Nach Informationsfahrt in Mexiko Erfolg mit Kaffee Campesino

Wie aus Ökolandwirt Erich Klas ein Fair-Trade-Kaffeehändler wurde

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Ökolandwirt Erich Klas (r.) aus Kottgeisering  in seinem neuen Element.

Kottgeisering – Bisher verwöhnte er vor allem Haustiere. Wiesenheu und Landstroh waren sein Metier. Dazu Katzengras und Gemüse, alles biologisch und regional erzeugt. Doch seit einer Informationsreise nach Mexiko über biologische Kaffee-Erzeugung und fairen Handel ist für Erich Klas, Öko-Landwirt aus Kottgeisering bei München, die eigene regionale Produktpalette international geworden. 

Aus dem Landwirt wurde ein Kaffeehändler. Jetzt dürfen auch Kaffeegenießer „schnurren“. Mit seinem Kaffee-Projekt Campesino fördert er den ökologischen Landbau im mexikanischen Hochland Chiapas und unterstützt damit die Unabhängigkeit und Existenz vieler Kleinbauern der Unión Majomut. Von Bauer zu Bauer Seit mehreren Jahren steht Erich Klas durch regelmäßige persönliche Besuche in engem Kontakt mit der Kaffee-Kooperative Union Majómut. 

Der Weltreisende in Sachen ökologischer Landbau: „Wenn es im Herbst auf den heimischen Feldern ruhig wird, fahre ich fast jedes Jahr in entfernte Länder. Bei meinem ersten Besuch der Unión Majomut erfuhr ich von ihren Schwierigkeiten mit einem großen Fair-Handelsunternehmen und dass die Zusammenarbeit beendet wurde. Ich wollte helfen. Doch wie? Schweren Herzens bin ich wieder nach Hause gefahren. Die Menschen und ihr tolles Projekt haben mich jedoch nicht mehr losgelassen. Drei Jahre später, nach einer Reise nach Malawi, wo ich erneut eine Kaffeeplantage besichtigt hatte, stand der Entschluss dann fest: Ich mache das jetzt mit dem Kaffee!“ So entstand das Kaffee-Projekt Campesino (dt. Kleinbauer): Sortenreiner Arabica aus biologischer Mischkultur und in traditioneller Schattenbauweise gepflanzt, in liebevoller und aufwendiger Handarbeit geerntet und verarbeitet. Ein Kaffee von besonders hoher Qualität und großem Geschmacksreichtum, mit weichem und säurearmen Aroma, wie ihn Großplantagen kaum bieten können. Zukunftsperspektiven schaffen Fairer Handel sichert Existenzen, stärkt die Region und verbessert nachhaltig die Lebensqualität. Er steigert das Selbstwertgefühl der Landwirte und ihrer Familien, ermöglicht Bildung und schafft Zukunftsperspektiven. So werden Landflucht und die Ausbeutung der Ureinwohner auf Großplantagen erfolgreich verhindert. „Die Kleinbauern erhalten von mir einen überdurchschnittlich hohen Abnahmepreis mit BIO-Zuschlag. So würdige ich ihr Engagement zum Erhalt ihrer natürlichen Umwelt und die hohe Qualität ihres Kaffees. Weiter erhalten sie eine Sozialprämie, durch die sie Projekte zur Selbstversorgung und Lebensmittelsicherheit selbst finanzieren können. 

Nur die direkte Abnahme zu fairen Preisen und ein erfolgreicher Verkauf sind eine wirkliche Unterstützung für die Landwirte und die Menschen vor Ort“, so Erich Klas. Leben gestalten Die Kooperative Unión Majomut wurde 1983 gegründet und vereint heute etwa ein Tausend Kleinbauern. Ziel der Kooperative ist es, die Lebensbedingungen der Mitglieder und ihrer Familien ganzheitlich zu verbessern. Neben einer umfassenden agrartechnischen Begleitung für biologische Erzeugung und den Erhalt der Umwelt, werden die Kleinbauern auch bei der Stärkung und Sicherung ihrer Eigenversorgung begleitet. Wichtiger Teil der Eigenversorgung sind die Früchte der Bäume in der Mischkultur. Ebenso der Anbau der Grundnahrungsmittel Bohnen und Mais sowie von biologischem Gemüse, die Geflügelzucht und die Herstellung von Kompost als betriebseigenen Dünger, die zu den Aufgabenbereichen verschiedener Frauenarbeitsgruppen gehören. Um nachhaltig die Unabhängigkeit von staatlichen Beihilfen zu erlangen, wurde im Jahr 2005 eine Mikrobank zur Eigenfinanzierung gegründet. Das höchste Gut ist, was die Natur uns bietet. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und eine achtsame Weiterverarbeitung liegen Erich Klas sehr am Herzen. 

So fühlt er sich auch den Menschen in der Unión Majomut sehr verbunden. Ihre Hingabe und ihr Wunsch zu lernen, um besten Kaffee im Einklang mit der Natur zu erzeugen und um nachhaltig und vorsorgend zu leben und zu wirtschaften, für alle Lebensbereiche, haben ihn begeistert. „Auch wenn es viel Arbeit macht und, im Gegensatz zu Heu und Stroh, sich Kaffee wesentlich schwerer verkaufen lässt. Ich finde das Projekt sehr schön. Es ist ein tolles Erlebnis - für beide Seiten!“

redkb

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