Die Schullandschaft geprägt

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Schulamtsdirektor Joachim Linkert verabschiedete sich mit einem Festakt, dem unter anderem Karl Grünauer, Schulrätin Gabriele Engel sowie Schulrat Helmut Radloff (von links) beiwohnten.

Fürstenfeldbruck – Mit einem Festakt haben Landrat Thomas Karmasin und Regierungspräsident Christoph Hillenbrand offiziell den Leiter des Staatlichen Schulamtes Fürstenfeldbruck Joachim Linkert in den Ruhestand verabschiedet und zugleich seinen Nachfolger Karl Grünauer ins neue Amt eingeführt.

Eigentlich befindet sich Linkert schon seit acht Monaten „tief in der Pensionierung“ und sein damaliger Stellvertreter Grünauer hat längst die Nachfolge angetreten. „Mit drei Feiern wollen Sie sicher keine indische Hochzeit in den Schatten stellen“, meinte dann auch Hillenbrand beim Festakt im Großen Sitzungssaal im Landratsamt. „Und ein Feier-Biest sind Sie auch nicht, sondern es gilt, eine Zäsur deutlich zu machen.“ Hillenbrand stellte Linkerts Führungsstärke heraus, lobte seine hohe Fachkompetenz und seine ausgesprochene Gradlinigkeit. „Ihnen wird nachgesagt, dass Sie ärgerlich werden, wenn der juristische Grundsatz über den Menschen gestellt wurde“, sagte er. „Sie waren aber nicht bissig, schon gar kein Wadlbeißer.“ Über 40 Jahre habe er als Lehrer, Schulleiter und seit 2009 als Schulamtsleiter die Schullandschaft im Landkreis geprägt. „Sie waren nie mit dem Erreichten zufrieden“. Häufig habe er sich bei der Regierung beschwert: „Seid`s Ihr da drin noch gescheit?“

Zum Abschluss überreichte der Regierungspräsident dem Pensionär den Regenschirm der Regierung mit den Worten: „Damit haben Sie die Regierung von Oberbayern nun stets im Griff.“ „Heute soll ein friedlicher Tag sein“, eröffnete Joachim Linkert seine Abschiedsrede. Es hätte ihn schon gereizt, zu einigen Themen wie zum Beispiel zum Lehrermangel an den Schulen oder zur verspäteten Besetzung der Schulratsstellen etwas zu sagen. Wie von einem plötzlich hereinbrechenden Naturereignis scheine die Regierung stets überrascht zu sein, wenn wieder einer in den Ruhestand trete, nur so könne er sich die stets verspätete Nachbesetzung erklären, ließ sich Linkert doch noch zu einem Seitenhieb hinreißen. „Wir können es uns nicht leisten, bestens ausgebildete Junglehrer im August auf die Straße zu schicken, wenn wir sie dann im September wieder als mobile Reserve brauchen“, sprach auch Linkerts Nachfolger Karl Grünauer bei seiner Antrittsrede die unbefriedigende Personalversorgung an. So gern er Reden über andere verfasse, so ungern mag er über sich sprechen, meinte Grünauer und erinnerte an Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenles (CSU) Aussage. „Spaenle hat den Schulfrieden verkündet. Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als diesen umzusetzen.“ 

Der neue Schulamtsleiter meinte abschließend, Staatsgelder seien für Schulen besser angelegt, als für Unter-nehmensberatungen. Auch er durfte einen „Regierungs-Schirm“ in Empfang nehmen, damit er zukünftig nicht ohne Schutz im Regen stehe. Landrat Thomas Karmasin dankte Linkert für sein Engagement, lobte die Unbiegsamkeit des Kritikers der Hauptschulreform, und überreichte ihm einen Gutschein für einen Theaterbesuch. Auch der Nachfolger erhielt ein Präsent, sozusagen vorab „zum Erhalt der Freundschaft“.

Die Ausstattung mit Lehrern habe nicht das gebracht, was die Bürgermeister erhofft haben, sagte Mammendorfs Bürgermeister Johann Thurner, als Sprecher der Bürgermeister. Aber ein Schulamtsleiter habe der Gesamtsache zu dienen, und bei der Reform allen gerecht zu werden, sei eine Kunst, die niemand beherrsche. Große Anstrengungen seien auf der Sachaufwandsebene erforderlich, hoffen die Bürgermeister nun auf eine gute Zusammenarbeit mit Grünauer. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von einer Schülergruppe der Grundschule Jesenwang, dem Lehrer-Kammer-orchester sowie dem Schulleiter- und Lehrerchor des Landkreises.

Dieter Metzler

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