Steigende Zahl von Asylbewerbern setzt die Region zunehmend unter Druck 

Bezirksverband Oberbayern  lotete Aufnahme-Bereitschaft aus

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von links Landrat Walter Eichner, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Dr. Johann Keller (geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Bayerischen Landkreistages) und Landrat Thomas Karmasin.

Fürstenfeldbruck/Utting – Die steigende Zahl von  Asylbewerbern setzt die Region zunehmend unter Druck. Der Bezirksverband Oberbayern im Bayerischen Landkreistag will deshalb ausloten, ob in den weniger dicht besiedelten Regionen Nordbayerns eventuell die Bereitschaft vorhanden ist, über die zugewiesene Quote hinaus Flüchtlinge aufzunehmen.  

Das gaben Landrat Thomas Karmasin, sein Landsberger Amtskollege Walter Eichner, Landkreistagspräsident Jakob Kreidl und das geschäftsführende Präsidiumsmitglied Dr. Johann Keller am Montag, 29. 9. 2013  bei einer Pressekonferenz in Utting (Landkreis Landsberg) bekannt.

 „Wenn es in Nordbayern Landkreise mit leerstehenden Liegenschaften gibt, die mehr Flüchtlinge aufnehmen würden als sie müssten, sollte der Staat die finanziellen Mittel dafür bereitstellen“, so Karmasin. Man wolle das Problem zwar nicht in andere Bezirke abschieben, „aber wir freuen uns über jede Entlastung.“ Statt einer Zuweisung strikt nach Einwohnerzahl erwarte man bei der Verteilung der Asylbewerber in ganz Bayern mehr Flexibilität, betonte auch Kreidl. Außerdem müsste das Personal der Bezirksregierung dringend aufgestockt werden. „Die Mitarbeiter dort sind total überlastet“, so Kreidl. Gleiches gelte für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig ist. Bis ein Anerkennungsverfahren entschieden ist, vergehe gut und gern ein Jahr. Da zwei Drittel der Anträge abgelehnt werden, würde sich durch eine schnellere Bearbeitung auch eine Entlastung der Unterkünfte ergeben. Laut Regierungspräsident Christoph Hillenbrand erwarte man in Oberbayern im letzten Quartal dieses Jahres weitere 2000 Flüchtlinge. „Das ist eine Zunahme von 100 Prozent gegenüber 2012, und der Druck wird weiter steigen.“ Die Menschen kommen hauptsächlich aus Syrien, der Russischen Föderation, Afghanistan, dem Irak und Pakistan. 

2400 Asylbewerber leben derzeit in 22 Gemeinschaftsunterkünften, weitere 3700 sind dezentral untergebracht - in Wohnungen, Turnhallen, Hotels. Hillenbrand sprach an, dass man auch über Quoten für die Gemeinden nachdenken müsse. „Es kann nicht sein, dass innerhalb eines Landkreises zwei von 30 Gemeinden die ganze Last tragen.“ Der Brucker Landkreis erfülle seine Quote von 4,7 Prozent „ganz gut“, so der Regierungspräsident. In absoluten Zahlen sind es bis zu 440 Flüchtlinge, die der Landkreis in diesem Jahr unterbringen muss.

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