Gesunde Luft im Klassenzimmer

Josef-Dering-Schule in Eichenau: erste Schule im Landkreis mit Luftentkeimungsgeräten

Rektorin Sandra Doriat, Bürgermeister Peter Münster, Geschäftsführer Oliver Lembke und stellvertretender Schulleiter Benjamin Sölch, präsentieren die Luftentkeimungsgeräte.
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Über ein gutes Klima freuen sich (von links): Rektorin Sandra Doriat, Bürgermeister Peter Münster, Geschäftsführer Oliver Lembke und stellvertretender Schulleiter Benjamin Sölch.

Eichenau – Die Stadträte in Fürstenfeldbruck und Germering haben sich dagegen entschieden. Und so ist die Josef-Dering-Schule in Eichenau die erste im Landkreis, die mit so genannten Luftentkeimungsgeräten ausgestattet wird. Möglich gemacht haben es der Förderkreis der Schule mit 15.000 Euro und Elternspenden über 7.500 Euro. Die Gemeinde schnürte das Paket mit weiteren 7.500 Euro fertig.

„Jeder muss es für sich selbst entscheiden, ob er das haben will“, kommentiert Eichenaus Bürgermeister Peter Münster die ablehnende Entscheidung der beiden Großen Kreisstädte. Verstehen kann er sie nicht. Für ihn sind die UV-C-Luftentkeimungsgeräte eine sinnvolle Ergänzung zum Lüften und Tragen der Masken. Das sieht auch Benjamin Sölch, stellvertretender Schulleiter der Josef-Dering-Schule, so. Man halte sich an die gesetzlichen Vorgaben. Die Maschinen würden aber ebenso helfen, das Lüften auf das notwendige Maß beschränken zu können. „Wenn es dann einfach nur noch kalt ist, macht es den Unterricht nicht einfacher.“ Die Schulstunden werden dadurch nicht gestört, berichtet Rektorin Sandra Doriat. Der Geräuschpegel entspricht allenfalls dem eines Kühlschrankes. „Im normalen Klassenbetrieb bemerkt man das gar nicht“, sagt die Rektorin. Nur wenn still gearbeitet werde, nehme man etwas wahr. Zudem könne man die Geräte langfristig nutzen. Auch in „normalen“ Erkältungszeiten seien sie sehr hilfreich.

Häufige Anfrage durch private Schulen und Kindergarten-Träger

Oliver Lembke, Geschäftsführer der Herstellerfirma Limelight Innovations aus Gilching, hat eine Vermutung, warum etliche Kommunen so skeptisch sind. Er berichtet von einer über 20 Jahre alten Industriestudie, die an das Bundesumweltministerium ging und vom Bayerischen Kultusministerium übernommen wurde. „Danach entscheidet man jetzt über Förderfähigkeit“, wundert sich Lembke. Private Schulen oder Kindergarten-Träger würden recht oft anfragen. „Weil sie nicht an den Fördertöpfen hängen.“ Dass die ablehnende Haltung möglicherweise mit der Art der Geräte zu tun hat, mit denen getestet wurde, bestätigt indirekt Münster. Man bekomme da als Gemeinde schon jede Menge Angebote auf den Tisch: „Wenn man den Billig-Preis sieht oder auf das Datenblatt schaut, weiß man aber schon, dass man vorsichtig sein muss“, so Münster.

In der Eichenauer Josef-Dering-Schule war es ein Zusammenspiel von gesammelter Erfahrung und Elternengagement, das letztlich zur Anschaffung führte. Rektorin Doriat erlebte die Wirkung der UV-C-Geräte bei einem Hotelaufenthalt im Sommer. Bei der Elternschaft stieß sie auf großes Interesse. Der Förderverein verfügt über ein „sehr solides finanzielles Polster“, wie es Rektorin Doriat ausdrückt. Doch auch in der übrigen Elternschaft war die Unterstützung groß. Es habe nicht lange gedauert, bis genügend Spenden zusammen gekommen waren.

Rektorin und Bürgermeister geben Erfahrung gerne weiter

Als Vorreiterin für andere Schulen will sich Doriat nicht sehen. „Wir haben das getan, um die Kinder bestmöglich zu schützen.“ Ebenso würde das Kollegium profitieren. Denn in den zwölf Klassenräumen werden je zwei Geräte aufgestellt. Die Erfahrungen gebe sie aber gern weiter, so die Rektorin in Eichenau. Das will Bürgermeister Münster ebenso tun: „Die Kollegen können gerne anrufen.“ Er habe ein gutes Gefühl – zumal es im Gemeinderat positive Rückmeldungen gab, als über die Anschaffung berichtet wurde.

Hans Kürzl

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