Mischen, kneten, formen

19 Mittelschüler blicken hinter die Kulissen einer Bäckerstube

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Bäckermeister Martin Reicherzer bereitet unter den Augen der Mittelschüler den Teig für das Brot zu.

Fladenbrot, Vollkornbrot, Weißbrot, Nussbrot, Bauernbrot, Toastbrot – für die Schüler der Starzelbach Mittelschule aus Eichenau drehte sich  alles ums Brot, sie durften sogar selbst eines backen.

Fürstenfeldbruck – Bäckermeister Martin Reicherzer lud sie im Zuge des Projektes „Ernährungshandwerk erleben“, das im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konzipiert wurde, in seine Bäcker- und Konditorstube an der Hauptstraße in Bruck ein.

Blick hinter die Kulissen

Die Bäckerhauben und Haarnetze aufgesetzt, die Schürze umgebunden und die Ärmel hochgekrämpelt ging es hinter die Kulissen des Cafés. Viele Maschinen, fahrbare Tische und Behältnisse und Regale auf Rollen stehen im großen Raum, wo die 19 Jugendlichen das Bäckerhandwerk näher kennen lernen sollen. 

Ab sieben Jahren schon in der Bäckerstube

„Für mich ist es selbstverständlich den Schülern diese Möglichkeit anzubieten und ihnen zu zeigen, was hinter dem Bäckerhandwerk steckt, dass es nicht nur ums Backen, sondern auch um Tradition geht“, sagt Reicherzer zum Grund, warum er als Bäckermeister solche Führungen im Rahmen des Projektes anbietet. Bevor es ans Mischen des Brot-Teiges geht erzählt er, wie er zu seinem Beruf kam. „Bei mir in der Familie sind alle Bäcker, mit 15 habe ich meine Ausbildung gemacht, aber mit sieben saß ich schon in der Bäckerstube meines Vaters und habe gebacken.“ Seit 1998 ist er selbstständig und führt unter dem Namen Reicherzer eine Konditorei und Bäckerei, vor einem Jahr hat er das Café Bücherl in der Hauptstraße übernommen. Für seine Backwaren benutze er stets regionale und teilweise Bio-Produkte und steht im engen Kontakt mit seinem Müller, der ihm immer genau das richtige Mehl liefert. Zudem sei dem Traditionsbäcker wichtig, immer mit der Saison zu backen. „Aktuell haben wir beispielsweise ein Bärlauchbrot, weil momentan der Bärlauch wächst, gibt es den nicht mehr, gibt es auch das Brot nicht mehr“, erklärt er.

Neugierde lockt zur Knetmaschnine

Der Bäcker mischt zwei Mehlsorten, Wasser, Hefe, Salz und den vorbereiteten Sauerteig zusammen und gibt ihn in die große Knetmaschine, die Schüler schauen immer wieder interessiert in die Maschine, um zu sehen, wie weit der Teig schon ist. Während der Teig „geht“, dürfen die Schüler dem Bäcker Fragen stellen. 

Die Fragen der Schüler

Ob sein Job stressig sei, will beispielsweise ein Schüler wissen. „Ich denke, jeder Beruf hat seine anstrengenden Seiten, aber darum geht es nicht, es geht darum, was einem Spaß macht“, antwortet Reicherzer. Wie viel eine Bäckerlehrling im Monat verdient, will eine andere Schülerin wissen. „Im ersten Lehrjahr 650 Euro, im dritten 870 Euro, danach kommt es darauf an, wie gut man ist“, sagt der Bäckermeister, der selbst einen Konditorlehrling und eine Azubin als Bäckereifachverkäuferin beschäftigt.  Er versichert zudem: „Einem Bäcker steht die Welt offen, er findet immer Arbeit.“ 

Für jeden 550 Gramm

Der Teig hat genug geruht, nun dürfen die Schüler mitanpacken. Jeder darf sich genau 550 Gramm vom Teig abwiegen und daraus ein kleines, rundes Brot formen. „Wenn es zu sehr pappt, nehmt ein bisschen Mehl“, gibt er den Tipp. Mit einem Namens-Zettel versehen kamen die Rohlinge in den Ofen. Schon wenige Minuten später verbreitete sich der Duft von frischgebackenem Brot. Jeder Schüler durfte schließlich sein selbstgeformtes Brot stolz mit nach Hause nehmen.

Miriam Kohr

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