreis“, berichtet Sonja Thiele, Referentin für Senioren und Demographie im Landkreis. Dennoch, so Thiele, werde Demenz immer noch zu häufig verschwiegen, womöglich auch, weil es einfach zu wenige Anlaufstellen zum Thema im Landkreis gibt. „Wir haben im Landkreis zwei Angebote in Puchheim und Fürstenfeldbruck“, berichtet Thiele. Mit dem Fördergeld will sie Einrichtungen und Sportvereine weiter in diesem Bereich einspannen und auch Übungsleiter schulen. 

10.000 Euro für die Tafeln

Über einen Geldsegen von 10.000 Euro dürfen sich die Tafeln aus Fürstenfeldbruck, Puchheim und Olching freuen. Während die Tafel in der Kreisstadt 5.000 Euro zur Verfü- gung bekommt, gehen jeweils 2.500 Euro an die beiden anderen Städte. „Die Stiftung hat die Möglichkeit Dinge auf den Weg zu bringen“, bedankte sich die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Dorothee von Bary. Mit dem Geld soll vor allem eines geschehen. „Die Ehrenamtlichen sollen entlastet werden. Die kommen an ihre Grenzen“, sagt Bary. Weiter soll der Ausbau, auch der Barrierefreiheit zu gut kommen, weshalb hier die Stiftung eine halbe Stelle bezahlt. „Derzeit gibt es im Landkreis keine Anlaufstelle für Gehörlose“, sagt Bary und die nächste befände sich in Oberföhring.

Einrichtung und Förderung einer "Sighart´schen Seniorenhilfe"

 92.500 Euro werden für die Einrichtung und Förderung einer „Sighart´schen Seniorenhilfe“ eingesetzt, bestehend aus einer Anlauf- und Beratungsstelle für bedürftige Senioren sowie gewisser Fördermittel für Senioren und Bürgerstiftung. So sollen unter anderem über die Bürgerstiftung Seniorenclubs und die Blue Strings, die StreicherBigband der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck, unterstützt werden. Vom Förderzeitraum 2018 bis 2022 gehen 12.000 Euro an die Ehrenamtsbörse.

Palliativstationen bekommen 25.000 Euro

Sterbenden Menschen die verbleibende Zeit noch so angenehm wie möglich zu gestalten, mit diesem Ziel arbeiten die beiden Palliativstationen – im Klinikum sowie ambulant. Die Palliativstation im Brucker Klinikum gibt es seit 13 Jahren mit derzeit sieben Betreuungsplätzen. Doch das reicht nicht. Mit den von der Stiftung bereitgestellten 10.000 Euro plant der medizinische Leiter Rolf Eissele zum einen die Station zu erweitern und will mit dem restlichen Etat Zusatztherapien wie Atem-, Musik- und Kunsttherapien für die schwer kranken Menschen anbieten. „Wir werden nicht nur finanziell unterstützt, das motiviert auch“, bedankt sich Rolf Eissele. Die Ambulante Palliativstation versorgt seit rund fünf Jahren neben dem Brucker Landkreis auch teilweise die Landkreise Starnberg und Landsberg. „Wir haben im Jahr zwischen 500 und 550 Begleitungen“, erzählt der ärztliche Leiter Karlheinz von Jan. 

Die Stiftung stellt hier 15.000 Euro zur Verfügung. „Angefangen haben wir mit fünf Personen, mittlerweile sind wir 18“, erzählt von Jan. Da einige Patienten mit dem Auto transportiert werden müssten, wird weiter ein zusätzliches Fahrzeug benötigt. Da bei einem Brand im Gebäude die Bü- roräume zerstört wurden, will man weiter mit den finanziellen Mitteln die Infrastruktur verbessern. 2.500 Euro der Stiftung werden in die Errichtung eines Sighart Fonds fließen, um Senioren und Seniorenprojekte innerhalb des Grundstockvermögens der Bürgerstiftung zu unterstützen.

Felix Hamann

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